DampNeue Pläne für den Yachthafen

Jill Grigoleit

 · 05.05.2026

Der Rückbau im Yachthafen Damp hat begonnen. Eine nachhaltige Sanierung soll nach aktuellen Planungen 31 Millionen Euro kosten.
Foto: Jill Grigoleit, Visualisierungen: Waterkant Ingenieure
Die Kosten für die Sanierung des Yachthafen Damp steigen. Nachdem im Frühjahr die Rückbau-Arbeiten an den zerstörten Steganlagen begonnen haben, wurden nun die veränderten Planungen für den Wiederaufbau des Yachthafens und der Molen bekannt gegeben. Die Gemeinde hat diese vorläufig genehmigt. Die dafür notwendige Erhöhung der Fördersumme wird noch geprüft.

Argomenti in questo articolo

Mehr als zweieinhalb Jahre nach der verheerenden Ostsee-Sturmflut im Oktober 2023 sind die Schäden im Yachthafen Damp noch immer überall sichtbar. Die Steganlagen im Nordbereich sind vollständig zerstört. Und auch an den Uferbefestigungen haben die Naturgewalten Spuren hinterlassen. Seit der Saison 2025 läuft der Yachthafen im Teilbetrieb mit 110 Liegeplätzen. Eigentlich hätte erst im Herbst 2026 mit der Hafensanierung begonnen werden sollen, doch nun ging es schneller als gedacht: Seit einigen Wochen werden die zerstörten Steganlagen zurück gebaut.

Weshalb der Hafen zurück an die Gemeinde Damp ging

Der Grund für die verzögerte Sanierung lag in der Zuständigkeit für die Finanzierung. Zum Zeitpunkt der Sturmflut war das Ostsee Resort Damp Betreiber des Yachthafens. Ein erstes Gutachten hatte Kosten von rund vier Millionen Euro für die Instandsetzung angesetzt. Doch schnell wurde klar, dass es mit einer reinen Wiederherstellung des Zustandes vor der Sturmflut nicht getan ist. Der Hafen und die Mole sollen für zukünftige Sturmfluten besser gewappnet werden. Erste Schätzungen für eine nachhaltige Sanierung gingen von 17,9 Millionen Euro, spätere von 24 Millionen Euro aus. Um diese Kosten zu stemmen, ging die Betreiberschaft zum Jahreswechsel 2024/2025 an die Kurbetriebe Damp, eine Tochter der Gemeinde Damp, über, denn nur so können Fördermittel in Anspruch genommen werden.

Articoli più letti

1

2

3

Nach einer EU-weiten Ausschreibung standen die Planer für die Sanierung des Hafens und für die der Molen fest: Planungsbüro für die Molen ist das Büro Ramboll Deutschland aus Hamburg. Planungsbüro für den Hafen ist die Bietergemeinschaft Marina Solution Damp, bestehend aus dem Ingenieurbüro Waterkant Ingenieure GmbH, ITT Port GmbH und KMT Planungsgesellschaft mbH.

common.RATING_THUMBS_HEADLINE

Die Mole muss komplett ersetzt werden

Doch nun steigen die geschätzten Kosten weiter auf 31 Millionen. Der Grund: Die zukünftige Resilienz des neuen Hafens werde, so die Planer, durch zwei wesentliche Faktoren bestimmt: Eine sturmflutsichere Mole und Schwimmstege im gesamten Hafenbereich, nicht nur im betroffenen Nordbereich. Die bisher in Erwägung gezogene Sanierung der Mole mit einer Konstruktion aus einer Spundwand und einer zur Seeseite liegenden Steinschüttung werde nun nicht weiterverfolgt. Stattdessen sollen neue Molen aus einer vollständigen Steinschüttung hergestellt und in drei Abschnitten errichtet werden, einer Südmole, Nordmole und einer Ostmole. In Teilbereichen sollen sie eine Höhe von bis zu vier Metern haben, im Durchschnitt 3,40 Meter. Die neu kalkulierten Kosten hierfür liegen bei 18,9 Millionen anstatt der bisher geplanten 17,8 Millionen.

Der Yachthafen Damp soll resilienter werden

Die größere Kostensteigerung liegt in den Änderungen der Planungen für den Yachthafen. Die bisherigen Pläne hatten nur den vollständig zerstörten Nordbereich und den Vorhafenbereich betroffen, wo Schwimmsteganlagen errichtet werden sollen. Die südlich gelegenen festen Stege, die von der Zerstörung aufgrund der geschützteren Lage nur wenig betroffen waren, sollten in bisheriger Form weiter genutzt werden. Das für die Sanierung des Hafens zuständige Planungsbüro begründet die nun bekannt gegebenen Änderungen der Pläne und die steigenden Kosten mit der Nachhaltigkeit eines Wiederaufbaus für zukünftige Ereignisse. “Wir haben in den letzten zwei Jahren bei schwächeren Stürmen feststellen müssen, dass die südlichen Stege schnell überspült sind. Dies führt zum einen dazu, dass im Hafen befindliche Boote nicht sicher vertäut werden können und damit erneut die Möglichkeit besteht, dass sie sich losreißen und zu Sekundärschäden führen.”

