Cantiere del Pardo

Neue Grand Soleil 48 in zwei Versionen

Die Yachtbauer aus Italien arbeiten an einem neuen Schiff für die Performance-Linie. Spannend: Das Boot kommt mit zwei komplett unterschiedlichen Cockpitlayouts

Michael Good am 15.02.2018
Grand Soleil 48
Cantiere del Pardo

Grand Soleil 48. Version Race mit dem regattaoptimierten Cockpitlayout

In der sportlichen Race-Version werden die Fallen und die Trimmleinen innerhalb des Kajütaufbaus auf die Winschen seitlich am Niedergang geführt. Dazu stehen primäre und sekundäre Winschen auf dem Cockpitsüll für Genua- und Großschot zur Verfügung. Dieses Layout entspricht dem vielfach bewährten Aufbau in der Plicht von größeren Regattayachten. In der eher gemäßigten Version Performance wird das laufende Gut, also alle Schoten, Fallen, Reff- und Trimmleinen, innerhalb vom Süll bis nach hinten auf zwei Winschen direkt vor den beiden Steuersäulen geführt.

Damit soll der vordere Bereich für die Mitsegler frei und unverbaut bleiben. Bei den fahrtenorientierten Schiffen der LC-Linie (Long-Cruise) ist die Schotführung im Cockpit genauso angelegt. So gesehen kann und soll die Performance-Version der neuen 48er eine Brücke zwischen den Konzepten schlagen. Die etwas kleinere Grand Soleil 46 LC hatte die YACHT im Test bereits ausführlich vorgestellt (Heft 14/2015).

Auch gibt es erhebliche Unterschiede beim Bauverfahren. In der Standard-Ausführung Performance werden Rumpf und Deck im GFK-Volllaminat aufgebaut, im Handauflegeverfahren. In der Race-Version wird das Boot als GFK-Sandwich-Konstruktion mit Schaumkern und unter Anwendung des Vakuum-Infusionsverfahrens hergestellt, wahlweise mit Epoxid- oder Vinylesterharzen. Außerdem werden in der sportlicheren Ausführung Teile der Bodengruppe mit Kohlefasergelegen verstärkt. Als Race-Version soll die Grand Soleil 48 segelfertig immerhin rund 1000 Kilogramm weniger auf die Waage bringen als das insgesamt 11,5 Tonnen schwere Standard-Schiff.

Grand Soleil 48

In der Standard-Performance-Version laufen Fallen, Schoten und Trimmleinen innerhalb vom Cockpitsüll nach hinten durch

In beiden Ausführungen wird das Boot sowohl wahlweise mit Selbstwendefock oder mit einer kurz überlappenden Genua (106 Prozent) erhältlich sein. Zudem wird schon im Standard ein sehr langer Bugspriet fest anlaminiert. Daran können zusätzliche Segel wie ein Gennaker oder ein Code Zero gefahren werden. Natürlich ist auf speziellen Wunsch ein höheres Rigg aus Kohlefaser machbar. Und der Kunde kann zwischen zwei Kielvarianten mit 2,60 oder 3,00 Meter Tiefgang wählen. 

Für den Ausbau unter Deck wird vorerst nur eine Ausbauvariante mit drei großzügigen Doppelkabinen und zwei Bädern mit jeweils abgetrenntem Duschbereich angekündigt. Bei der 46LC aus dem tourenorientierten Long-Cruise-Programm ist die Aufteilung unter Deck den ersten Plänen nach beinahe identisch. Bei der rund 70 Zentimeter längeren, neuen Grand Soleil 48 ist dagegen die Achterpiek etwas größer. Damit kann hinten in der Heckgarage auch ein Beiboot quer lagern. 

Fotostrecke: Grand Soleil 48

Cantiere del Pardo aus Forli an der italienischen Adriaküste hat bis heute weder genauere technische Daten noch detaillierte Spezifikationen oder Preislisten bekanntgegeben. Auch die Händler kennen die Preise offenbar noch nicht. Das erste Boot, eine Race-Version mit Kohlefasermast, soll die Werft schon Ende Mai 2018 verlassen. 

Technische Daten Grand Soleil 48
Konstrukteur / Design Marco Lostuzzi / Nauta Design
Lüa (Rumpflänge)  14,90 m
Breite  4,50 m
Tiefgänge  2,60 m (Performance)  / 3,00 m (Race) 
Gewicht  11,5 t (Performance) / 10,5 t (Race) 
Segelfläche am Wind  137 qm
Michael Good am 15.02.2018

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