Performance-Cruiser

Wie Beneteau die First-Reihe erneuern will

Zum Auftakt des Yachting Festivals in Cannes erläuterte Beneteau-Geschäftsführer Gianguido Girotti heute seine Strategie für den Bereich der sportlichen Boote

Jochen Rieker am 11.09.2018
Beneteau Prasentation - First Strategie Newport 2018IMG_5602
YACHT/J. Rieker

Neue Namen, bekannte Boote: First 18 und First 24 beim ersten öffentlichen Auftritt in Newport vorige Woche

Dass der Weltmarktführer ambitionierte Pläne hat, machen allein schon die Zukäufe deutlich, die der Werftkonzern in diesem Sommer angekündigt hat. Erst übernahm Beneteau die Mehrheit bei Seascape, dann schlossen die Franzosen auch einen Vertrag mit Delphia Yachts in Polen ab. Beide Akquisitionen stehen in einem Zusammenhang: Sie sollen helfen, die einst höchst erfolgreiche, zuletzt aber stark ausgedünnte First-Reihe neu aufzustellen. 

Und so soll das künftig aussehen:

  1. Das Einstiegssegement bilden die bereits bekannten Seascape-Modelle 14, 18, 24 und 27 – allesamt trailerbar und voll gleitfähig. Sie werden ab sofort umbenannt in First 14, 18, 24 und 27. Eine erste Präsentation fand vorige Woche in Newport/Rhode Island statt, wo auch die Partnerschaft mit North Sails fürs Sportsegment bekanntgegeben wurde. Als möglicher Produktionsstandort für die kompakten und trailerbaren Firsts gilt Delphia; die Entscheidung darüber wird in den kommenden Monaten fallen, sobald die Übernahme unter Dach und Fach ist.
  2. Im mittleren Bereich sollen neue Modelle entwickelt werden, die einerseits die Anforderungen ambitionierter Eigner nach hoher Leistung erfüllen, zugleich aber mehr Komfort als die bisherige Seascape-Flotte bieten müssen. Nach noch nicht bestätigten Informationen wird das erste Boot, dessen Konzeption bereits in vollem Gange ist, um die 35 Fuß groß sein – ein potenzieller Bestseller, denn der Markt bietet in diesem Bereich wenig Varianz aus Großserie. 
  3. Darüber ist eine höherwertige Reihe von Luxury-Performance-Cruisern geplant. Sie wird wie eine Art Submarke positioniert und analog zur Oceanis-Yacht-Serie als "First Yacht" eingeführt. Hier macht ein 53-Fuß-Boot den Anfang, das in direkter Konkurrenz zu X-Yachts, Grand Soleil und Solaris stehen wird. Gianguido Girotti will "die gleichen oder bessere Segelleistungen bieten, den gleichen Komfort, eine vergleichbare Ästhetik, aber all das zu einem um 30 bis 35 Prozent günstigeren Preis". Eine Kampfansage.   

Beide Neuentwicklungen – die First 35 ebenso wie die First Yacht 53 – sollen ihr Debüt bereits Mitte/Ende 2019 geben und in rascher Folge um weitere Modelle ergänzt werden. 

Da im kommenden Jahr auch die Figaro 3 offiziell in den Markt eingeführt und international aktiv gesegelt wird, legt Beneteau gewissermaßen einen Senkrechtstart hin.

Nach einer langen Phase ohne echte Neuigkeiten und ohne nennenswerte Verkaufszahlen wird der Branchen-Primus mit der First-Reihe quasi aus dem Stand zu einer der bestimmenden Kräfte im Performance-Cruiser-Segment.

Wie sagte Andraz Mihelin, einer der Seascape-Gründer, im YACHT-Interview zu der Übernahme durch Beneteau: "Wir wollen das Segeln, insbesondere das sportliche Fahrtensegeln, neu erfinden."  

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Vereinte Kräfte: die Seascape-Chefs Andraz Mihelin, Lidija Zaletel und Kristian Hajnsek mit Beneteau-Chef Gianguido Girotti (2. v. r.)

Jochen Rieker am 11.09.2018

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