Liparische InselnPanarea und Salina – Glamour und Granita

Jan Jepsen

 · 02.07.2026

Liparische Inseln: Panarea und Salina – Glamour und GranitaPhoto : Jan Jepsen
Die Spiaggetta di Cala Junco an der Südostküste von Panarea, der nobelsten der Liparischen Inseln.
Tagsüber türkisblaues Wasser, nachts glühende Lava: Die Liparischen Inseln nördlich von Sizilien gehören zu den spektakulärsten​ Segelrevieren des Mittelmeers. Eine Woche, sieben Inseln, aktive Vulkane, traumhafte Ankerplätze und italienische Lebensart – ein Törn zwischen Dolce Vita und Erdgeschichte live in drei Teilen. Teil 2: Panarea und Salina.

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Nach zwei Stunden hat die Crew genug gestaunt. Mit der ersten Dämmerung setzen wir über nach Panarea, der nobelsten der Liparischen Inseln. Eine kleine, aber feine Bühne der italienischen High Society - mondän, eng, teilweise überlaufen – zugleich aber ein landschaftlich spektakulärer Vulkanfelsen, der sich vom Wasser aus am besten erschließt.

​Spaziergang durch die exklusivste Insel des Archipels

Unser Anker fällt unterhalb der prähistorischen Ausgrabungen in der Cala Zimmari. Von hier ist es fußläufig etwas weiter in den Ort, aber der Spaziergang zwischen den Villen, durch die weiß getünchten Gassen mit Bougainvillea, lohnt sich. Auch auf die Gefahr hin, dass bei der ein oder anderen Immobilie leichter Sozialneid aufkommt. Wer tagsüber hoch zur Punta del Corvo aufsteigt, kann gut erkennen, dass der Hafen in einem alten Krater liegt. Die Aktivität auf der Insel hat das mondäne Partypublikum übernommen, das die Insel im Sommer zum Kochen bringt. Im Juni hält sich der Gedränge- und Glamourfaktor noch angenehm in Grenzen.

​Kurs auf Salina und eine vielversprechende Empfehlung

Nächster Tag – nächste Insel. Wir warten auf Wind und machen einen Schlag Richtung Salina. Bei angenehmen drei bis vier Windstärken passieren wir die Südspitze, der höchsten Liparischen Insel. Wir wollen bzw. sollen unbedingt nach Rinella. Empfehlung unseres Vercharterers. Hier soll es das beste Granita im Archipel geben. Die halbgefrorene, erfrischende Eisspezialität der Region. „Don’t miss out“, hat Danilo gemeint. Und unbedingt die Variante mit kandierten Kapern probieren. Ernsthaft?

Wir lassen kurz vor uns die Fähre in die kleine Bucht passieren und machen anschließend das Ankermanöver. Kurzes Bad und alles klar bei Land- oder besser gesagt Lunchgang (der Rest soll auch sehr gut sein). Der schwarze Strand brennt schon in der Vorsaison unter den Füßen. Ein Stück die Straße hoch. Einen Tisch ergattern und kurz darauf glücklich werden: Der Rest ist Schweigen und kollektives Schmatzen. Nur so viel: Ein Träumchen alles. Inklusive des freundlichen Personals.

Ankern um die Bordkasse zu schonen

Mit der letzten Abendbrise verholen wir uns für die Nacht vor den Hauptort Santa Maria Salina. Theoretisch könnte man in die Marina gehen. Praktisch stöhnt die Bordkasse schon vorher beträchtlich. Für unser 52 Fuß Schiff wären irgendwas zwischen 200 und 300 Euro fällig – pro Nacht, versteht sich. Da bemühen wir lieber in Sichtweite der Marina den Anker. Mit einigen anderen Schiffen. Zumal die Nacht Windstille verspricht.

Fortsetzung folgt: Im dritten Teil der Reise geht es weiter zu den Westinseln Alicudi, Filicudi und Lipari.


Praktische Tipps für einen gelungenen Törn im Segelparadies nördlich von Sizilien finden Sie in unseren Artikeln über Törnführer, Seekarten und Informationen zum Revier:


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Jan Jepsen

Jan Jepsen

Freier Autor

Jan Jepsen, freier Autor, Fotograf, Schriftsteller, Krimiautor - in Hamburg Övelgönne (schon mit Gummistiefeln) auf die Welt gekommen. Er hat das Reisen früh zu seinem Beruf gemacht. Seitdem schreibt und segelt er sich durch die Welt. Am liebsten und längsten für die YACHT - mit über 100 Reportagen in knapp 40 Jahren. Sein ewiges Motto: „Hier bin ich ja sowieso – schön ist es auch anderswo.“

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