125. Kieler WocheZum Geburtstag zwei Tagessiege und das Gelbe Trikot

Tatjana Pokorny

 · 25.06.2019

125. Kieler Woche: Zum Geburtstag zwei Tagessiege und das Gelbe TrikotFoto: German Sailing Team / Felix Diemer
Kohlhoff / Stuhlemmer
Auf Foils haben Paul Kohlhoff und Alica Stuhlemmer die Kieler Woche fast perfekt eröffnet – für den Steuermann das schönste Geschenk zum 24. Geburtstag

So einen Auftakt hätten sich andere auch gewünscht: Paul Kohlhoff und Alica Stuhlemmer führen das Feld der olympischen Nacra-17-Katamarane zum Auftakt der 125. Kieler Woche mit beinahe weißer Weste an. Die Kieler eröffneten die zweite olympische Halbzeit der weltgrößten Regattaserie mit zwei Tagessiegen und einem vierten Rang, liegen auf ihrem foilenden Katamaran mit der Segelnummer GER 77 mit einem Punkt Vorsprung vor den italienischen Weltcup-Finalsiegern Vittorio Bissaro und Maelle Frascari nach den ersten drei Wettfahrten in Führung. "Das war ein riesiger Spaß heute da draußen", freute sich Kohlhoff an seinem 24. Geburtstag im Heimatrevier bei Kieler Kaiserwetter, "ein besseres Geschenk hätte ich mir nicht wünschen können. Und morgen geht es in Gelb weiter."

  Nach den ersten drei Rennen 15.: Tim Fischer und Fabian Graf im 49erFoto: Sascha Klahn / Kieler Woche Nach den ersten drei Rennen 15.: Tim Fischer und Fabian Graf im 49er

Deutschlands beste Skiffsegler dagegen haben die zweite Kieler-Woche-Halbzeit mit einem eher schwachen Start eingeläutet. Während die Australier Will und Sam Phillips die herausragend besetzte Flotte der 79 49er-Jollen aus 29 Ländern anführen und die neuseeländischen Top-Favoriten Peter Burling und Blair Tuke nur zwei Punkte dahinter auf Platz vier lauern, konnte sich zum Auftakt in der deutschen Parade-Disziplin keine GER-Crew in den Top Ten platzieren.

  Wahrten am ersten Tag der olympischen Halbzeit der Kieler Woche den Überblick und brachten sich als Gesamt-Vierte nach drei Rennen in eine gute Position: die 49er-Olympiasieger und America's-Cup-Gewinner Peter Burling und Blair TukeFoto: Sascha Klahn / Kieler Woche Wahrten am ersten Tag der olympischen Halbzeit der Kieler Woche den Überblick und brachten sich als Gesamt-Vierte nach drei Rennen in eine gute Position: die 49er-Olympiasieger und America's-Cup-Gewinner Peter Burling und Blair Tuke

Jakob Meggendorfer und Andreas Spranger (Bayerischer Yacht-Club) liegen als beste Deutsche nach drei Rennen auf Platz 14. Die WM-Dritten Tim Fischer (Norddeutscher Regatta Verein) und Fabian Graf (Verein Seglerhaus am Wannsee) reihten sich dahinter zunächst als 15. ein. Die Weltranglisten-Fünften Justus Schmidt/Max Boehme (Kiel) sind 17. "Das waren heute fantastische Segelbedingungen da draußen", sagte Schmidt zu Sonnenschein satt und bis zu 20 Knoten Wind, "aber der Spaß daran hat offensichtlich nicht gereicht. Wir haben uns heute ein bisschen schwer getan und unsere Fehler mit den Rängen 9 und 10 in den ersten beiden Wettfahrten bezahlt. Damit sind wir natürlich nicht zufrieden, wollen es morgen besser machen."

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  Justus Schmidt und Max Boehme im 49erFoto: Lars Wehrmann/German Sailing Team Justus Schmidt und Max Boehme im 49er

Zumindest in der Spitze fast so gut besetzt wie die 49er-Flotte mit den Olympiasiegern Burling und Tuke, den Weltmeistern Sime und Mihovil Fantela (Kroatien) sowie den Weltranglisten-Ersten James Peters/Fynn Sterritt (Großbritannien) ist der olympische Teil ausgerechnet bei der 125. Jubiläumsauflage der Kieler Woche nur in zwei weiteren Disziplinen: 49erFX und Nacra 17. Als beste deutsche 49erFX-Crew lagen Vicky Jurczok/Anika Lorenz (Berlin) zunächst auf Platz sieben, Tina Lutz und Susann Beucke (Chiemsee Yacht Club/Hannoverscher Yacht-Club) auf Platz zehn.

Aufgrund von Kollisionen mit anderen Großveranstaltungen wie der Laser-WM in Japan fehlt in anderen Olympiaklassen teilweise die komplette Weltelite. "Der zweite Teil ist mit etwas ausgedünnten Klassen gestartet", räumte Dirk Ramhorst ein. Der Kieler-Woche-Organisationsleiter hofft darauf, "dass wir in zwei Jahren einen übergeordneten Kalender vom Weltseglerverband World Sailing bekommen, der sicherstellt, dass die Kieler Woche nicht von anderen Serien kannibalisiert wird". Mit nur knapp 500 Aktiven und 325 Booten aus 48 Nationen schwächelt die weltgrößte Regattawoche in ihrer olympischen Herzschlagkammer ohne Eigenverschulden.

Hier geht es zu den Ergebnissen.

  Auch der Finn-Flotte fehlen vor Kiel viele Stars, doch einige Spitzensegler gibt es zu schlagen. Max Kohlhoff liegt nach den ersten beiden Rennen hinter Ondrej Tepley und vor dem Australier Jake Lilley auf Platz 2, Phillip Kasüske ist VierterFoto: Kieler Woche / www.segel-bilder.de Auch der Finn-Flotte fehlen vor Kiel viele Stars, doch einige Spitzensegler gibt es zu schlagen. Max Kohlhoff liegt nach den ersten beiden Rennen hinter Ondrej Tepley und vor dem Australier Jake Lilley auf Platz 2, Phillip Kasüske ist Vierter
Tatjana Pokorny

Tatjana Pokorny

Freie Reporterin Sport

Tatjana „tati“ Pokorny ist Autorin von neun Büchern. Sie arbeitet als Reporterin für die YACHT, berichtete unter anderem von neun Olympischen Spielen, als Korrespondentin für die Deutsche Presse-Agentur (DPA), das Hamburger Abendblatt sowie weitere nationale und internationale Medien. Kernthemen sind der America's Cup, das Ocean Race, die Vendée Globe, SailGP und weitere nationale und internationale Regatten und ihre Protagonisten. Lieblingsdisziplin: Portraits von und Interviews mit Segelsportpersönlichkeiten.

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