Bootstest

Die Najad 395 AC aus Schweden im Exklusivtest

Zwei Decksversionen, zahlreiche Layout-Varianten und Extras: Der neuen Najad 395 mangelt es nicht an Vielfalt – aber an Ausgewogenheit. Der Test im PDF-Download

Jochen Rieker am 06.06.2018
Najad 395 Anleger Najad Ellös 2018 NGü_8C8A9122
YACHT/N. Günter
Najad

Risszeichnung der Najad 395

Im Grunde genommen ergab alles einen Sinn. Der Theorie nach bietet die Najad auf 40 Fuß Länge all den Luxus und die Optionen und die Individualisierbarkeit, die es anderswo erst im Luxussegment von 50 oder 60 Fuß an aufwärts gibt. Weshalb, eigentlich, alles hätte gut werden können.

Doch so einfach, wie es klingt, war es dann doch nicht. Und dass der inzwischen schon wieder abgemusterte Geschäftsführer Jörgen Ottoson wenig Erfahrung im Bootsbau mitbrachte, hat auch nicht wirklich geholfen.

Najad 395 Segeln Ellös 2018 NGü_8C8A8679

Stoisch im Seegang, aber träge im Anspringen: Das Testboot schleppt viel Extra-Ausrüstung mit sich herum 

Beim Exklusivtest der YACHT vor einigen Wochen zeigte sich die Achtercockpit-Version der neuen Najad 395 jedenfalls als ein einerseits überzeugendes, andererseits enttäuschendes Fahrtenschiff. Nie zuvor lagen Licht und Schatten so nah beieinander wie hier.

Da ist, zum einen, die wirklich solide handwerkliche Arbeit zu loben, die Boote aus Henån auf Orust seit jeher auszeichnen. Ferner der imposante Raumeindruck im lichten, maßvoll modernen, dabei aber dennoch behaglichen Salon. Die hervorragende Motorinstallation, die sich im sehr angenehmen Laufgeräusch bemerkbar macht. Und die extreme Wandelbarkeit, erkennbar daran, dass das Testboot fast doppelt so viel kostet wie die Standard-395, was selbst für die Luxusklasse einiges an Fantasie erfordert. Es gibt jedenfalls kaum einen Wunsch, den die Werft potenziellen Eignern nicht zu erfüllen bereit wäre. 

Allerdings macht so viel Wahlfreiheit nicht nur teuer, sondern auch schwer – und ergibt manchmal einfach keinen Sinn. Und das ist die andere Seite der Najad: Bei allen Möglichkeiten leistet sie sich leider auch einige Unmöglichkeiten.

Dazu zählt die extrem gefühllose, obendrein äußerst schwergängige Ruderanlage, die noch dazu so verbaut ist, dass man erst ein Steuerrad und eine Backskiste demontieren muss, um Zugang zum Getriebe oder dem Kettenantrieb zu bekommen. Auch die nicht einsehbare Bilge ist eines Seeschiffs unwürdig, ebenso die knappen Stauräume und die teils schwer oder gar nicht erreichbaren Inspektionsluken der optionalen Zusatztanks. Alles Dinge, die nicht wirklich einhergehen mit den Tugenden skandinavischen Bootsbaus. 

Was die Najad 395 kann, wo sie enttäuscht  – all das lesen Sie jetzt im großen Top-Test der YACHT, Ausgabe 11/2018. Außerdem: Wie die Werft den Neustart schaffen will und warum der alte Stammsitz Henån aufgegeben wird. Die YACHT 11/2018 ist im DK-Shop erhältlich, oder Sie laden sich den Test direkt über den Link unten herunter.

Najad 395 Werft Ellös 2018 NGü_8C8A9393

Passé. Die Fertigung in Henån, längst nur noch gemietet, wird zu einem Zulieferer nach Uddevalla verlagert

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Jochen Rieker am 06.06.2018

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