DAME Award 2026Diese Deckhardware ist nominiert

Michael Rinck

 · 26.10.2026

Anchor Swivel Wichard
Die Nominierten für den DAME-Award 2026 im Bereich Decksbeschläge
Elektrisch fieren, das Vorliek von unten spannen oder Anker ohne Schweißnähte bauen: Die DAME-Nominierungen lenken den Blick auf unterschiedliche Lösungen für Deck und Rigg. Nicht alle Produkte sind neu. Einige haben wir bereits vorgestellt, jetzt stehen sie auf der Auswahlliste für den Designpreis der METS.

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16 Produkte umfasst die Kategorie Deck Equipment auf der Nominierungsliste für den DAME Award 2026. Die Bandbreite reicht vom Beschlag bis zur Ausrüstung großer Motoryachten. Drei für Segler interessante Kandidaten sind bereits aus früheren Vorstellungen bekannt: Seldéns E40rev, der Ankerplex Drop und Spinlocks Rig-Sense Pro.

Seldén: elektrisch holen und fieren

Unter dem Namen Reversible Electric Winches tritt Seldén mit elektrisch reversierenden Winschen an. Das Prinzip haben wir am Beispiel der Seldén E40rev mit elektrischem Rückwärtsgang bereits im Februar vorgestellt: Die Leine lässt sich nicht nur dichtholen, sondern auch motorisch ausgeben. Sie bleibt dabei im Self-Tailer.

Die E40rev bietet zwei Gänge in beiden Drehrichtungen. Bei Stromausfall lässt sie sich mit einer üblichen Winschkurbel bedienen. Für einen nachträglichen Einbau ist der Platzbedarf wichtig: Anders als bei Seldéns E40i sitzt der Motor unter Deck, nicht in der Trommel. Die jetzt erfolgte Nominierung ist also keine erstmalige Produktankündigung.

Facnor und Antal: Vorsegel und Endlosleinen bedienen

Facnor verzichtet bei der Rollanlage Tackfurl auf einen herkömmlichen oberen Fallwirbel. Stattdessen übernimmt eine integrierte Verriegelung die Fixierung des hochgezogenen Segels. Die Vorliekspannung wird anschließend am unteren Ende eingestellt. Dazu lässt sich die kompakte Trommel über eine Cunningham-Leine verschieben. Facnor nennt außerdem eine mögliche Verlängerung dieser Bedienleine bis ins Cockpit.

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Antals LDA700 Openable Line Driver bedient geschlossene Leinenkreisläufe, etwa an Traveller, Schwert oder Rollanlage.

Ronstan und Furl-Fix: Blöcke für unterschiedliche Aufgaben

Ronstans Series 55 Ratchet Orbit Block ist ein kugelgelagerter Ratschenblock mit 55-Millimeter-Kompressionsscheibe.

Einen anderen Ansatz verfolgt der Relingsstützenblock Furl-Fix von Ultraglozz. Er führt die Rollreffleine außen an den Relingsstützen entlang. Der Hersteller bietet eine Variante aus glasfaserverstärktem Nylon sowie eine Edelstahlversion an. Beide nehmen Leinen bis zwölf Millimeter Durchmesser auf. Die Nylonversion passt auf Stützen mit 25 Millimetern Durchmesser, die Edelstahlversion auch auf solche mit 32 Millimetern.

Zum Montieren muss der Block über die Stütze geschoben werden. Dafür wird entweder die Stütze am Fuß gelöst oder der Relingsdurchzug ausgehängt. Ein seitliches Aufklipsen ist nicht vorgesehen.

Spinlock: Riggspannung messen und dokumentieren

Der Rig-Sense Pro von Spinlock wurde bereits im Dezember 2025 vorgestellt. Das digitale Messgerät richtet sich vor allem an Rigger, Mastbauer und Werften. Es erfasst die Spannung von Draht- und Rodwanten. Für Draht nennt Spinlock einen Durchmesserbereich von fünf bis 20 Millimetern.

