boot Düsseldorf 2019

Premiere I: kompakter Riese – die neue Beneteau Oceanis 30.1

Auf nur neun Meter Länge bietet der Newcomer des Weltmarktführers so viel Platz wie bisher deutlich größere Yachten. Dafür sorgt auch ein kleiner Knick im Bug

Jochen Rieker am 19.01.2019
Weltpremiere auf der boot Düsseldorf: Ocenais 30.1
YACHT/N. Günter

Bislang präsentierte Beneteau seine wichtigsten Neuheiten stets auf heimischen Bootsmessen – im September in Cannes oder Anfang Dezember in Paris. Der nach Stückzahlen wichtigste Newcomer für 2019 und die Folgejahre feiert nun jedoch Premiere auf deutschem Boden: die mit 8,99 Meter Länge und 2,99 Meter Breite äußerst kompakte Oceanis 30.1.

Um sie werden sich heute die Besucher drängeln, wenn um 10 Uhr die 50. boot Düsseldorf eröffnet. Denn Neukonstruktionen in diesem Segment sind rar. Und die Beneteau hat durchaus Erstaunliches zu bieten: vor allem jede Menge Platz. In Relation zu den Außenmaßen ist sie ein wahres Raumwunder. 

Um das zu gewährleisten, ist der Rumpf oberhalb der Wasserlinie leicht aufgekimmt – wie ein Sektkelch am Übergang vom Stiel zum eigentlichen Glas. Das hat Beneteau – in stärkerer Ausprägung – bereits bei der Oceanis 51.1 und der im Vorjahr präsentierten 46.1 so gemacht. Dadurch lässt sich im Vorschiff, das ohnehin sehr füllig ist, auf Höhe der Koje mehr nutzbare Breite schaffen. Und die zeichnet auch die Oceanis 30.1 aus, wo in der vorderen Kabine zwei Erwachsene bequem schlafen können. 

Fotostrecke: Exklusiv auf YACHT online: Erste Bilder der Oceanis 30.1

Durch die Doppeltür ist der Zugang zur Kammer unbedrängt. Bleiben beide Flügel offen, kann man sich vor der Koje bequem an- und ausziehen – und es entsteht vom Salon aus der Eindruck von mehr Weite und Tiefe. Daran fehlt es der kleinsten Fahrtenyacht vom größten Sportbootbauer der Welt eigentlich nirgends: Auch Salon, Pantry, Navi, Nasszelle und Achterkammer bieten genug Platz. Die Backskiste an Steuerbord ist obendrein riesig. Nur beim Laufdeck muss man Zugeständnisse machen. Das ist arg schmal geraten, weil der Aufbau weit nach außen reicht.

Die Verarbeitung auf der just zur Messe am Rhein fertiggestellten Baunummer 0, die im Anschluss zunächst ausgiebigen Testfahrten der Werft unterzogen wird, erwies sich bei eingehender Betrachtung als ausgesprochen gut. Solide Umleimer, versiegelte Kanten, sauber mit Topcoat ausgestrichene Stauräume und eine harmonische Material- und Farbwahl lassen die Oceanis 30.1 für ein Großserienboot recht wertig erscheinen. Allerdings handelt es sich bei dem Exponat auch um ein mit allen Extras der Aufpreisliste ausgestattetes Modell, nicht um die Basis.

Die Segeleigenschaften versprechen interessant zu werden. Denn die Konstrukteure von Finot/Conq, die schon bei der 46.1 ein feines Gespür für schnelle Linien gezeigt haben, gaben auch der neuen Kleinen einen modernen und variablen Segelplan mit weit achtern stehendem Mast mit. Wahlweise lässt sich die Oceanis 30.1 mit Selbstwendefock oder Genua fahren. Der feste GFK-Spriet am Bug nimmt die Halsleine von Code Zero oder Gennaker auf. Es sollte also nicht an Segelfläche und somit Leistung fehlen.

Einzig der Preis steht noch nicht fest. Er soll aber, so ließ Beneteau vor der Messe gegenüber YACHT online verlauten, sehr wettbewerbsfähig sein – sich also auf oder knapp unter dem Niveau der direkten Konkurrenz einpendeln. Die besteht aus Dufour 310, Hanse 315 und Jeanneau Sun Odyssey 319. Man wird also mit um die 80.000 Euro ab Werft rechnen können.

Zu sehen ist die neue Oceanis 30.1 als Weltpremiere in der Halle 16 / Stand B 42 

Technische Daten Oceanis 30.1
Konstrukteur Finot/Conq
CE-Entwurfskategorie B (6) / C (8) / D (10) 
Gesamtlänge (mit Bugspriet) 9,53 m
Lüa (Rümpflänge)  8,99 m
LWL (Länge Wasserlinie)  8,65 m
Breite  2,99 m
Gewicht 4,0 t
Tiefgang (Standard-Tiefkiel) 1,88 m
Tiefgang (Kurzkiel)  1,30 m
Tiefgang (Version Schwenkkiel) 0,95–2,33 m
Masthöhe über Wasserlinie  13,66 m
Maschine  15 PS (Wellenantrieb) 
Kapazität Treibstoff  130 l
Kapazität Frischwasser  160 l
Großsegel  25,0 qm
Selbstwendefock  17,2 qm
Genua (105 %)  22,1 qm
Gennaker  70,0 qm
Code Zero  30,0 qm
 
Jochen Rieker am 19.01.2019

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