TrinkwasserfilterSo kommt sauberes Wasser in den Tank

David Ingelfinger

 · 02.07.2026

Ein Befüllfilter am Einfüllstutzen hält Partikel beim Bunkern zurück, bevor sie in den Tank gelangen.
Photo : Yachticon
​Trinkwasser an Bord beginnt nicht erst am Hahn, sondern schon am Steg. Wer den Tank sauber befüllt und passende Filtersysteme nutzt, senkt das Risiko für Schwebstoffe, Chlor und Keime deutlich. Wir zeigen, welche Filterstufen zwischen Zapfstelle und Tank sinnvoll sind.

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​Der Trinkwasserhaushalt an Bord wird schnell zum großen Diskussionsthema. Dabei geht es nicht nur um die Entscheidung, wer die Einkaufswagenladung Wasserflaschen an Bord trägt oder ob man lieber Wasser mit oder ohne Kohlensäure kauft. Es geht viel mehr um die grundlegendere Frage, ob man dem Wasser aus dem eigenen Tank Vertrauen schenkt oder nicht.

Denn Trinkwasser aus der Leitung kann an Bord potenziell zum Gesundheitsrisiko werden. Schwebstoffe, Bakterien oder gar Viren: Die Liste an potenziell gesundheitsschädigenden Stoffen ist lang. An Land fließt Wasser für gewöhnlich durch ein ständig unter Druck stehendes, täglich durchströmtes und kontrolliertes Netz. Wer den Hahn aufdreht, bekommt Wasser, das wenige Stunden zuvor noch durch das Versorgungsnetz geflossen ist.


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An Bord einer Segelyacht sieht die Realität anders aus. Insbesondere in den Sommermonaten steht das Wasser im Tank, in den Kammern der Druckpumpe, im Warmwasserboiler oder in den Schläuchen zum Teil wochenlang. Eine potenzielle Brutstätte für Mikroorganismen. Viele dieser Kleinstteilchen erzeugen keine sichtbaren Warnsignale. Das Wasser sieht klar aus, riecht neutral und schmeckt unauffällig.

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Zwischen der Zapfstelle am Steg und dem Pantry-Hahn durchläuft das Wasser drei Stationen, bei denen sich eine Filterung besonders anbietet: die Tankbefüllung, die Konservierung im Tank und der Weg zum Wasserhahn. Für alle drei Segmente gibt es Systeme, die die Wasserqualität an Bord absichern können. Wer also den Trinkwasserhaushalt an Bord nicht durch zugekauftes Frischwasser aus dem Einkaufswagen ausgleichen möchte, sollte mindestens ein Filtersystem an Bord einsetzen.


Produktübersicht

AquafreeCarafillYachticonWatPassPurway
Preis 164 Euro99,95 Euro32,95 Euro44,90 Euro30,95 Euro
Händler www.shop-huber-haustechnik.dewww.amazon.dewww.yachticon.dewww.wasserfilter-­zentrum.dewww.svb.de
Wirkprinzip HohlfasermembranSiebfilterAktivkohleElektrostatischer FilterAktivkohle
BemerkungHohlfasermembran filtert 99 Prozent der Bakterien weg. Nutzungsdauer: 1 Saison (6 Monate/13 m³).Der mechanische Siebfilter fängt Sand und Rost ab. Es gibt aber keine Wirkung gegen Bakterien. Der Aktivkohlefilter entfernt u. a. Chlor und Sedimente (5 µm). Haltbarkeit: 1 Saison (3.000 l)Der elektrostatische Filter bindet Viren und Bakterien durch Ladung. Haltbarkeit: 6 Monate (3.000 l).Der Aktivkohlefilter filtert Chlor aus dem Wasser und verbessert den Geschmack. Kapazität: 5.600 l.

Sauber in den Tank

Die erste Gelegenheit, die Wasserqualität an Bord zu beeinflussen, ist die Filterung beim Zufluss in den Tank. Prinzipiell sind die meisten Häfen in Europa sicher vor größeren Gefahren durch das Trinkwasser. Es gibt klare Regeln und die Wasserqualität ist in den meisten Fällen ausreichend. Trotzdem liegt der Stegschlauch manchmal tagelang in der Sonne. Sein Innenraum ist warm, feucht und dunkel. Bei unregelmäßiger Nutzung sind das ideale Bedingungen für einen Biofilm. Hinzu kommen Sedimentpartikel, Rostteilchen aus veralteten Hafenleitungen, Algensporen und oftmals auch Chlor.

Die Filtersysteme setzen genau hier an. Sie werden zwischen Stegschlauch und Deckseinfüllstutzen geschaltet. Das Wasser muss also eine Barriere passieren, bevor es in den Tank fließt. Dabei kommen meistens Aktivkohle- oder Keramikfilter zum Einsatz. Ziel ist es, schädliche Stoffe auszuschließen, noch bevor sie in den Tank kommen.

