Life 7.5
Schnell segeln, trailern, wohnen

Ein geschrumpfter VO70 mit der Optik einer Wally zum bezahlbaren Preis, nicht weniger haben sich die Schweden mit der Life 7.5 vorgenommen

  • Hauke Schmidt
 • Publiziert am 14.02.2012

D.Blank Von oben betrachtet, ist die Life 7.5 fast ein Dreieck

Ausgangspunkt für die von Dieter Blank konstruierte und 7,50 Meter lange Life waren tatsächlich Bilder der 82-Fuß-Wally "Highland Fling", nur dass die Life handlich und bezahlbar werden sollte. Ganz oben auf der Wunschliste des schwedischen Initiators Peter Keerberg standen die Punkte: Geschwindigkeit, einfaches Handling, wallyartige Optik, Trailerbarkeit und ein nicht allzu hoher Preis.

WERFT Blick auf den Prototypen. Die zentrale Konsole beherbergt die Trimmeinrichtungen und den Plotter

Zumindest auf dem Papier sieht die Life vielversprechend aus, die Rumpflinien mit ausgeprägten Chines und extrem weit achtern liegendem Breitenmaximum sprechen für sehr hohe Raumschotsgeschwindigkeiten, zumal das gerade einmal 850 Kilogramm schwere Bötchen unter Gennaker von 88 Quadratmeter Segelfläche befeuert wird. Am Wind mit Groß und Fock sind es immerhin noch 45 Quadratmeter. Zum Vergleich: Eine 40 Zentimeter längere Melges 24 bringt es auf 810 Kilo und 77 beziehungsweise 33 Quadratmeter Tuch.

D.Blank Üppige Segelfläche, ein stark ausgestelltes Groß und kein Achterstag. Das Gewicht wurde inzwischen gesenkt

Um die üppige Segelfläche tragen zu können, besitzt die Life satte zwei Meter Tiefgang und 400 Kilogramm Kielgewicht. Wobei 350 Kilogramm Blei direkt in einer Bombe am Ende des hydraulisch betriebenen Schwenkkiels hängen. Damit lässt sich der Tiefgang zum Trailern auf gut 60 Zentimeter verringern. Im Wasser beträgt der Minimaltiefgang etwa 80 Zentimeter, da die Doppelruderanlage zwar abgenommen, aber nicht aufgeholt werden kann.

Weitere Besonderheiten sind ein Süll nach Wally-Art und ein freies Deck, denn alle Fallen und Strecker laufen in entwässerten Kanälen nach achtern. Der flache Rumpf besitzt nur einen kleinen Aufbau, daher ist der Wohnraum knapp. Mit vier Kojen und einem Platz für den Kocher sowie einer Spüle soll die Life aber in etwa den Komfort eines Folkebootes aufweisen.

Gebaut wird der Flitzer bei einer polnischen Werft; Rumpf, Deck und Innenausbauten entstehen im Vakuum-Infusionsverfahren aus E-Glas als Sandwich. Der Vertrieb erfolgt über Keerbergs schwedische Firma Life-Yachts.

Um die Kosten gering zu halten, soll es zum Regattieren feste Klassenregeln geben, so dürfen beispielsweise nur ein Gennaker, ein Code 0, ein Groß sowie eine Fock an Bord sein. Angestrebt sind sogenannte Raid-Regatten, also Etappen-Rennen entlang der schwedischen, norwegischen und dänischen Küste.

Die Grundversion mit Aluminium-Mast, Dyform-Stagen und Teak im Cockpit soll etwa 49.400 Euro kosten. Alternativ wird es die Life auch mit Kohlerigg und Rodverstagung geben.

Länge

7,50 Meter

Breite

2,50 Meter

Tiefgang

2,00/0,6 Meter

Verdrängung

850 Kilogramm

Ballast

400 Kilogramm

Groß

28 Quadratmeter

Fock

15 Quadratmeter

Gennaker

60 Quadratmeter

Weitere Infos unter www.life-yachts.com


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Themen: Dieter Blanklife 7.5Peter KeerbergTrailern

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