Der Omnia Pizzaofen wird direkt auf die Kochstelle gestellt und nutzt deren Hitze. Sie strömt nach Herstellerangaben an den Seiten nach oben in den Deckel. So sollen Ober- und Unterhitze entstehen. Im Unterschied zum bekannten Omnia-Backofen ist das neue Modell auf kleine, runde Pizzen zugeschnitten.
Für kleine Fahrtenyachten ist das Konzept naheliegend: Ein fest eingebauter Backofen kostet Platz, Gewicht und Gas. Ein Gaskocher ist dagegen meist ohnehin vorhanden. Der Pizzaofen benötigt mit 25 mal 25 Zentimetern kaum mehr Stellfläche als ein Topf, wiegt aber mit 1.850 Gramm deutlich mehr als der klassische Omnia. Wer ihn im Schapp verstauen will, sollte das beim Packmaß berücksichtigen.
Das Edelstahlblech hat einen Durchmesser von 25 Zentimetern. Die daraus gebackenen Pizzen sind laut Hersteller etwa 15 Zentimeter groß. Rund 400 Gramm Teig lassen sich in vier Portionen teilen. Omnia nennt sieben bis acht Minuten Backzeit pro Pizza, nachdem der Ofen etwa fünf Minuten vorgeheizt wurde.
Das macht den kleinen Ofen eher zum Gerät für einen Pizzaabend im Hafen als zum schnellen Essen für eine große Crew: Gebacken wird nacheinander. Dafür kann jedes Crewmitglied den Belag selbst wählen, und die Pizza kommt heiß auf den Teller. Für eine Mahlzeit auf See ist der Aufbau weniger geeignet. Heißes Blech und Deckel gehören bei Lage oder Seegang nicht in die Pantry.
Der Omnia Stovetop Pizza Oven funktioniert nach Herstellerangaben auf Gas-, Elektro- und Cerankochfeldern, auf Grill und offenem Feuer, nicht jedoch auf Induktion. Für den Bordbetrieb ist vor allem der Gasherd relevant. Die Hitze soll auf mittlerer Stufe stehen; beim Backen empfiehlt Omnia, den Boden und die Ränder im Blick zu behalten. Dünner Teig und ein nicht zu feuchter, sparsam aufgebrachter Belag sollen den Boden knuspriger machen.
Der Hinweis ist wichtig: Ein Pizzaofen auf dem Gaskocher ersetzt keine Temperaturregelung. Gerade auf kleinen Flammenherden können Brennerleistung, Topfträger und Windschutz das Ergebnis beeinflussen. Deshalb empfiehlt sich zunächst ein Probelauf im Hafen. Das Prinzip, mit dem ein Omnia den Kocher zum Backofen ergänzt, hat sich in der kompakten Bordküche bereits bewährt. Der neue Pizzaofen erweitert es um ein flaches Blech und einen niedrigeren Deckel.
Neben Pizza nennt Omnia Mini-Flammkuchen, Pizzarollen, Calzone sowie süßes Gebäck als mögliche Anwendungen. Das passt zum flachen Format. Für Brot, hohe Aufläufe oder Kuchen bleibt der klassische Omnia mit seiner deutlich höheren Form die vielseitigere Lösung. Wer an Bord vor allem aufbacken und gratinieren möchte, findet in den Praxistipps zum Kochen auf See weitere Einsatzideen für Herdbacköfen.
Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 99 Euro ist der neue Omnia kein günstiges Zubehörteil. Sein Nutzen liegt auch nicht darin, eine neapolitanische Pizza bei extremen Temperaturen zu imitieren. Interessant ist er für kleine Boote ohne Backofen, die im Hafen oder vor Anker unkompliziert kleine, frisch gebackene Pizzen zubereiten wollen.
5 Zutaten zeigt, wie sich an Bord mit wenigen Zutaten, Herdplatten und Töpfen seetauglich kochen lässt. Köchin und Food-Journalistin Ira König stellt Gerichte vor, die wenig Abwasch verursachen, und ergänzt sie um Vorratsliste, Lagertipps sowie Zutaten-Alternativen. Das passt zur Idee hinter dem Omnia Pizzaofen: Eine kleine Pantry soll nicht mehr Geräte aufnehmen, sondern mit dem vorhandenen Kocher mehr können.
Wie wichtig wäre Ihnen ein Pizzaofen auf dem Gaskocher: Bereicherung für den Hafenabend oder zu spezielles Gerät für die kleine Pantry?

Redakteur Test & Technik
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