boot Düsseldorf 2019

Premiere IX: Befoil 16 – Fliegen ganz entspannt

Der französische Strandcat setzt auf bewährte Prinzipien und einfache Bauverfahren. So soll das Fliegen schnell, einfach und preiswert erlebbar sein

Lars Bolle am 27.01.2019
Befoil 16
YACHT/ Nils Günter

"Als wir Anfang 2017 die Idee zu diesem Katamaran hatten, waren alle anderen Foiler noch sehr teure, filigrane, nur schwierig zu segelnde und auf maximalen Speed ausgerichtete Boote", sagt der Franzose Alan Le Calvez, Projektmanager der Befoil 16. Er und sein Team wollten dies ändern und zeigen auf der boot Düsseldorf das Ergebnis. 

In den zwei Jahren der Projektdauer hat sich zwar einiges auf dem Foilermarkt getan, der seglerische Anspruch an das Fliegen ist wegen Katamaranen wie Whisper oder iFly oder dem Einrumpfer Skeeta deutlich gesunken. Dennoch erhoffen sich die Franzosen, eine Zielgruppe vor allem im Anfängerbereich zu finden.

Ihr Befoil 16, an dem das renommierte französische Designbüro VPLP mitgearbeitet hat, ist kein Hochgeschwindigkeitsgeschoss. Auf den ersten Blick steht da ein ganz normaler Katamaran, dem man Stelzen verpasst hat. Das Foilkonzept setzt auf viel T-Foils und verspricht damit eine hohe Stabilität, da sich der Kat immer auf vier Punkten aufstützen kann.

Die beiden Hauptfoils sind mit ihrer Kassette direkt am vorderen Beam verbolzt, nicht am Rumpf; ein zum Patent angemeldetes System. So werden alle Kräfte in den verstärkten Beam und nicht ins Boot geleitet. Die Höhenkontrolle erfolgt über ein Wantsystem, ähnlich dem bei der Motte, Skeeta und anderen Foilen. Dabei tasten die Want genannten Fühler die Wasseroberfläche ab und geben Höhenänderungen, also den Abstand zur Wasseroberfläche, über Glasfibergestänge an die Foils weiter. Der Auftrieb wird so mechanisch über verstellbare Trimmklappen an der Abrisskante der Foils geregelt.

Fotostrecke: Befoil 16

Der Auftrieb an den Rudern wird voreingestellt und muss während des Segelns nicht justiert werden; falls doch nötig, lässt er sich jedoch auch auf dem Wasser leicht verstellen.

Trapeze wurden beim Befoil 16 nicht vorgesehen, die Crew sitzt auf Auslegern und hat zusätzlich Ausreitgurte. Die Ausleger können zur Verkleinerung der Stellfläche an Land eingeklappt werden.

"Auf die Trapeze haben wir aus Sicherheitsgründen verzichtet", sagt Le Calvez. "In den Ausreitgurten ist die Crew sicher fixiert, wenn der Kat bei hoher Geschwindigkeit von den Foils fallen sollte." Die gefürchteten Abstürze nach vorn oder nach Luv wären somit ausgeschlossen. Und falls doch jemand außenbords gehen sollte, könne er sich nicht an den T-Foils der Ruder verletzen, da die Ausleger breiter als diese seien. Das aufrichtende Moment, das die Crew erzeuge, sei aber genauso hoch wie beim Trapezen.

Diese Crewposition verspricht vor allem Vorteile für Anfänger. Sie können sich voll auf das Foil-Erlebnis konzentrieren und müssen nicht noch ihr Gleichgewicht im Trapez finden.

Die Rümpfe werden aus Thermoplast im Rotomoulded-Verfahren hergestellt, was sie sehr widerstandsfähig macht, aber auch schwer. 

Schwerter und Ruder sowie die Foils bestehen aus extrudiertem Aluminium. Es kann auch auf die Foils verzichtet werden, dann wäre es ein normaler Katamaran.

Der Befoil 16 soll keine Geschwindigkeitsrekorde brechen, im Gegenteil. Das relativ gewichtsintensive Bauverfahren sowie die wenig filigranen Anhänge sprechen auch dagegen. Bei etwa zehn Knoten soll sich der Kat mit zwei Erwachsenen aus dem Wasser heben, bei etwa 20 Knoten ist das Geschwindigkeits-Maximum erreicht. Das ist nicht berauschend viel für einen Foiler, dafür gibt es das Flugerlebnis schon ab knapp 18.000 Euro. Und es sind keine größeren seglerischen Vorkenntnisse nötig – zumindest verspricht dies der erste Eindruck.

Befoil 16 bei Probefahrten

Technische Daten Befoil 16

Länge 4,87 m (16 Fuß)
Breite 2,54 m eingeklappt, 4,20 m beim Segeln
Masthöhe 7,50 m
Groß 11,8 qm
Fock 3,9 qm
Preis 17.800 Euro
 
Lars Bolle am 27.01.2019

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