„Graceful“​Bringt Putin seine Yacht in Sicherheit?

Martin Hager

 · 01.07.2026

Am 7. Februar 2022, zwei Wochen vor dem russischen Überfall auf die Ukraine, verließ „Graceful“ unfertig den Hamburger Hafen und steuerte eine Werft in Kaliningrad an. Yachtspotter Steffen Mayer erwischte die Yacht auf dem Nord-Ostsee-Kanal.
Photo : REUTERS/Steffen Mayer
Sie gilt als eine der geheimnisvollsten Superyachten der Welt – gebaut in Deutschland, genutzt vom mächtigsten Mann Russlands, und jetzt angeblich auf der Flucht vor ukrainischen Drohnen. Die eskortierte Passage der „Graceful“ durch den Fehmarnbelt sorgt für viele Spekulationen.

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Mit Drohnennetzen gesichert: Putins Yacht verlässt die Ostsee

Ein ungewöhnlicher Konvoi durchquerte am Sonntagnachmittag den Fehmarnbelt. An der Spitze: „Graceful“, die 84 Meter lange Superyacht, die seit Jahren als das schwimmende Refugium des russischen Präsidenten Wladimir Putin gilt. Geschwindigkeit laut AIS zwölf Knoten, Kurs Nordsee und Zielhafen Istanbul.

Sämtliche Decks und Außenflächen des weißen H2 Designs waren mit engmaschigen Schutznetzen überzogen – ein effektiver, wenn auch ästhetisch wenig schmeichelhafter Schutz gegen Drohnenangriffe. An Aufbauten und Mast: fest installierte Drohnenabwehrsysteme. „Graceful" wirkte wie eine Luxusyacht, die sich auf einen Krieg vorbereitet.

Drei Verbände, zwei Tage, eine klare Botschaft

Das Manöver begann Mitte der vergangenen Woche. Von Kronstadt bei St. Petersburg und Baltijsk bei Kaliningrad liefen binnen 48 Stunden drei russische Marineverbände aus: Korvetten, Landungsboote, zwei U-Boote, ein Hochseeschlepper, ein Rettungsschiff – und erstmals seit langer Zeit wieder „Graceful“. Begleitet wurde die Yacht vom Zerstörer „Severomorsk“ sowie einem bislang kaum bekannten Neuzugang in Putins maritimem Sicherheitsapparat: der „Voevoda“.

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Die „Voevoda“: Putins neues Begleitschiff

Die „Voevoda“ ist 111 Meter lang hat einen blau-weißen Rumpf und wurde erst im März dieses Jahres offiziell als Rettungs- und Bergungsschiff in Dienst gestellt. Die in Kaliningrad beheimatete Einheit bietet laut Werftangaben Platz für zwei schnelle Beiboote und zwei Hubschrauber. Inoffizielle Quellen vermuteten bereits im vergangenen Jahr, dass das Schiff speziell als Begleitfahrzeug und Sicherungsplattform für die Präsidentenyacht konzipiert wurde.

Als der Verband am Sonntagnachmittag an Fehmarn vorbeizog, folgte „Voevoda“ „Graceful“ in kurzem Abstand. Vor der Ostseeinsel zeigte das AIS von Putins Yacht als Zielhafen Istanbul an, mittlerweile lässt sich der Vierdecker nicht mehr orten. Das AIS Signal der “Voevoda” während der Ostsee-Passage gab als Zielhafen Murmansk an. Es bleibt nun abzuwarten, ob "Gracefull" den weiten Weg Richtung Norden mitgeht oder demnächst in der bevölkerungsreichtsten Stadt der Türkei festmacht. Die Begleitschiff-Theorie spricht für Murmansk.

