Seemannschaftsserie Teil I – Verpflegung an BordSegeln ohne Stress: Wie die Crew unterwegs beköstigt wird

Lasse Johannsen

 · 26.03.2022

Seemannschaftsserie Teil I – Verpflegung an Bord: Segeln ohne Stress: Wie die Crew unterwegs beköstigt wirdFoto: Nico Krauss

Auf See wirkt eine gute Mahlzeit Wunder. Wie Sie auch bei ungünstigen Bedingungen die Crew mit gutem Essen bei Laune halten

So banal es vielleicht klingt: Manchmal macht allein das Essen aus, wie Crews den Segeltag erleben. Je länger der dauert oder je kräftezehrender er verläuft, desto wichtiger wird eine leckere, im Idealfall auch warme Mahlzeit. Das gilt für Mannschaften auf der Regattabahn ebenso wie für Fahrtensegler.

Regelmäßige Nahrungsaufnahme zu festen Zeiten strukturiert den Bordalltag und markiert kleine Höhepunkte, auf die es sich hinarbeiten lässt. Es motiviert ungemein, wenn der Duft eines leckeren Essens aus dem Niedergang aufsteigt und der Blick auf die Uhr verrät, dass es in Kürze etwas auf den Teller gibt.

Natürlich gilt das für den Hafentag in gleicher Weise. Das ausgiebige Frühstück in der Sonne im Cockpit ist eine ebensolche Seelenschmeichelei wie der Gang ins Restaurant oder der Abend am Grillfeuer. Besonders aber auf See kann Essen in anstrengenden Situationen Entspannung herbeiführen und damit eben auch erheblich zum stressfreien Segeln beitragen.

Wichtig ist es daher, gerade auch für die Versorgung rechtzeitig Verantwortlichkeiten zu benennen. Ist ein Crewmitglied bereit, als fester Smut zu fungieren, weil er oder sie einfach gern kocht, dann geht es lediglich um feste Zeiten und die Backschaft. Wird die Aufgabe dagegen auf mehrere Schultern verteilt, sollte ein Plan erstellt werden, damit es nicht erst zu Diskussionen kommt, wenn die Mannschaft bereits Hunger hat.

Auf kleineren Yachten hat es sich sehr bewährt, eine warme Mahlzeit vorzubereiten. Die kleingeschnittenen Zutaten für den Gemüseeintopf etwa im verschließbaren Schnellkochtopf schon auf den kardanisch aufgehängten Kocher stellen, sodass der nur rechtzeitig angemacht werden muss. Wahlweise tut es auch ein Beutel dehydrierter Nahrung, der nur mit heißem Wasser aufgefüllt werden muss und reichlich Brennwert liefert. Oder es werden Brote geschmiert und Obst gewaschen sowie Thermoskannen gefüllt, sodass es statt der warmen Mahlzeit wenigstens Snacks, heiße Getränke oder Brühe gibt.

Die YACHT bringt in den Ausgaben 6 bis 12 dieses Jahres eine Serie zum Thema Seemannschaft. Im Auftaktstück in Ausgabe 6 beschreiben wir in zehn Kapiteln, wie sich durch bewusste, umsichtige Törnplanung schon von vornherein Stress vermeiden lässt:

1. Allgemeine Vorbereitung

2. Ein- und Auslaufen

3. Kleine Crew

4. Navigation

5. Verpflegung

6. Nachtfahrt

7. Schlechte Sicht

8. Schweres Wetter

9. Vor Anker

10. Segeln mit Kleinkindern

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