Bootsbau

Linjett startet Sonderlinie von Cruiser/Racern

Die schwedische Werft steht für grundsolide, der Tradition verpflichtete Fahrtenyachten. Nun bringen sie einen radikalen 50-Fußer aus Carbon

Fridtjof Gunkel am 04.03.2019
Shogun
Werft

Shogun 50: die etwas andere Linjett

Auf den ersten und auch den zweiten Blick erinnert Linjetts Shogun 50 an die Swan 50, und dies ist beileibe kein Zufall. Shogun-Initiator ist der Schwede Mats Bergryd, ein Eigner dieses Typs der finnischen Nautor-Werft. Bergryd suchte jedoch ein Boot für die kleine Crew, das einfacher handzuhaben ist und für sein Heimatgewässer Ostsee weniger Tiefgang mitbringt, aber genauso schnell wie die Swan 50 und ebenfalls regattatauglich ist. Mit diesen Vorgaben beauftragte er die schwedischen Designer Hakan und Oscar Södergren, die wiederum die Linjett-Werft Rosättra ins Spiel brachten. An dem Projekt beteiligt sind Experten wie Marström Composite, Diab, Vaxholm Composit und für den Formenbau Macromould, die unter Anderem auch für Hallberg-Rassy arbeiten. 

Das Joint venture fertigt den neuen Performance-Cruiser komplett aus Carbon-Schaum-Sandwich im Vakuum-Infusionsverfahren. Die Möbel entstehen ebenfalls in Kohlefaser, werden aber furniert. Das Boot soll nur 7,8 Tonnen wiegen, wovon 45 Prozent in der Kielbombe stecken. Die Finne ist komplett aus solidem Carbon hergestellt und lässt sich in eine Kassette ziehen, wodurch der Tiefgang von 3,5 auf die geforderten 2,00 Meter sinkt.

Der Mast steht relativ weit achtern, was ein größeres Vorsegel erlaubt. Das Groß ist als Fathead ausgeführt, das Rigg mit doppelten Achterstagen ausgestattet. Der Gennakerbaum lässt sich um 1,8 Meter aus einem zentralen Rohr herausfahren. Eine Selbstwendefock ist vorgesehen, ebenso elektrische Winschen. Die Doppelruder sind recht groß gestaltet, um die Kontrolle weiter zu verbessern. Auffällig ist der stark negativ geneigte Bug und die versetzt angebrachten scharfen Ausformungen, welche vereinzelt auf Sportkats als Spritzwasser-Abweiser und zum Verstärken des Vorschiffs zum Einsatz kommen. 

Fotostrecke: Shogun 50

Das Interieur erhält einen aktiven Bereich zum Segelbergen und -packen und einen passiven zum Schlafen und Ausspannen. Das erste Boot wird nach den Wünschen des Eigners recht minimalistisch ausgestattet. Noch ist Shogun ein Einzelbauprojekt. Da das Boot aber komplett in Formen entsteht, lässt es sich als Serie reproduzieren und ist dann weitgehend individualisierbar. Neben der Fertigung der Linjett-Serie und Service-Arbeiten will die Rosättra-Werft Einzel- und Kleinserienprojekte als drittes Standbein etablieren. Ein Preis für die Shogun 50 wurde noch nicht kommuniziert.

Technische Daten Shogun 50
Rumpflänge 15,20 m
Länge Wasserlinie 14,20 m
Breite 3,88 m
Gewicht/Kielgewicht 7,8 t/3,6 t
Tiefgang 2,0–3,5 m
Großsegel 75 qm
Selbstwendefock 60 qm
Gennaker 230 qm

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Fridtjof Gunkel am 04.03.2019

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