Nachhaltigkeit im Fokus

Auch die neu errichtete technische Infrastruktur könnte so wieder zerstört werden. Daher sollen auch die südlichen Stege durch Schwimmstege ersetzt werden. Außerdem habe man sich gegen Heckpfähle und für die Errichtung von Fingerstegen entschieden. Auch Hafenmeister Philipp Tröger sieht die Notwendigkeit, komplett auf Schwimmstege umzusteigen: „Wir haben hier ja mittlerweile schon fast Tideverhältnisse. Das hat sich über die letzten Jahre enorm verändert. Darauf müssen wir uns einstellen.“ Aus Gründen der Nachhaltigkeit und um Kosten einzusparen, setzen die Waterkant Ingenieure wo immer es geht auf Recycling. Der neue Tagessteg beispielsweise ist zum Teil aus Materialien aus dem Rückbau entstanden. Ein weiterer Grund für die nach oben korrigierten Kosten sei, dass bei der Untersuchung der Hafenanlage mit Tauchern festgestellt wurde, dass die Schäden durch die Sturmflut erheblich schlimmer sind, als erwartet. Viele Holzkonstruktionen unter Wasser sind marode und müssen ersetzt werden.

Fördersumme muss erhöht werden

Nach Auswertung der Met Ocean Daten (Meteorologie und Ozeanografie) sowie des Seegangs- und Strömungsgutachtens führe die Errichtung von Schwimmstegen im gesamten Hafenbereich mit Fingerstegen zu einer wesentlichen Steigerung der Resilienz des Hafens, so die Planer. Damit steigen die Kosten für die Sanierung des Hafens allerdings von 6,3 Millionen auf 11,8 Millionen Euro. In ihrer Sitzung vom 16. April hat die Gemeindevertretung dieser veränderten Planung und der Gesamtsumme von 31 Millionen Euro vorläufig zugestimmt. Nun muss Bürgermeisterin Barbara Feyock gemeinsam mit der Geschäftsführung der Kurbetriebe Damp Gespräche mit der Förderbehörde führen, um eine Erhöhung der Fördersumme zu prüfen.

Neustart 2028 mit 370 Liegeplätzen

Wenn alles gut geht, soll Ende des Jahres mit dem Aufbau der neuen Steganlagen und der Molen begonnen werden. Die Inbetriebnahme des neuen Hafens mit dann wieder rund 370 Liegeplätzen ist für frühestens Frühling 2028 geplant. Rund 70 der Liegeplätze sollen für Gastlieger zur Verfügung stehen, schätzt Hafenmeister Philipp Tröger. “Das hängt aber noch von der Aufteilung und der genauen Planung ab, die hoffentlich zum Ende des Jahres feststeht. Ich bekomme bereits jetzt schon viele Liegeplatzanfragen. Vor allem die Bootseigner, die nach der Sturmflut in andere Häfen ausweichen mussten, stehen schon in den Startlöchern und wollen gerne zurück kommen. Aber solange ich nicht genau weiß, wie die Stege aufgeteilt werden, kann ich noch keine sicheren Zusagen machen.”

Neuer Strand Dank ausgebaggerter Einfahrt

Währenddessen wurden unabhängig von der Sturmflut rund 20 Tausend Tonnen Sand aus der versandeten Hafeneinfahrt und dem Vorhafen ausgebaggert. Für den Aushub sollte eigentlich Ende Januar ein Spülschiff nach Damp kommen, welches allerdings im Eis fest steckte. Also kam kurzerhand ein Bagger zum Einsatz und die anfallenden Sandberge wurden mit LKWs am vorher noch schmalen Strand verteilt. Noch stehen Warnschilder an den Dünen zur Mole, weil das Betreten der Sandberge wegen der Gefahr des Einsinkens verboten war. Doch der mittlerweile erheblich gewachsene Sandstrand mit Strandkörben und Sandfangzäunen lockt bereits die ersten Touristen an. In den kommenden zwei Jahren müssen diese sich allerdings wohl noch auf Baustellenlärm einstellen.


​​Zur Chronik der Sperrung und Sanierungspläne in Damp:

Jill Grigoleit

Jill Grigoleit

Editore Viaggi

Jill Grigoleit è nata ad Hannover nel 1985. Un ricordo della sua prima infanzia è la grande collezione di riviste YACHT e SURF del padre, appassionato di vela e surf. Ma crescendo in un piccolo villaggio svevo sul Neckar, ha avuto poco a che fare con gli sport acquatici nella sua infanzia, a parte qualche viaggio nel Mar Baltico con la famiglia. Dopo aver studiato giornalismo a Brema e ad Hannover, si è dedicata per qualche anno alla televisione. Grazie ad alcune fortunate coincidenze, nel 2011 è finita in acqua nella vita privata ed è tornata alla parola scritta nella vita professionale. Per oltre dieci anni ha vissuto con la sua famiglia su una casa galleggiante nel loro porto a sud di Amburgo e ha scritto un libro sulla costruzione di case galleggianti e sulla vita con i bambini sull'acqua. Dal 2020, per BOOTE scrive principalmente reportage di viaggio e servizi sulle persone che vivono e lavorano sull'acqua e intorno ad essa. Da gennaio 2024 è membro permanente della redazione sport acquatici di Delius Klasing.

Articoli più letti nella categoria Viaggi