J 70
Mehr als nur ein neues Schiff

Noch nicht mal im Wasser, doch schon wurde die J 70 als neues Boot für die US-Vereinsmeisterschaft vom New York Yacht Club angekündigt

  • Dieter Loibner
 • Publiziert am 19.01.2012

J Boats Die neue J 70: trailerbar mit Hubkiel, einladend mit großem Cockpit und aufregend mit Squaretop-Groß und Gennaker am Rüssel

Anfang September werden in Newport, Rhode Island, beim ehrenwerten NYYC die 24 besten US-Yachtclubs um ihre Meisterschaft segeln. Nicht nur auf den altbekannten Sonars, sondern ab heuer auch auf der brandneuen J 70, die demnächst in den USA der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll.

Mit dem ersten Hubkieler von J Boats soll eine neue Ära eingeläutet werden, nicht nur beim NYYC, sondern im organisierten Segelsport allgemein. Das Boot ist leicht trailerbar und auch sonst sehr modern konzipiert mit großem Cockpit, kleiner Kabine, Kohlefasermast, einfachem Segelplan (Squaretpp-Groß, Rollfock und Gennaker, der am ausziehbaren Rüssel gefahren wird) sowie einem kleinen 2,5-PS-Außenborder als Hilfsmotor. Es soll erfahrene Regattasegler fordern, aber auch weniger ambitionierten Seglern Spaß machen, die „nur mal so” einen Vergnügungsschlag unternehmen wollen, mit Freunden oder Familie. Das Boot wird deshalb auch verstärkt Clubs angeboten, die damit ihre Flotten erweitern oder aufbessern können, um ihren Mitgliedern auch modernes Segelgerät zur Verfügung zu stellen.

J Boats Flottenkonzept: Nicht nur der NYYC soll eine Ladung dieser Boote anschaffen, sondern auch andere Clubs, die damit Leute ansprechen könnten, die nur segeln, nicht aber Bootsbesitzer sein wollen

„Heute können oder wollen sich leider immer weniger Leute ein eigenes Boot leisten”, sagte J-Boats-Chef Jeff Johnstone im YACHT-Interview. „Deshalb muss man Programme entwickeln, die auf Kielbooten stattfinden, die den Clubs gehören. Das ist eine neue Strategie, denn es müssen Boote sein, die einerseits spannend zu segeln sind, aber nicht kompliziert sein dürfen und auch was aushalten müssen. Das war unser Leitgedanke bei der Entwicklung der J 70. Es wird gleichzeitig unser erstes Boot mit Hubkiel, der das Trailern erleichtert und das Wassern an der Slipanlage ermöglicht.”

Die J 70 soll ab Frühjahr bei CF Composites in Bristol, Rhode Island, gebaut werden, wo auch die J 95 und J 111 gefertigt werden. Ab Sommer soll das Boot dann auch in Europa hergestellt werden, doch genauere Angaben wurden dazu bisher nicht gemacht.

J Boats Modernes Deckslayout: großes Cockpit, kleine Kajüte, wenig Firlefanz. Segeln soll einfach sein und möglichst vielen Spaß machen

Doch zurück zum NYYC und seiner Clubmeisterschaft, die mit den stark unterschiedlichen Bootstypen die Vielseitigkeit der Segler testen soll. Denn die Sonar ist ein konventioneller Verdränger mit symmetrischem Spinnaker, während die J 70 ein moderner Gleiter mit Gennaker ist, also völlig anders gesegelt werden will. Die drei Top-Teams der US-Meisterschaft qualifizieren sich für den NYYC Invitational Cup, der erst 2013 wieder mit Clubteams aus aller Welt ausgetragen werden wird, und zwar auf Swans 42, denen die J 70 von der Konzeption her angeblich ähneln soll. Beim letzten Invitational Cup war Deutschland übrigens durch den Norddeutschen Regatta Verein vertreten, der unter 22 Teams allerdings nur Platz 15 belegen konnte.

Mehr zum Boot und zur US-Clubmeisterschaft beim NYYC .


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Themen: J 70J BoatsNew York Yacht ClubNYYC Invitational Cup

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