boot Düsseldorf 2019

Premiere III: Speedlounger 8500

Wie eine Hornisse steht sie da: aggressive Optik, dunkle Fensterstreifen, negativer Steven. Das Aluschiff ist womöglich die ungewöhnlichste Neuheit der Boot

Alexander Worms am 21.01.2019
Speedlounger 8500
YACHT/N. Guenter

Die ein wenig martialische Optik ist durchaus gewollt. „Industrial" nennen das die Erfinder der Speedlounger, die Konstrukteure von FCY Yachtdesign, die auch die Lelieclass 560 erdacht haben. Da passen auch die nicht nachbearbeiteten Schweißnähte ins Bild oder die robuste Aluminiumoptik. Hervorstechendes Merkmal des Bootes, das in seiner Namensgebung schon das bequeme Herumsitzen, auf Neudeutsch „Loungen", trägt, ist dann auch ein eben dafür ausgelegtes Cockpit. Das trennt Segel- und Loungebereich voneinander. Alle Leinen werden teils durch Handläufe nach achtern auf zwei Podeste geführt. Dort hat der Steuermann besten Zugriff und stört mit seiner Segelei nicht die sich erholenden „Lounger".

Zentraler Bestandteil des Cockpits ist der große Tisch. In ihm steckt der Motor, der serienmäßig mit Strom gefüttert wird und maximal 5 Kilowatt Leistung abgibt. Gegen Aufpreis wird ein Einzylinder von Yanmar mit 10 PS installiert. Der andere Antrieb, die Segel, hängt an einem sehr weit achtern stehenden Mast. Die Positionierung ganz vorn im Cockpit gibt einerseits Sicherheit etwa beim Reffen, man muss dazu das Cockpit nicht verlassen, und ermöglicht andererseits große Vorsegel mit entsprechender Power bei Kursen mit einem größeren Winkel zum Wind.

Fotostrecke: Weltpremiere Speedlounger 8500

„Natürlich kann sie gleiten", sagt Arjen Keer, einer der Konstrukteure von FCY. Das habe man so berechnet und zu schwer ist sie auch nicht geworden. Eine Segeltragzahl von 5,25 am Wind lässt einiges Potenzial vermuten. Allerdings habe man das bei dem bislang einzigen Testschlag mangels ausreichend starkem Wind nicht ausprobieren können. Auch der Blick auf den Spiegel und die dort ausladend breite Spantform lässt auf rasches Verlassen des eigenen Wellensystems, vulgo Gleiten, hoffen. Für perfekte Sicht in die Segel dabei lässt sich das einzelne Steuerrad von der einen auf die andere Seite schwingen.

Unter Deck kann man schlafen, aufs WC gehen, kochen und Kaffee bereiten – prima. Die Spanten sind offen und dienen dank durchgezogener Leinen leidlich als Stauraum. Das Interieur ist lackiert. Die Farbe dient gleichzeitig als Isolation, das hilft gegen Kondenswasser. Die Speedlounger 8500 ist ein interessantes Boot – so etwas gibt es derzeit am Markt kaum: ein Daysailer mit riesigem Cockpit, ausgelegt auf schnelles Segeln und noch dazu nahezu vollständig unterhaltsfrei, dank der Bauweise aus Aluminium. Los geht der Spaß am Besonderen bei 152.000 Euro inklusive NL-Mehrwertsteuer.

Zu sehen ist die Speedlounger 8500 in Halle 15, Stand E 41.

Technische Daten Speedlounger 8500
CE-Kategorie C
Rumpflänge 8,50 m
Gesamtlänge mit Bugspriet 9,45 m
Gewicht 2150 kg
Tiefgang 1,12/1,60 m
Breite 3,08 m
Großsegel 25,6 qm
Solent 20,2 qm
Screecher/Gennaker 42 qm
Masthöhe 12,45 m
Motor Bellmarine 5 kW
Alexander Worms am 21.01.2019

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