SveziaLungo la costa soleggiata - Häradskär e il suo faro storico

Christian Tiedt

 · 06.05.2026

Der südliche Teil von Häradskär mit dem Hafen und dem Leuchtturm.
Foto: Christian Tiedt
​Sonnenküste: So nennt sich der Südosten Schwedens. Ein wunderschönes Revier - auch wenn der Himmel mal nicht wolkenlos ist. Teil 2/4: Häradskär.

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Wir wollen nach Häradskär, einer kleinen Insel mit historischem Leuchtturm. Aber ob es klappt? Die Liegeplätze dort sind knapp. Andererseits ist bei diesem Wetter und so früh in der Saison scheinbar noch wenig los, sodass wir erwarten, allein zu sein. Am Morgen hatte der Skipper behauptet, es werde schon gegen 15 Uhr aufklaren. Ist er Hellseher?

Häradskär kommt in Sicht

Vielleicht hat es wieder einmal mit der Wetterscheide entlang der Küste zu tun, aber als Häradskär am Nachmittag in Sicht kommt, tanzt tatsächlich Sonne auf dem Wasser. Die Wolken zerfasern immer mehr. Im Fernglas erkennen wir drei Masten im Hafen, also werden wir zumindest nicht allein sein.


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​Ganz langsam geht es auf die unbetonnte Hafeneinfahrt zu, immer schön nach Plotter. Rechts der rote Leuchtturm mit Gittermast, dazu ein doppelt so hoher Funkmast, links auf einer Kuppe ein Gebäude mit großen Fenstern im Obergeschoss: der alte Lotsensitz.

Ein Platz ist noch frei für uns

Am Hafen eine Reihe roter Häuser. Die Mole: Holz und Stein, das Becken dahinter winzig. Ein etwas mürrischer Mann hält uns vom nördlichen Anleger fern: „It’s private.“ Aber im südlichen Teil ist noch Platz zwischen einer Segelyacht aus Finnland und einem schwedischen Motorsegler mit freundlichem älteren Paar an Bord.

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Mit dem Dingi bringen wir die Heckleine zur Pier gegenüber aus. Dort hat eine Familie aus Stockholm ihre Arcona perfekt in den Winkel manövriert. Ein Labrador im Cockpit schaut neugierig zu, legt den Kopf aber erneut auf die Vorderpfoten, als die beiden Diesel der „RS2“ verstummen und wieder Ruhe einkehrt.

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Befestigte Wege gibt es nicht

Bilderbuchschweden. Befestigte Wege gibt es nicht , nur Trampelpfade, die sich durch die steinerne Natur winden und mit Farbmarkierungen versehen sind. Sie gehören zum Östgötaleden und sind der vielleicht abgelegenste Teil dieses Netzwerkes von Wanderwegen im östlichen Teil Südschwedens. Zum Leuchtturm!

Vom Hafen, wo die Sonne in den Weingläsern funkelt und vom Steg gebadet wird, kommt man Richtung Süden in eine Senke mit lichtem Wald aus niedrigen Kiefern. Überall blüht und summt es. Ziegen mit langem Fell schauen auf, lassen sich beim Grasen aber weiter nicht stören. Eine kleine Brücke überquert den nur einige Meter breiten Sund zur benachbarten Schäre.

Voraus taucht der Leuchtturm auf​

Schon taucht das rote Laternenhaus des Leuchtturms über den Bäumen auf. Der Weg windet sich hinauf auf den kahlen Felsen, links die ehemaligen Unterkünfte seiner Wärter, heute Ferienwohnungen. Früher führte man hier ein Leben voller Entbehrung, jetzt kommt man, weil man entbehren will – zumindest für kurze Zeit. Ein bisschen reif für die Insel sind wir alle.

Voraus endet der Östgötaleden auf dem warmen Granit vor dem Turm, strahlend rot vor blauem Himmel. Der Wind streicht leise durch seine stützende Gitterkonstruktion, über dem Eingang in den genieteten zentralen Turmschaft steht das Datum der Erbauung: 1863. Heute wie damals ein kleines technisches Kunstwerk, perfekte achtseitige Symmetrie.