Die Messwerte lassen sich in einer App dokumentieren. Damit können einmal ermittelte Einstellungen später verglichen und bei Wartungsarbeiten nachvollzogen werden. Das Gerät bleibt nach dem Ansetzen an der Want, sodass beide Hände zum Einstellen des Wantenspanners frei sind.

Ebenfalls nominiert ist der X Batten Car von Rigging Projects, ein Lattenrutscher.

Ankerplex, Mantus und Wichard: Ausrüstung fürs Vorschiff

Der Ankerplex Drop aus mechanisch verzahnten Edelstahlplatten ist seit unserer Vorstellung im Mai ebenfalls bekannt. Seine drei flachen Bauteile kommen ohne Schweißnähte, Schrauben und Biegungen zusammen. Der Hersteller verwendet elektropolierten Edelstahl AISI 304. Die Form soll sich für die Bugbeschläge vieler Yachten eignen. Aussagen zu Haltekraft und Eingrabeverhalten bleiben Herstellerangaben, nicht Ergebnis eines hier durchgeführten Vergleichstests.

Beim Mantus M2 Performance Anchor stehen Änderungen gegenüber dem bisherigen M2 im Vordergrund. Zusätzliche Flächen am hinteren Teil sollen das Eindringen in weichen Schlick unterstützen. Ein veränderter Schaft beeinflusst die Schwerpunktlage; außerdem wurde die Montage überarbeitet. Nominiert ist die Performance-Ausführung, nicht pauschal jeder M2.

Wichards Anchor Swivel ergänzt die Auswahl mit einem Ankerwirbel als Verbindung zwischen Anker und Kette.

Fender, Badeleiter und Sonnenschutz

Easyseas aufblasbarer Ballast fender soll dank Wasserballast am unteren Ende senkrecht hängen bleiben.

Aguacarbons FlyUp ist eine modulare Carbon-Badeleiter mit hohler Struktur, breiten rutschhemmenden Stufen und Handgriffen.

Ebenfalls von Easysea stammt Fold, ein selbsttragendes Bimini mit automatischer Öffnungs- und Schließfunktion.

Die SoLite-Schiebedächer von Webasto zeigen, wie weit die Kategorie über klassische Segelbeschläge hinausreicht. Die standardisierten elektrischen Dachsysteme werden als Single- und Duo-Ausführungen angeboten. Ihr Glas soll den Wärmeeintrag reduzieren. Je nach Konfiguration sind unter anderem Solarmodule, Verdunkelung, Insektenschutz und Beleuchtung vorgesehen.

Antriebe und Reling für große Yachten

Harkens Electric Rotary Actuator, eingereicht von On Deck, bewegt ausfahrbare Bauteile großer Yachten elektrisch statt hydraulisch.

Multiplex richtet sich mit der Carbonreling Multistan ebenfalls an das Superyachtsegment. Das System kombiniert Carbonstützen mit textilen Zwischenverbindungen. Der Hersteller stellt geringes Gewicht und einfache Handhabung in den Vordergrund.

Die Nominierungen würdigen die eingereichten Konstruktionen. Sie sind weder eine Siegerehrung noch ein unabhängiger Nachweis der beworbenen Leistungsdaten.

Welche dieser Lösungen würde die Bedienung oder Ausrüstung an Bord Ihrer Yacht verbessern?

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Michael Rinck

Michael Rinck

Redakteur Test & Technik

Michael Rinck war das Kind, das nach der Schule direkt aufs Wasser wollte – Segeltraining, Regatten, Hauptsache nass. Diese Vorliebe machte er zum Beruf: Erst als Segellehrer auf der Alster (während des Studiums), dann ab 2014 in der YACHT-Redaktion. Dort hat er im Bereich Test & Technik seine Berufung gefunden: Segelboote und Sicherheitsequipment testen. Was besonders bei Rettungswesten und MOB-Systemen bedeutet, dass er mehr Arbeitsstunden im Wasser treibend verbringt als die meisten Menschen im Büro sitzend. Höhepunkt: eine ganze Nacht in der Rettungsinsel auf der Ostsee. Seine Familie hat inzwischen durchgesetzt, dass Urlaubstörns auf der eigenen Fahrtenyacht deutlich trockener ablaufen.

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