Kabellose Nachrüstlösungen für Autopiloten sind teuer und meist auf einen einzigen Autopiloten zugeschnitten. Nauti-Control, geht einen anderen Weg und verspricht die perfekte Lösung: Das Unternehmen bietet zwei kompakte Gateways an, die vorhandene Autopiloten per Wi-Fi erreichbar machen sollen, inklusive kostenloser App und ohne aufwendige Neuinstallation. Ein Wireless Controller kostet in Deutschland je nach Ausführung zwischen 170 und 196 Euro.
Das Grundprinzip ist simpel. Das System wird per Stecker mit dem vorhandenen NMEA-2000- oder SeaTalk-Bus verbunden und baut darüber ein eigenes Wi-Fi auf. Wenn auch der Autopilot mit dem Bordnetzwerk verbunden ist, überträgt das Gateway die Informationen auf das mobile Endgerät. Über eine optionale Fernbedienung oder die kostenlose Smartphone-App lässt sich der Autopilot laut Hersteller von jeder Position an Bord bedienen.
Dabei sind die wichtigsten Funktionen zum Segeln mit dabei: Kursänderungen um 1 oder 10 Grad, Autopilot ein- und auskuppeln oder Kurs halten. Alles soll per Knopfdruck funktionieren, ohne dass jemand ans Steuer muss. Gleichzeitig laufen Instrumentendaten wie Kurs, Geschwindigkeit über Grund, Tiefe und Wind in Echtzeit auf dem Bildschirm mit.
Nauti-Control bietet zwei Modelle an, die jeweils auf einen bestimmten Netzwerktyp ausgelegt sind. Der „ST Wireless Controller" für rund 184 Euro ist laut Hersteller für klassische Raymarine- und Autohelm-Autopiloten mit SeaTalk-1-Bus ausgelegt. Kompatibel sollen ebenfalls die Baureihen ST1000+ bis ST8000+, die SmartPilot-S-Reihe und die SPX-Modelle sein. Angeschlossen wird er direkt am SeaTalk-Bus über drei Kabeladern.
Der „N2K Wireless Controller" ist ab rund 173 Euro erhältlich. Das Gerät ist nach Herstellerangaben für die Datennetzwerke SeaTalk NG, NMEA 2000 und SimNet konzipiert. Kompatibel seien auch die Autopiloten Raymarine EV-100 bis EV-400, Simrad NAC-1 bis NAC-3, B&G Triton sowie Lowrance Drive Pilot. Der Anschluss erfolgt über einen Standard-M12-5-Pin-Stecker. Auch SimNet-Netzwerke lassen sich laut Nauti-Control über einen entsprechenden Adapter verbinden.
Beide Varianten senden laut Hersteller Kompasskurs, Fahrt durchs Wasser, Tiefe und Winddaten per Wi-Fi und Bluetooth direkt ans Endgerät. Die „N2K“-Version überträgt darüber hinaus AIS-Informationen umliegender Fahrzeuge und gibt diese an Navigationssoftware wie Navionics, OpenCPN oder qtVlm weiter. Für die „ST“-Version sei nach aktuellem kein AIS-Streaming vorgesehen.
Nauti-Control weist ausdrücklich darauf hin, dass beide Gateways nur ergänzende Steuersysteme sind und keine Navigationsinstrumente. Der Skipper bleibt jederzeit für die sichere Führung des Schiffes verantwortlich.
Nauti-Control stellt zwei kostenlose Apps bereit: Nauti-Control Mobile und Nauti-Control Wear. Die mobile Version läuft auf iOS- und Android-Geräten. Sie steuert den Autopilot-Status und spiegelt die erfassten Instrumentenwerte. Individuelle Gerätekonfiguration und Firmware-Updates sollen ebenfalls über die App möglich sein.
Nauti-Control Wear ist eine auf Smartwatches spezialisierte App. Laut Hersteller werden Apple Watch, Wear-OS-Geräte und seit Version 3.0 auch Garmin-Smartwatches unterstützt. Heading, Tiefe, Speed und Winddaten sollen direkt auf der Uhr erscheinen. Auch der Autopilot lässt sich laut Hersteller über die verbundene Uhr steuern.
Jedes Gateway wird mit einer 6-Tasten-Fernbedienung geliefert. Wer mehr Flexibilität an Bord will, kann zusätzliche Remotes dazubestellen: mit vier Tasten für 29 Euro, mit acht Tasten für 35 Euro oder eine wasserdichte Variante mit sechs Tasten für rund 41 Euro. Wer eine Fernbedienung immer am Mann haben will und keine Smartwatch besitzt, kann sich für 64 Euro auch eine kleine Autopilot-Uhr kaufen, die auf das Wesentliche reduziert ist.
Zum Vergleich: Das Raymarine-RCU-1-Paket aus Gateway und Remote kostet aktuell 650 Euro. Die Lösung von Nauti-Control startet je nach Variante bei rund 173 Euro und kommt inklusive Fernbedienung und kostenloser App. Weitere Informationen und die aktuelle Preisliste gibt es auf der Herstellerwebsite.

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