Christian Tiedt
· 05.07.2026
Es dürfte eine der größten internationalen Treffen von Windjammern sein, die es je gegeben hat: Zur Sail 4th 250 haben sich Dutzende von Traditionsschiffen in der Ostküstenmetropole versammelt, darunter 14 echte Großsegler, die meisten von ihnen aktive Segelschulschiffe.
Den Auftakt der Feierlichkeiten unter Segeln machte am gestrigen Unabhängigkeitstag, dem 4. Juli, eine Parade der Schiffe, einige unter Vollzeug, in New York Harbor vor der Südspitze Manhattans und auf dem Hudson River. Begleitet wurde das Event von Zuschauern an Land und auf dem Wasser. Kunstflugstaffeln überflogen das Hafengebiet.
Amtliche deutsche Vertreterin beim US-Jubiläum ist das Segelschulschiff “Gorch Fock”. Allerdings ist die Bark der Marine nicht die einzige Botschafterin mit Schwarz-Rot-Gold am Heck: Auf die offizielle Liste der Veranstalter hat es auch eine Segelyacht aus Deutschland geschafft, als einzige aus dem Ausland - die “Walross 4” vom Akademischen Segler-Verein Berlin.
Bei der Parade gestern segelte die 2007 gebaute Nissen 56 mit Skipper Oliver Christ und seiner Crew aus Studierenden als Begleiterin der “Gorch Fock”. Ihre Herkunft war dabei unübersehbar: Auf dem rot-weiß-roten Spinnaker der Performance-Fahrtenyacht prangt eine mehrere Meter hoher Berliner Bär.
Das Line-Up der Großsegler kann sich sehen lassen: Zu den großen Namen zählen etwa die Schwesterschiffe “Juan Sebastian de Elcano” aus Spanien und “Esmeralda” aus Chile, beides Toppsegelschoner, Italiens Vollschiff “Amerigo Vespucci” - im einmaligen schwarz-weißen Look eines Linienschiffs des 19. Jahrhunderts - und, als größte und jüngste Teilnehmerin, die erst 2016 in Dienst gestellte Viermastbark “Union” aus Peru.
Besonderes Aufmerksamkeit gilt jedoch den “vier Schwestern”: Gemeint sind die “Gorch Fock” und ihre drei nahezu baugleichen Vorgängerinnen. Alle einst in Deutschland gebaut, heute noch immer weltweit in Fahrt. Als Höhepunkt der Feierlichkeiten werden sie sich miteinander messen: Beim Five Sisters Cup, eine Trophäe, die bislang nur einmal ausgesegelt wurde - 1976, beim 200. Geburtstag der USA.
Damals gewann die “Gorch Fock” den Preis. Nun, ein halbes Jahrhundert später, will sie ihn verteidigen. Der Startschuss zur Regatta der Großsegler wird am Mittwoch, dem 9. Juli um 15 Uhr deutscher Zeit erfolgen. Ziel des Rennens ist Boston, wo die Schiffe am folgenden Tag erwartet und die Feierlichkeiten fortgesetzt werden.

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