Revolution 29

Zweite französische Revolution

Platte Nase und komplett aus Aluminium gebaut: Spezieller geht es kaum noch. Das Revolution-Konzept kommt jetzt mit einem größeren Boot

Michael Good am 06.03.2015
Revolution 29

Revolution 29: Platte Nase, Schwenkkiel und der Mast steht ganz weit hinten

Der Macher hinter dem Projekt ist David Roy, Chef der Werft Afep-Marine in La Rochelle. Der Spezialist für Aluminium-Konstruktionen hat 2012 mit der Vorstellung der Revolution 22 (Test in YACHT 8/2013) für Aufregung gesorgt. Deren herausragende Besonderheit ist der sogenannte Scow-Bug, die plattgedrückte Nase. Konstrukteur David Raison hat die Linien damals für Afep-Marine gezeichnet. Er ist ein Spezialist für diese Art von Design: Raison selbst hat auf einem Mini 6.50 mit Scow-Bug das Mini-Transat 2011 gewonnen. 

Jetzt hat sich das Duo Roy/Raison nochmals zusammengesetzt und das Revolution-Konzept um eine Nummer erweitert, herausgekommen ist dabei die Revolution 29. Auch sie erhält die platte Bugpartie und ist, wie schon die kleine Schwester, komplett aus Aluminium gebaut. Zudem wird die Revolution bereits in der Standard-Ausstattung mit einem Schwenkkiel versehen.

Die Vorteile der speziellen Formgebung sollen sich insbesondere beim Platzangebot unter Deck zeigen; diesbezüglich hatte schon die Revolution 22 im YACHT-Test punkten können. Dank der ungewöhnlich voluminösen Bugpartie kann das Interieur fast bis ganz zum Bug uneingeschränkt als Salon genutzt werden. Das Raumempfinden ist damit gewaltig.

Revolution 29

Revolution 29: Das Platzangebot unter Deck ist vergleichbar mit einer deutlich größeren Yacht

Die neue 29er weist bei einer Rumpflänge von nur 8,90 Metern einen familien- und tourentauglichen Innenausbau mit Kojenplätze für bis zu sechs Personen auf, eine große Nasszelle, eine Pantry in U-Form und eine richtige Navigation. Das Wohnangebot auf dem Schiff ist mit Yachten von mindestens zehn Meter Rumpflänge vergleichbar. Für das Styling des Innenausbaus wurde übrigens das französische Studio von Lasta Design beauftragt. 

Konstrukteur und Offshore-Segler David Raison sieht die Vorteile der eigenartigen Konstruktion natürlich aus einem segeltechnischen Blickwinkel. Boote mit Scow-Bug erhalten durch das zusätzliche Volumen im Vorschiff auch mehr Auftrieb und sollen damit am Wind steifer segeln. Und Plattnasen-Boote tauchen bei Krängung weniger stark über den Bug ab, das verbessert die Schwimmlage und auch das Verhalten in der Welle.

Den Preis für die Revolution 29 beziffert Werftchef David Roy mit rund 130'000 Euro brutto ab Werft Frankreich, allerdings ohne die Segel. Der Prototyp ist jetzt im Bau und soll zur Messe in Paris im Dezemberr 2015 fertig werden.  

Fotostrecke: Revolution 29

Technische Daten Revolution 29
Konstrukteur David Raison
Lüa (Rumpflänge) 8,90 m
Breite  3,40 m
Tiefgänge (Schwenkkiel) 0,70–1,70 m
Großsegel  33,0 qm
Genua  23,0 qm
Gennaker  75,0 qm
CE-Entwurfskategorie B (5 Pers.) 

Auch der neue Serien-Mini von Pogo zeigt ansatzweise einen Scow-Bug. Der Beitrag bei YACHT-TV: 

Pogo 3, Mini 6.50, Serienboot

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Michael Good am 06.03.2015

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