Eine Yacht mit außergewöhnlicher Geschichte

„Graceful“ ist mehr als eine gewöhnliche Superyacht – sie ist ein schwimmendes Stück russischer Zeitgeschichte. Gebaut wurde sie zwischen 2006 und 2010 auf der russischen U-Boot-Werft Sevmash. Blohm + Voss in Hamburg, heute ein Lürssen-Standort, stellte das Schiffe vier Jahre später fertig und schickte es auf Jungfernfahrt. Damals war der Eigner noch unbekannt, doch die Gerüchte verdichteten sich schnell. Im Mai 2021 nutzte Putin die Yacht im Schwarzen Meer für ein persönliches Treffen mit dem belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko.

Im Herbst 2021 kehrte „Graceful“ nach Hamburg zurück – geplant war ein umfangreiches Refit mit Heckverlängerung bis Sommer 2022. Doch am 7. Februar 2022, zwei Wochen vor dem russischen Überfall auf die Ukraine, verließ „Graceful“ fluchtartig und unfertig den Hamburger Hafen und steuerte eine Werft in Kaliningrad an. Yachtspotter Steffen Mayer erwischte den Verdränger damals auf dem Nordostseekanal bei ihrer Flucht (s. Foto). Seitdem wurde sie kaum noch auf der Ostsee gesichtet.

Flucht aus der Schusslinie

Sicherheitsexperten werten den Abzug von „Graceful” aus der Ostsee auch als direkte Folge der ukrainischen Drohnenangriffe. Die Angriffe während des St. Petersburger Wirtschaftsforums scheinen zu der Erkenntnis geführt zu haben, dass auch in der Ostsee die wertvollen Marine-Einheiten nicht mehr sicher sind.

Aktuelle Bilder (5. Juni) einer brennenden russischen Fregatte im Marinearsenal Kronstadt und einer beschädigten Korvette im Ölhafen Primorsk haben das unterstrichen: Selbst in den Heimathäfen bietet die russische Flugabwehr keinen verlässlichen Schutz.

Die Passage der russischen Flotte durch die Ostsee verlief ohne Zwischenfälle.

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Martin Hager

Martin Hager

Rédacteur en chef de YACHT

Martin Hager est rédacteur en chef des titres YACHT et BOOTE EXCLUSIV et travaille depuis 20 ans déjà pour la maison d'édition Delius Klasing. Il est né en 1978 à Heidelberg et a commencé à naviguer à l'âge de six ans, bien sûr sur un Opti. Suivirent bientôt le 420, le Sprinta Sport et le 470, qu'il a également navigué avec son frère sur les circuits de régate. Avec ses parents, il partait régulièrement en croisière charter dans l'archipel grec et baléare. Dès son plus jeune âge, il a su qu'il voulait faire de sa passion pour les sports nautiques son métier. Après son baccalauréat et un stage dans l'entreprise de construction navale Rathje à Kiel, il était clair que ce ne serait pas la construction navale classique. Au lieu de cela, il a étudié avec succès la construction navale et les techniques maritimes dans la capitale du Schleswig-Holstein et s'est concentré, là où il le pouvait, sur le domaine de la construction de yachts. Son mémoire de fin d'études portait sur « l'expérimentation d'une nouvelle méthode de prévision de la vitesse pour les yachts à voile ». En 2004, le magazine de superyachts BOOTE EXCLUSIV cherchait un rédacteur avec des connaissances techniques et nautiques, un poste fait pour Martin Hager. Sa candidature a été retenue et un stage de deux ans a été organisé. Après douze ans en tant que rédacteur, l'équipe de rédaction a changé et il a repris la responsabilité de BOOTE EXCLUSIV en tant que rédacteur en chef en 2017. Après le passage de Jochen Rieker, rédacteur en chef de YACHT depuis de nombreuses années, au rôle d'éditeur, Martin Hager a également repris début 2023 le poste de rédacteur en chef de YACHT, le plus grand magazine de voile d'Europe, qui fête cette année ses 120 ans. Lorsqu'il ne travaille pas sur des sujets pour les deux titres consacrés aux sports nautiques, Martin Hager préfère aller lui-même sur l'eau - de préférence avec du matériel de kite et de wingfoil ou pour un petit coup sur l'Alster après le travail.

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