Die Epoche der Hanse hat im gesamten Ostseeraum ihre Spuren hinterlassen. Wir stellen sieben Städte vor, in denen ihr Glanz noch immer strahlt. Teil 1: Lübeck
Die Geburtsstätte der Hanse liegt an der Travemündung. Lübeck war das politische Zentrum des Bündnisses, das über Jahrhunderte das wirtschaftliche Rückgrat Nordeuropas bildete. Ende des 13. Jahrhunderts entwickelte sich die Hanse unter der Führung Lübecker Kaufleute zu einem mächtigen Städtebund und prägte mehr als 400 Jahre lang Wirtschaft, Handel und Politik im nördlichen Europa. Zu ihren Hochzeiten verband sie rund 200 Städte zwischen Nordsee, Ostsee und Binnenland – von London bis Nowgorod. Waren wie Salz, Hering, Pelze, Getreide und Holz wurden über ein dichtes Netz maritimer Handelsrouten transportiert. Zentrum dieses Systems war die Ostsee.
Für Fahrtensegler ist die alte Hanseroute heute ein ideales Revier: Kurze Distanzen, geschützte Küsten, moderne Marinas und geschichtsträchtige Städte liegen dicht beieinander. Die alten Hansestädte sind heute weit mehr als historische Kulissen. Sie verbinden maritimes Erbe mit moderner Segelinfrastruktur und machen die Ostsee zu einem der spannendsten Reviere Europas. Die Spuren der Hanse finden sich in der Architektur, der Kultur und im Selbstverständnis vieler Hanseaten bis heute. Backsteingotik, Speicherhäuser und mächtige Kaufmannsgilden erzählen von Reichtum und Fernhandel. Zahlreiche Altstädte gehören inzwischen zum Unesco-Welterbe, so wie der mittelalterliche Stadtkern Lübecks.
Das Holstentor ist das wohl bekannteste Symbol hanseatischer Macht. Die Altstadt mit ihren Backsteinkirchen, Kaufmannshäusern und versteckten Gängen vermittelt eindrucksvoll die Atmosphäre des Mittelalters. Besonders sehenswert sind das Europäische Hansemuseum an der Untertrave (hansemuseum.eu), die alten Salzspeicher und das Rathaus, in dem ab 1356 die sogenannten Hansetage abgehalten wurden, an denen etwa 70 Hansestädte teilnahmen.
Die Lübecker Bucht bietet eine gute Auswahl an modernen Marinas mit Gastliegeplätzen. Allen voran der Passathafen (luebeck.de) mit dem hiesigen Wahrzeichen, dem er seinen Namen zu verdanken hat: der Viermastbark „Passat“. Die Marina auf der Halbinsel Priwall – mit Blick auf die gegenüberliegende Travemünder Altstadt – zählt 490 Liegeplätze.
Alternativ kann man auch direkt auf der Stadtseite festmachen, etwa beim traditionsreichen Lübecker Yacht-Club (lyc.de). Ruhiger liegt das Boot in der Marina Baltica (marina-baltica.de) flussaufwärts. Wer mit dem Boot bis nach Lübeck möchte, fährt die Trave hinauf und steuert den Hansahafen hinter der Eric-Warburg-Brücke an. Seit 2017 findet man hier, parallel zum historischen Speicher der Media Docks, die Newport Marina (the-newport.de) mit 30 Gastliegeplätzen. Reservierungen sind nur online möglich.

Editor Travel