Es ist die erste detaillierte Ausarbeitung hierzulande zu dem Thema. Ihr Initiator, Dr. Wolf-Dieter Mell, ist überzeugt, dass die Werften nicht darum herumkommen werden, sich die Ergebnisse zu Herzen zu nehmen. Mehr noch, nicht nur ältere, auch jüngere Segler würden profitieren.
Mell hat sich seit Jahren schon der Problematik angenommen, dass viele Yachtkonstruktionen kaum auf die Belange älterer Segler abgestimmt sind. Er ist Gründer des Bonner Instituts für Boots-Tourismus und Leiter der beim Bundesverband Wassersportwirtschaft angesiedelten Forschungsvereinigung für die Sport- und Freizeitschifffahrt in Köln. Er weiß: Mit zunehmendem Alter büßt man nicht nur an Beweglichkeit ein. Auch die Fähigkeit, sich auf mehrere Dinge gleichzeitig zu konzentrieren, lässt nach.
Aber soll man deshalb gleich das Segeln aufgeben? Nein! Wie die Automobilbauer sollen sich Mells Meinung nach auch insbesondere die Großserienwerften auf ihre wichtigste Klientel besser einstellen. Dafür fehlten bislang aber die konkreten technischen Daten, etwa, wie hoch die optimale Sitzhöhe in Salon und Cockpit ist, wie steil eine Niedergangstreppe sein darf oder wie hoch Handläufe installiert sein sollten.
All diese und weitere Daten hat Mell in Zusammenarbeit mit der Uni Kiel nun ermittelt – und stellt sie den Yachtkonstrukteuren zur Verfügung. Als Resultat erhofft er sich, dass Yachten künftig noch komfortabler zu bedienen sein werden. Die Joysticksteuerung ist da nur ein Aspekt von vielen.
Von einem Plus an Komfort würden dann auch alle anderen profitieren, nicht nur die Alten. Die seien auf die Verbesserungen angewiesen, um ihr Hobby weiterhin ausüben zu können. Die Jungen – hiermit sind die 40- bis 60-Jährigen gemeint – hingegen könnten voll und ganz den gestiegenen Komfort genießen. Sie brauchen ihn noch nicht zwingend, aber stören wird er sie auch nicht.
Die konkreten Details von Mells Studie sind jetzt nachzulesen in der neuen YACHT (Heft 4/2012, ab sofort am Kiosk).

Textchef YACHT