Bootsbau
Schafft Dehler endlich den Durchbruch?

Mit dem Einstieg von Hanseyachts und dem Bau der Varianta 18 beginnt eine neue Ära in Freienohl

  • YACHT Online
 • Publiziert am 22.12.2009

YACHT/K. Andrews Endmontage der Varianta 18 in Freienohl: alte Dehler-Qualität, aber zu besseren Preisen

Zwei Mal schon war Dehler pleite. Immer wieder haben Investoren versucht, der einst größten deutschen Werft wieder zu alter Geltung zu verhelfen. Jetzt stehen die Chancen besser denn je.

Durch die neue Struktur kann der Betrieb im Sauerland weitaus effizienter produzieren und wirtschaften als bisher. Das hat vor allem zwei Gründe:

Zum einen übernimmt der neue Eigentümer Hanseyachts wesentliche Teile der Verwaltungsaufgaben und der Logistik. So werden Personalverwaltung, IT, Teile der Entwicklung und der Einkauf von Greifswald aus erledigt. Zum anderen arbeiten Geschäftsführer Ralf Tapken und sein Team hart daran, die Fertigung zu optimieren.

Der alte Qualitätsstandard soll dabei unbedingt gehalten werden. Und die Einspareffekte will Tapken — wie das Beispiel der Varianta 18 zeigt —  zu weiten Teilen an die Kunden weitergeben: in Form günstigerer Preise.

Wie das im Detail gelingt und was von Dehler 2010 an Neuheiten zu erwarten ist, lesen Sie in der Titelgeschichte der neuen YACHT. Dazu: den weltweit ersten Test der VA 18!

Fest steht: Die Übernahme von Dehler durch Michael Schmidt, den Vorstandschef der Hanseyachts AG, war ein Glücksfall für den deutschen Bootsbau.

Denn: Es fehlte nicht viel, und Dehler wäre zerschlagen worden. Schon vor der letzten Insolvenz im Dezember 2008 drohte ein Ausverkauf ins Ausland.

Der ehemalige Geschäftsführer und Gesellschafter Wilan van den Berg hatte bereits mit Delphia Yachts in Polen verhandelt; nach YACHT-Informationen ging es um die Bau-Formen und Markenrechte.

Anfang 2009 spitzte sich die Situation weiter zu.

Simonis/Voogd, die Konstrukteure der drei jüngsten Dehler-Modelle 34, 44 und 60, übten wegen der Zahlungsunfähigkeit ein Sonderkündigungsrecht aus. Sie entzogen dem Unternehmen die Rechte für den Weiterbau der erfolgreich eingeführten Yachten. Diese boten sie Delphia Yachts an.

Hätten die Polen bei den Verhandlungen mit dem Insolvenzverwalter den Zuschlag erhalten, wären die Boote fortan wahrscheinlich in Olecko gebaut worden. Allenfalls die Endmontage oder die Auslieferung wäre noch in Freienohl verblieben, um den Vorteil des "Made in Germany" zu bewahren.

Jetzt dagegen bleibt der Standort komplett erhalten. Mehr noch: Dehler bricht mit der Varianta-Linie ins Revier der meist in Polen produzierten Kleinkreuzer ein. Geht diese Strategie auf, stehen Dehlers beste Zeiten vielleicht erst noch bevor.

Nach dem Neustart: Video-Bericht des WDR über die Wiederaufnahme der Produktion bei Dehler. Hier klicken!


Lesen Sie die YACHT. Einfach digital in der YACHT-App (iTunes und Google Play) oder bestellen Sie es im Shop als Abo oder Einzelheft:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag

Themen: bergDehlerDelphiaFreienohlHanseSchmidtsenseiVariantawilan

Anzeige