Helly Hansen Pier 4.0Einfach und gut für Küstenreviere

Michael Rinck

 · 14.05.2026

Das Pier 4.0 von Helly Hansen ist mit 500 Euro das günstigste Ölzeug im Test.
​Das Helly Hansen Pier 4.0 ist ein einfach gehaltenes Coastal-Ölzeug. Jacket und Bib kosten 280 Euro (Jacke) und 220 Euro (Hose) – deutlich günstiger als die Offshore-Modelle. Damit ist es das günstigste Ölzeug im Test.

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Die Ausstattung des Helly Hansen Pier 4.0 ist entsprechend reduziert: einfaches Netzinnenfutter statt Laminat-Membran, dünne Wärmetaschen, Gummizug-Verstellung an der Taille. Die Kapuze dreht erstaunlich gut mit, allerdings war die Verstellung etwas hakelig – eine kleine Öse riss beim Test ab. Das Ölzeug erfüllt aber seine Funktion.

Das Pier 4.0 hat kein Laminat mit separater Membran, sondern eine aufgebrachte Beschichtung auf der Innenseite. Das Innenfutter ist ein einfaches Netz. Diese Konstruktion ist günstiger in der Herstellung, aber weniger langlebig und weniger atmungsaktiv als hochwertige Membrane. Für gelegentliche Einsätze reicht es aber. Besonders für sportliche Einsätze mit hoher Intensität bieten hochwertige Membranen aber Vorteile bei der Atmungsaktivität.

Die Jacke bietet einen Reißverschluss mit Sturmklappe, der Kragen ist nicht besonders hoch. Wärmetaschen sind vorhanden, aber nur dünn gefüttert. Zusätzlich gibt es eine Tasche mit Klett auf den Beinen der Hose.

An der Taille der Salopette gibt es eine Gummizug-Verstellung – man stellt nichts manuell ein, das Gummi passt sich an. Das funktioniert, ist aber weniger präzise als Gurtband-Verstellungen. Die Träger können mit Klett eingestellt werden.

Kapuze dreht gut mit

Überraschend: Die Kapuze dreht erstaunlich gut mit. Die Verstellung war allerdings etwas hakelig. Beim Test riss eine kleine Öse ab, was das Ölzeug aber nicht unbrauchbar machte. Das Problem: Die Verstellung war ohne Hingucken nicht intuitiv zu bedienen. Man muss an einem Gummiband ziehen, das in einen Beschlag geklemmt wird. Das funktioniert, ist aber umständlich.

Einfach, aber funktional

Das Pier 4.0 ist ein einfaches Ölzeug ohne Schnickschnack. Es hat keine doppelten Armbündchen, keine massiven Verstärkungen, keine flauschigen Wärmetaschen. Aber es hält trocken und erfüllt seine Funktion.

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Der Preis von 500 Euro für das Komplettset ist fair. Wer nur ab und zu Regen abwettern muss, braucht kein 1.600-Euro-Offshore-Ölzeug. Das Pier 4.0 reicht für solche Einsätze völlig aus.

Technische Daten:

Preis:

  • Jacke: 280 Euro
  • Bib: 220 Euro
  • Gesamt: 500 Euro (günstigstes Komplettset im Test)

Gewicht:

  • Jacke: 946 g
  • Hose: 864 g

Material:

  • Helly Tech Performance
  • Aufgedampfte Beschichtung
  • Einfaches Netzinnenfutter
  • Wasserdicht und atmungsaktiv

Einsatzbereich:

  • Coastal
  • Küstensegeln
  • Gelegentliche Einsätze
  • Wochenendtörns

Farben:

  • Rot, Schwarz, Grau
  • Weiß, Schwarz (Hose)
  • Rosa-Variante für weiblichen Schnitt

Größen:

  • Herren/Damen: S – 2XL
  • Separater weiblicher Schnitt verfügbar

Jacken-Features:

  • Reißverschluss mit Sturmklappe
  • Kragen nicht besonders hoch
  • Wärmetaschen (nur dünn gefüttert)
  • Reflektoren vorhanden
  • Keine doppelten Armbündchen
  • Einfache Ausstattung

Bib-Features:

  • Wärmetaschen auf der Brust (dünn gefüttert)
  • Eine Tasche mit Klett auf den Beinen
  • Gummizug-Verstellung an der Taille (keine manuelle Einstellung)
  • Träger mit Klett verstellbar
  • Verstärkungen an Knien (keine Polster)
  • Verstärkung am Gesäß

Kapuze:

  • Zweifach verstellbar
  • Dreht erstaunlich gut mit
  • Verstellung etwas hakelig
  • Beim Test riss eine kleine Öse ab (nicht kritisch, aber zeigt Schwachstelle)
  • Verstellung ohne Hingucken nicht intuitiv
  • Gummiband muss in Beschlag geklemmt werden

Armbündchen:

  • Einfache Bündchen (keine doppelte Ausführung)
  • Keine PU-Beschichtung
  • Reduzierte Abdichtung

Besonderheiten:

  • Günstigstes Komplettset im Test (500 Euro)
  • Beschichtung statt Membran (spart Kosten)
  • Für Gelegenheitssegler völlig ausreichend
  • Reduzierte Ausstattung, aber funktional
  • Keine massiven Verstärkungen wie bei Offshore-Modellen

Michael Rinck

Michael Rinck

Redakteur Test & Technik

Michael Rinck war das Kind, das nach der Schule direkt aufs Wasser wollte – Segeltraining, Regatten, Hauptsache nass. Diese Vorliebe machte er zum Beruf: Erst als Segellehrer auf der Alster (während des Studiums), dann ab 2014 in der YACHT-Redaktion. Dort hat er im Bereich Test & Technik seine Berufung gefunden: Segelboote und Sicherheitsequipment testen. Was besonders bei Rettungswesten und MOB-Systemen bedeutet, dass er mehr Arbeitsstunden im Wasser treibend verbringt als die meisten Menschen im Büro sitzend. Höhepunkt: eine ganze Nacht in der Rettungsinsel auf der Ostsee. Seine Familie hat inzwischen durchgesetzt, dass Urlaubstörns auf der eigenen Fahrtenyacht deutlich trockener ablaufen.

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