Ausrüstungs-SpezialÖlzeug-Spezial Teil I: 21 Modelle im Test

Hauke Schmidt

, Felix Keßler

, Michael Rinck

 · 03.04.2018

Ausrüstungs-Spezial: Ölzeug-Spezial Teil I: 21 Modelle im TestFoto: YACHT/K. Andrews

Der Saisonbeginn ist für die Segler-Garderobe die Stunde der Wahrheit: Muss neues Ölzeug her oder lässt sich das alte noch flicken? Alle Antworten im Spezial

In Nordeuropa müssen Segler auch im Sommer mit Regen rechnen. Das weiß spätestens, wer Mitte August nach einem Gewittersturm auf der Ostsee zwischen zwei Schauern frierend im Cockpit sitzt. Andererseits: Es gibt bekanntlich kein schlechtes Wetter, nur unpassende Kleidung. Zu einem Satz Ölzeug gibt es für Segler daher keine Alternative. Der vorhandene sollte vor Saisonbeginn überprüft werden, damit es auch bei Schlechtwetter-Törns keine Überraschungen gibt. Wer die Investition scheut (manch neues Oberteil kostet über 300 Euro), kann beruhigt sein: Gebrauchtes Ölzeug lässt sich pflegen, abgewetzte Stellen lassen sich reparieren. Wenn die Garderobe vollkommen ramponiert ist, sollte sie jedoch durch neuere und bessere Stücke ersetzt werden.

Dieses dreiteilige YACHT-Spezial zum Thema Ölzeug liefert Antworten zu jeder der drei Möglichkeiten. Im Abstand von jeweils zwei Tagen erscheinen die weiteren Teile mit folgenden Themen

Teil 2: Ölzeug reparieren: Flicken, aber womit? -- Segeltape als Alternative? -- Reißverschlüsse reparieren

Teil 3: Pflege-Anleitung: Ölzeug in die Waschmaschine? -- Selber nachwachsen? -- GoreTex imTrockner?

Ölzeug: 21 Modelle für Frauen und Männer im Test

Ob andauernder Nieselregen oder die kurze, aber intensive Dusche beim Durchzug einer Front die Geduld auf die Probe stellt, das Ölzeug soll seinen Träger trocken und warm halten und dabei am besten auch noch bequem sein. Selbst wenn das Wetter gut ist, kann es auf längeren Törns bei der Nachtwache empfindlich kühl werden. Und die Bewegungsfreiheit sollte in der Funktionsbekleidung ebenfalls nicht eingeschränkt sein. Wir haben neun Damen- und zwölf Herrenölzeuge für Küstentörns unter die Lupe genommen. Dabei wurde nur Schlecht­wetterkleidung für Frauen getestet, die explizit für die weibliche Anatomie vom Hersteller optimiert wurde. Unisex-Modelle sind als Herrenölzeug ausprobiert worden. Hier fällt die Passform meist sehr unterschiedlich aus, am Anprobieren führt kaum ein Weg vorbei.

Dabei sollten Sie auf folgende Hotspots achten (Klicken zum Vergrößern):

Taschen: Es gibt gefütterte Wärmetaschen und Taschen zur Aufbewahrung. Ein Ablauf ist wichtig, auch dichte Taschen stehen mal auf
Foto: YACHT/K. Andrews

Wie wir getestet haben:

Foto: YACHT/N. Günter

Alle Kleidungsstücke wurden besonders auf ihre Dichtigkeit hin untersucht. Dabei war ein Duschgang von sieben Minuten der simulierte Regenschauer. Es wurden immer die gleichen Bewegungsabläufe wiederholt. Die Dichtigkeit ging mit 40 Prozent in die Wertung ein (jeweils 10 Prozent für Kapuze, Kragen, Bündchen, Nähte). Das Gewicht vor und nach der Dusche zeigte, wie viel Wasser die Kleidungsstücke aufnahmen. Die Wassermenge ist entscheidend, denn die Klamotte soll nach dem Törn auch schnell wieder trocknen und nicht viel Feuchtigkeit mit ins Schiff bringen. Dies floss mit 20 Prozent in die Wertung ein (jeweils 10 für Jacke und Hose). Der Tragekomfort ergab sich aus der Passform allgemein und von Bündchen, Kragen, Kapuze und Bewegungsfreiheit. Dieser Bereich wurde mit einem Anteil von 30 Prozent bewertet. Der Preis ging mit einem Anteil von zehn Prozent in die Wertung ein.

Das Fazit: Das Ölzeug von Gill und HellyHansen machte im Test einen sehr guten Eindruck, gehört aber auch zum teuersten, was der Markt zu bieten hat. Für die Modelle OS 2 (Gill) und Skagen (Helly Hansen, mittlerweile ersetzt durch Modell Skagen 2, d. Red.) werden mit zugehöriger Hose deutlich mehr als 500 Euro fällig. Beim Hersteller Decathlon bekommt man dagegen schon für unter 200 Euro ein solides Set aus Hose und Jacke.

  Teuer, aber gut. Das Modell OS2 (hier in der Damenversion) machte einen guten Eindruck, ist aber auch recht teuer.Foto: YACHT/K. Andrews
Teuer, aber gut. Das Modell OS2 (hier in der Damenversion) machte einen guten Eindruck, ist aber auch recht teuer.

Die ausführlichen Testergebnisse aller Modelle mit detaillierter Bewertung gibt es hier zum Download (für Abonnenten kostenlos).

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