Mechanische Filter halten grobe Partikel zurück

Die verfügbaren Technologien unterscheiden sich stark in ihrem Schutzlevel. Die einfachste Stufe ist rein mechanisch: ein Sieb oder eine Filtermatte, die Partikel ab etwa 25 bis 40 Mikrometern zurückhält. Sand, grobe Roststücke, Algenfladen und Schwebstoffe bleiben hängen, feinere Partikel passieren jedoch ungehindert. Diese Systeme sind günstig, wartungsarm und häufig durch einfaches Auswaschen wiederverwertbar. Sie leisten wertvolle Arbeit als Schutzfilter für Pumpe und Boiler und verlängern das Leben feinerer Filterstufen erheblich. Als alleinige Maßnahme sind sie gegen mikrobiologische Belastungen aber wirkungslos.

​Aktivkohle bindet Chlor und gelöste Stoffe

Die zweite Stufe ist Aktivkohle. Sie bindet gelöste organische Verbindungen wie Chlor, Pestizide, Herbizide, Schwermetalle und eine Vielzahl weiterer gelöster Schadstoffe. Für Yachten mit Aluminiumtanks ist die Chlorentfernung beim Befüllen besonders wichtig: Freies Chlor begünstigt Lochfraßkorrosion und kann einen Wassertank langfristig beschädigen. Für Aktivkohlefilter braucht man keinen Strom, bei ausreichend Wasserdruck reicht es vollkommen aus, sie an den Schlauch zu stecken. Sie verlieren aber über die Zeit ihre Kapazität und müssen nach einer durch den Hersteller definierten Durchflussmenge oder Betriebsdauer getauscht werden.

Hohlfasermembranen sperren Bakterien physisch aus

Die dritte, wirksamste Stufe ist die sterile Filterung mittels Hohlfasermembranen. Diese röhrenförmigen Membranen aus Polymermaterial besitzen eine absolute Porengröße von 0,1 bis 0,2 Mikrometern. Hier kann kein Partikel, der größer als die Pore ist, die Membran passieren, unabhängig vom Wasserdruck oder der Betriebsdauer. Da Bakterien typischerweise Größen zwischen 0,5 und 5 Mikrometern aufweisen, bildet eine 0,1-Mikrometer-Membran eine physische Sperre. Legionellen, E. coli, Pseudomonaden sowie Protozoen wie Giardia und Cryptosporidium werden herausgefiltert. Noch kleinere Partikel, die hier passieren könnten, wie zum Beispiel Viren, sind sehr selten. Dabei gilt: Je stärker das Wasser verschmutzt ist, desto schneller wird auch der Filter verstopfen. Während ein Aktivkohlefilter auch nach der eigenen Lebensdauer Wasser hindurchlässt und nur seine Filterleistung verliert, sind Hohlfasermembranen irgendwann verstopft und lassen kein Wasser mehr hindurch.

Wichtig: Befüllfilter sind nur ein Glied einer ganzen Kette. Ein guter Filter bei der Befüllung des Tanks schützt den Tank vor fremden Keimen, kann aber nicht verhindern, dass das Wasser während wochenlanger Liegezeit im warmen Rumpf zu kippen beginnt. Ein wirksames Konservierungssystem hält das Tankwasser stabil, hat aber keinen Einfluss auf die Leitungen zwischen Pumpe und Zapfhahn, wo sich Biofilme aufbauen können. Ein leistungsfähiger Nach-Tank-Filter schützt den Zapfpunkt, hilft aber nur bedingt gegen Keime, die sich längst im Tank eingenistet haben und von dort das gesamte Bordsystem besiedeln. Wie viel Aufwand sinnvoll ist, hängt vom Revier und der Nutzung ab.


​Flaschenwasser zu schleppen ist oft nur die bequemere Antwort auf ein ungelöstes Systemproblem. Schreib in die Kommentare, wie Sie Ihren Trinkwasser an Bord absichern und welchem Befüllfilter Sie vertrauen.

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Weit entfernt von den Küsten im Rhein-Main-Gebiet aufgewachsen, fand David Ingelfinger erst im Alter von elf Jahren auf den niederländischen Gewässern zum Segelsport. Was als Familienurlaub ohne großartige Vorkenntnisse begann, mündete in einer steilen Lernkurve, aus der die dauerhafte Leidenschaft fürs Segeln entsprang. Seine praktischen Erfahrungen festigte er über die Jahre mit dem Erwerb des SKS und zahlreichen Meilen als Skipper auf Charteryachten im Ijsselmeer, der Nordsee sowie im Mittelmeer. Nach seinem Studium der Publizistik schlägt er nun die Brücke zwischen dem journalistischen Handwerk und der Praxis auf dem Wasser und bringt seine Begeisterung für den Sport als Volontär in die Redaktion der YACHT ein.

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