Das Slam Foil richtet sich klar an Segler, die im Sommer bei gutem bis mäßigem Wetter unterwegs sind. Regattasegler, die sich viel bewegen und nicht ins Schwitzen kommen wollen. Fahrtensegler, die nur bei plötzlichen Regenschauern schnell etwas Wasserdichtes brauchen. Der Preis von 630 Euro macht das Slam Foil zum empfehlenswerten Inshore-Ölzeug im Test.
Das Slam Foil fällt sofort durch seine sehr helle Farbe auf . Im Prinzip weiß mit einem leichten Blaustich. Das sieht frisch aus, besonders auf Regatten, wo viele Crews in dunklem Ölzeug unterwegs sind. Aber: Die helle Farbe ist extrem schmutzempfindlich. Nach wenigen Einsätzen werden Gebrauchsspuren sichtbar sein. Wer sein Ölzeug sauber halten will, muss es regelmäßig waschen. Segler, die praktische, pflegeleichte Kleidung bevorzugen, sollten zu dunkleren Farben greifen.
Die Schulterpartie lässt sich ebenfalls verstellen – einfach, aber effektiv. Die Länge der Träger kann angepasst werden, sodass der Long John sowohl bei großen als auch kleinen Personen gut sitzt.
Die Fußbündchen sind verstellbar. Man kann sie eng am Knöchel verschließen oder weiter öffnen, falls man Stiefel trägt. Verstärkungen an Knien und Gesäß schützen die am stärksten beanspruchten Bereiche.
Es gibt Taschen mit Reißverschluss auf den Oberschenkeln – praktisch für Handschuhe, Multitool oder Energieriegel. Eine Brusttasche, ebenfalls mit Reißverschluss, bietet Platz für kleinere Gegenstände wie ein Smartphone oder Schlüssel.
Keine Wärmetaschen – bei einem Inshore-Ölzeug für Sommersegeln auch nicht nötig. Wer bei kaltem Wetter segelt, braucht ohnehin ein wärmeres Modell.
Die Jacke hat unten ein verstellbares Taillenbündchen. Innen ist eine weiche Gummierung integriert, die auf dem Long John haftet und verhindert, dass die Jacke bei Bewegung hochrutscht. Diese Gummierung soll auch etwas abdichten.
Die Kapuze ist Teil des Kragens, kann aber mit Klett und zwei Knöpfen im Nacken komplett abgenommen werden. Das ist praktisch für Regattasegler, die die Kapuze oft gar nicht brauchen.
Die Kapuze hat nur eine einfache Verstellung – hinten am Hinterkopf ist ein Gummizug, der sowohl die Länge als auch den Schirm vorne verstellt. Das ist nicht ideal, weil man beides nicht unabhängig voneinander einstellen kann. Aber es funktioniert und hält das Gewicht niedrig.
Die Kapuze dreht sich gut mit, wenn man den Kopf bewegt. Die Sicht ist gut, keine nennenswerte Einschränkung. Für ein Inshore-Ölzeug ist das völlig ausreichend.
Ein Problem kann bei Frauen oder Männern mit langen Haaren auftreten: Wenn man einen Zopf trägt, kann die Kapuze hinten etwas zu kurz werden. Dann rutscht der Schirm zu weit auf die Stirn.
Die Armbündchen sind ganz einfach gehalten – keine PU-Beschichtung innen, keine Doppelbündchen. Sie können mit einer Lasche mit Klett verstellt werden. Das ist für Inshore-Bedingungen bei angenehmen Temperaturen sicher ausreichend. Für Offshore-Einsätze oder bei wirklich kaltem und nassem Wetter wären doppelte Bündchen besser.
Das leichte Ölzeug von Slam ist mit einer Membran namens Slam Sjield 20 ausgestattet. Der Hersteller verspricht hier sehr hohe Atmungsaktivität. Im Test war das Ölzeug komplett dicht.
Aber: Die Ausstattung ist auf das Nötigste reduziert. Keine Sturmklappe über dem Reißverschluss – nur der Reißverschluss selbst. Keine doppelten Armbündchen. Keine Wärmetaschen. Keine massiven Verstärkungen.
Das Slam Foil ist für hohe Aktivität konzipiert. Wer sich viel bewegt – Segel setzen, trimmen, Manöver fahren – schwitzt schnell unter schwerem Ölzeug. Das Slam Foil ist so dünn und atmungsaktiv, dass Schweiß gut entweichen kann. Man bleibt trocken von außen und von innen.
Nach dem Einsatz trocknet das Ölzeug schnell. Über Nacht an der frischen Luft hängen reicht aus. Das ist praktisch auf Regatten oder den Sommertörn.
Der Schnitt ist eher weit. Das hat Vor- und Nachteile. Vorteil: viel Bewegungsfreiheit, man kann dickere Schichten darunter tragen, wenn es doch mal kühler wird. Durch die Verstellmöglichkeiten und das leichte Material fällt der weite Schnitt aber nicht negativ auf. Man hat nicht das Gefühl, in einer zu großen Hose herumzulaufen.
Das Slam Foil richtet sich an Segler, die hauptsächlich im Sommer unterwegs sind und bei gutem bis mäßigem Wetter segeln. Ideal für:
Preis-Leistung: Sehr gut
630 Euro sind ein fairer Preis. Wer ein leichtes Inshore-Ölzeug für den Sommer sucht findet im Slam Foil eine sehr gute Wahl. Die Verarbeitung ist gut, das Material hochwertig, die Funktionalität für die meisten Bedingungen super.
Die helle Farbe ist Geschmackssache. Wer damit kein Problem hat, bekommt ein gutes Ölzeug zum fairen Preis. Alternativ ist das Set auch in einem hellen und einem dunkleren Blauton erhältlich.
Technische Daten:
Slam Foil Hooded Jacket & Long John:
Abmessungen:
Material:
Ausstattung Hose:
Ausstattung Jacke:
Kapuze:
Preis:
Einsatzbereich:
Farben:
Verfügbarkeit:

Redakteur Test & Technik