Das besondere Boot

Scow FR 18: kleiner, flinker Daysailer

Die Zierliche mit plattem Bug ist derzeit einzigartig am Markt. Sie glänzt mit ihrer eigenen Ästhetik und gehobener Bauausführung. Das Porträt im PDF-Download

Jochen Rieker am 05.05.2019
EYOTY 2017 Scow FR18 La Rochelle 2016 BKo_018
EYOTY/B. Kolthof

Scow FR 18 – hübsch anzusehen und äußerst temperamentvoll

EYOTY 2017 Scow FR18 La Rochelle 2016 BKo_021

Lächeln im Gesicht. Nicht nur die Crew hat Freude – auch der Bug des Bötchens scheint zu grinsen

Wer auf der Suche ist nach einem unverwechselbaren Boot für den Spaß zwischendurch, sollte sich diesen Binnen- und Küsten-Speedster unbedingt genauer anschauen. Zum Preis eines gebrauchten Drachen bietet er allemal so viel Aufmerksamkeit und vermittelt noch mehr Distinguiertheit. Denn Scows (gesprochen: Skaus) sind in Europa höchst seltene Konstruktionen.

Zwar gewinnt die Bauform mit Plattbug und nahezu rechteckigen Rumpfmaßen zunehmend an Bedeutung, nicht zuletzt bei den Mini 6.50. Doch ist die Scow FR 18 von anderem Geblüt. Bei allem Potenzial, das aus ihrem mächtigen Rigg herrührt, sollte man sie mehr als Schmuckstück verstehen denn als Sportgerät. Ihr Charme wirkt in natura noch weitaus stärker als auf Fotos oder Videos. Am Steg liegend zieht die Konstruktion von Mortain & Mavrikios jedenfalls alle Blicke auf sich.

Und nicht nur da – auch unter Segeln kann sie überzeugen. Als Kielschwerter mit zusätzlich sehr hoher Formstabilität wirkt sie steif, ohne es an Lebendigkeit vermissen zu lassen. Unter Gennaker, der aus einem Trichter im Vordeck gesetzt und dort auch problemlos wieder hinein geborgen wird, geht sie schon bei 8 bis 10 Knoten wahrem Wind ins Gleiten über. Bis zu 5 Beaufort steckte sie im Test gut weg, allerdings ist dann Ausreiten angesagt, was dank der Fußgurte und breiter Seitendecks aber leichtfällt. Nur Welle mag die Scow FR 18 nicht. Dann stuckert ihr voluminöser Bug und schaufelt Spritzwasser ins Cockpit, das aber über einen Rezess im Heck sofort ablaufen kann.

Das in der angesehenen Werft von Franck Roy nahe La Rochelle gebaute Boot gibt es als Standardversion mit Alu-Mast ab 34.900 Euro. Die von uns gesegelte Version mit Carbon-Rigg und Mylar-Segeln kostet knapp 10.000 Euro mehr. Auf Wunsch kann man den Mast mit Holz furnieren lassen; in Kombination mit dunklem oder pastellfarbenem Rumpf sieht die Scow FR 18 dann noch wertvoller aus – wie ein Plattbug-Klassiker von der US-Ostküste oder den großen Seen des Mittleren Westens. 

Das achtseitige Porträt dieses besonderen Bootes finden Sie in YACHT 8/2019 – erhältlich direkt hier bei Delius Klasing, oder Sie laden sich das Bootsporträt direkt über den Link unten herunter.

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Jochen Rieker am 05.05.2019

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