Test Hallberg-Rassy 372

Marktoffensive aus Schweden

Rassiger, eleganter und jetzt mit Achtercockpit. Die YACHT durfte als erstes Fachmagazin überhaupt für einen Test an Bord der neuen 372

Michael Good am 05.01.2009

Mit der sportlich orientierten Grundausrichtung begeht Hallberg-Rassy neue Wege und will das Werftangebot damit auch breiter abstützen. Trotz allem bleibt auch die 372 zweifellos eine typische HR mit allen Eigenschaften und Vorzügen, welche das weltweite Image der Werft und deren Produkte über die Jahre so stark gemacht haben.

Dennoch ist das jüngste Boot aus der schwedischen Traditionswerft in vielen Belangen anders als der Rest des sonst so stringenten Programms. Zum Beispiel das Achtercockpit. Zum ersten Mal überhaupt präsentiert Hallberg-Rassy mit der 372 eine Yacht, bei welcher das Achtercockpit ganz unabhängig von den Dimensionen des Bootes umgesetzt wurde. Und: Die Werft ersetzt damit auch nicht ein bestehendes Boot, sondern ergänzt vielmehr das Angebotsspektrum. Denn die gleich große HR 37 bleibt als Alternative mit Mittelcockpit weiterhin im Programm.

Aber auch der frische optische Auftritt hebt die 372 von der Werftlinie ab. Der Kajütaufbau ist wegen des Achtercockpit nicht nur ungewohnt lang, sondern auch runder und harmonischer geformt als die der Mittelcockpityachten. Die Luken auf dem Deckshaus sind nicht mehr aufgesetzt, sondern bündig eingelassen, und die Heckpartie ist jetzt halboffen gestaltet, ein Novum bei Hallberg-Rassy. Weiter ist die Rollanlage für das Vorsegel unter Deck installiert, und das moderne Drei-Salings-Rigg ist um über einen Meter höher als beim vergleichbaren Mittelcockpit-Modell HR 37. Insgesamt ist die 372 die vielleicht schönste und aufregendste Yacht aus Ellös.

So neu und anders die Hallberg-Rassy von außen auch ist, so typisch und werfteigen präsentiert sich das Interieur. Die gewohnt perfekt verarbeiteten Mahagoni-Einbauten, das gradlinige und schnörkellose Layout sowie die klassische Anmutung mit den offenbar unabdingbaren Gardinen lassen keinen Zweifel über die Herkunft des Bootes. Viele Hersteller von Achtercockpityachten bieten für Yachten im gleichen Längensegment schon Ausbaualternativen mit drei Kabinen an. Bei der Hallberg-Rassy 372 bleibt es jedoch bei nur einem Grundriss mit zwei Kammern, dafür mit einer großen Nasszelle und einer schönen, tiefen Backskiste.

Michael Good am 05.01.2009

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