Auf den Iles d'Hyeres scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Während ein paar Kilometer weiter rund um Cannes und Nizza Appartement-Häuser in den Himmel gewachsen sind, haben sich die auch Iles d’Or, also “Goldenen Inseln” genannten Eilande ihren ursprünglichen Charakter bewahrt. Wenn am Abend die letzten Tagestouristen die Fähren zurück zur Côte d'Azur nehmen, kehrt himmlische Ruhe ein.
Schon die Ansteuerung von Porquerolles ist ein Erlebnis: Das türkisfarbene Wasser, die bewaldeten Hänge und die hellen Strände vermitteln eher den Eindruck einer karibischen Inselwelt als eines Ziels an der vielbefahrenen Côte d'Azur.
Der Port de Porquerolles an der Nordseite ist der einzige Hafen auf der Insel. Die Hafeneinfahrt ist mit elf seitlichen Bojen markiert, von denen zwei beleuchtet sind. Während der Saison ist er eines der begehrtesten Ziele der französischen Mittelmeerküste. Wer in den Sommermonaten einen Liegeplatz sucht, sollte also möglichst früh am Tag eintreffen oder im Idealfall bereits zwischen 1. Januar bis 28. Februar reservieren. Die Anlage bietet Wasser- und Stromanschlüsse, Sanitäranlagen sowie Einkaufsmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe.
Alternativ kann man bei geeigneten Bedingungen in einigen der Buchten an der Nordküste ankern. Besonders beliebt ist die weit geschwungene Baie de Notre-Dame mit ihrem hellen Sand und dem außergewöhnlich klaren Wasser. Allerdings gehört die Insel zum Nationalpark Port-Cros. Der Schutz der Posidonia-Seegraswiesen hat hohe Priorität. Ankern ist nur auf sandigem Untergrund oder an Muringbojen erlaubt.
Das Herz der Insel bildet das kleine Dorf Porquerolles, nur wenige Gehminuten vom Hafen entfernt. Schattige Plätze, Cafés, Bäckereien und kleine Geschäfte bestimmen das Bild. Die Insel ist praktisch autofrei, daher ist das Mieten von Fahrrädern direkt am Hafen sehr beliebt. Ein Netz aus Wegen führt durch Pinienwälder, Weinberge und zu Aussichtspunkten über das Mittelmeer. Besonders lohnend sind Ausflüge zu den Leuchttürmen und den historischen Festungsanlagen, die einst die Zufahrt zur französischen Mittelmeerküste schützen sollten.
Zu den schönsten Zielen zählt die Plage Notre-Dame an der Nordostküste. Der feine Sandstrand wird von Kiefern und Eukalyptusbäumen gesäumt und gilt regelmäßig als einer der attraktivsten Strände Europas. Ebenfalls sehenswert sind die Plage d'Argent und die wildere Südküste mit ihren Felsen und Klippen. Auch unter Wasser hat die Insel viel zu bieten. Das umliegende Meer gehört zum Nationalpark Port-Cros und zählt zu den artenreichsten Schutzgebieten des westlichen Mittelmeers. Schnorchler und Taucher treffen hier häufig auf große Fischschwärme und eine überraschend intakte Unterwasserwelt.
1912 kaufte der belgische Ingenieur Jean-Francois-Joseph Fournier die Insel und schenkte sie seiner 30 Jahre jüngeren Frau Sylvia zur Hochzeit nachdem er mit dem Fund von Gold-und Silberminen in Mexiko zu Wohlstand gekommen. Nachdem der Staat die Insel 1971 von seinen Töchtern zurück gekauft hatte, wurde sie unter den Schutz des Nationalparks Port-Cros und des staatlichen Instituts für Meeresbotanik gestellt. Vermutlich hat sie es dieser außergewöhnlichen Geschichte zu verdanken, dass sie sich trotz der vielen Touristen ihren ursprünglichen Charme bewahren konnte.

Editor Travel