So filigran wie wetterfest

Was von Weitem filigran wirkt, ist mehr als wetterfest, wenn man darunter steht. Und zeitlos. Fast ein Jahrhundert lang sorgten Menschen dafür, dass Häradskärs Fyr sein Licht über die Ostsee schickte, polierten die Spiegel der mannshohen Fresnel- Linse dritter Ordnung. 1960 wurde das Feuer automatisiert. Ein besonderer Ort am Ende eines kurzen Spaziergangs. Im Schärengarten ist man immer schnell weit weg.

Heiß und windstill ist es am Morgen, was für ein Wandel zu den v ergangenen trüben Tagen. Unter Wasser ist im Hafen jedes Detail zu erkennen, das Seegras wiegt sanft hin und her. Das Paar nebenan gibt uns einen Tipp für den Tag. Unser Ziel ist zwar Arkösund auf dem Festland, wo wir uns verproviantieren wollen, aber wir sollen unbedingt mindestens einen Zwischenstopp auf Harstena einlegen.

Revierinfos: Östergötland

​Der Cruising Club der Schweiz (CCS)

Auf diesem Törn waren wir mit dem Cruising Club der Schweiz (CCS) unterwegs. Der in Bern ansässige Zentralclub gehört mit rund 6.500 Mitgliedern zu den größten Wassersportvereinen der Schweiz und nimmt bei der Hochseeausbildung eine Führungsposition in der Sportschifffahrt des Landes ein.

Das Revier

Das auf diesem zweiwöchigen Törn bereiste Revier umfasst den Abschnitt der schwedischen Südostküste zwischen Kalmar und Stockholm (in diesem ersten Teil der Reportage bis Hävringe bei Landsort). Von Süden nach Norden berührt er die Provinzen Kalmar, Östergötland und Södermanland.

Während sich im Kalmarsund vergleichsweise wenige Inseln befinden, nimmt die Anzahl der Schären nach Norden hin zu. Zum Schärengarten von Östergötland gehört der Sankt-Anna-Schärengarten, der vor dem östlichen Zugang zum Götakanal liegt. Die direkte Distanz zwischen Kalmar und Hävringe beträgt 220 Kilometer oder 120 Seemeilen.

Die Navigation

Küste und Schären sind eiszeitlich geformt und durch flache Felsenlandschaft geprägt. Durchgehende Fahrwasser sind auf der Seekarte ausgewiesen und je nach Bedeutung betonnt und befeuert. Abseits dieser Fahrwasser, etwa bei der Absteuerung von Buchten oder Naturhäfen, muss sorgfältig navigiert werden. Gute Vorbereitung bei der Streckenplanung ist unerlässlich.

Häfen und Ankerplätze

Davon abgesehen bietet das Revier eine Vielzahl von Gasthäfen, Marinas und anderen Liegemöglichkeiten. Da es besonders im Sommer zur Ferienzeit dennoch sehr voll werden kann, sollten für die Übernachtungen Alternativen vorbereitet werden. Stadthäfen am Festland verfügen in der Regel über ein umfangreiches Serviceangebot mit guten Versorgungsmöglichkeiten.

Literatur und Seekarten

  • Delius Klasing Sportbootkartensätze 11 „Ostküste Schweden 1“ (Format A2, ISBN 978-3-667-13023-5, 129,90 Euro) und 12 „Ostküste Schweden 2“ (Format A2, ISBN 978-3- 667-13190-4, 139,90 Euro). delius-klasing.de
  • Hafenführer „Hamnguiden 7. Landsort – Skanör, Öland, Gotland, Bornholm“, ISBN 978-82-7997-243-3, 75 Euro. lmf.no

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Christian Tiedt

Editor Travel

Christian Tiedt was born in Hamburg in 1975, but grew up in the northern suburbs of the city - except for numerous visits to the harbor, North Sea and Baltic Sea, but without direct access to water sports for a long time. His first adventures then took place on dry land: With the classics from Chichester, Slocum and Co. After completing his vocational training, his studies finally gave him the opportunity (in terms of time) to get active on the water - and to obtain the relevant licenses. First with cruising and then, when he joined BOOTE in 2004, with motorboats of all kinds. In the meantime, Christian has been able to get to know almost all of Europe (and some more distant destinations) on his own keel and prefers to share his adventures and experiences as head of the travel department for YACHT and BOOTE in cruise reports.

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