Exklusiv: J121
J Boats mit spannendem 40-Fuß-Konzept

Als "Offshore-Speedster" kündigt die amerikanische Marke ihre neue J121 an – und überrascht mit modernem Deckslayout und Wasserballast

  • YACHT Redaktion
 • Publiziert am 10.10.2016

J-Boats J121. Die Linien wirken vertraut, das Konzept aber ist innovativ und konsequent

Sie gehörten zu den Ersten, die auf asymmetrische Spinnaker setzten. Sie entwickelten mit der J70 das meistverkaufte Kielboot der vergangenen vier Jahre. Jetzt überraschen die Johnstones einmal mehr. Mit der Präsentation ihrer jüngsten Neuentwicklung, der J121 (gesprochen one-two-one oder eins-zwo-eins) verabschieden sie sich vom traditionellen Regattasegeln.

Das 40-Fuß-Boot, tituliert als "Offshore-Speedster", folgt dem Konzept der J88 und J111. Es ist ausgelegt für deutlich kleinere Crews als üblich. Statt wie bisher in dieser Größenklasse von acht, soll es von maximal fünf Personen gesegelt werden; es eignet sich aber auch für den Ein- oder Zweihandbetrieb.

Dafür stattet J Boats die 121 erstmals mit Wasserballasttanks aus, die fehlendes Gewicht auf der Kante kompensieren und sich sogar vom Cockpit, statt von unter Deck aus, befüllen, leeren oder umpumpen lassen.

J-Boats Riss und Decksansicht der neuen J121, die 2017 ihr Debüt feiern soll

Es ist nicht das einzige Novum. Die J121 besitzt als erstes Modell der Werft zwei Steuerräder. Alle Vorsegel einschließlich Code 0, Spis, Genua und Stagfock werden auf Rollanlagen gefahren – auch dies ein Merkmal für einfache Bedienbarkeit. Statt der bisher verbauten Genuaschienen wird die Yacht über 3-D-Holepunkte verfügen, die einen größeren Verstellbereich haben – noch eine Anleihe aus dem französisch dominierten Offshore-Rennsport.

Statt das Boot vor allem für klassische Up-and-Down-Kurse auszulegen, soll die J121 deutlich breitbandiger sein und damit auch auf Langstrecken mit hohem Reach-Anteil gut funktionieren. Es ist eine sehr bewusste Neupositionierung. Die Werft begründet sie mit den veränderten Freizeitgewohnheiten.

Tatsächlich liest sich die Vorstellung, die YACHT online exklusiv vorliegt, in Teilen wie eine Gesellschaftsanalyse. "Der Segelsport passt sich mehr und mehr der sich schnell verändernden Demografie, Technologie und den Trends in einer stetig sich beschleunigenden Welt an", heißt es darin. "Je schneller unser Leben wird, desto größer wird der Wunsch, dem Zeitdruck und den Verpflichtungen zu entkommen." Dazu passe freilich nicht mehr, für gelegentliche Regatten große Crews zu rekrutieren und zu koordinieren.

J Boats reagiert mit der J121 ganz bewusst auf den Rückgang der Meldezahlen im traditionellen Yachtsport – und wohl auch bei den Verkaufszahlen klassischer Cruiser-Racer. Die Neue soll nicht nur leichter nutzbar sein, mit weniger Crew, sondern obendrein vielfältiger. Ob bei Clubregatten, nationalen und internationalen Meisterschaften oder bei Einhand-Langstreckenrennen wie der Silverrudder Challenge of the Sea sei sie weniger fordernd und biete daher mehr Segelspaß als konventionelle Cruiser-Racer.

Das Boot muss man sich vom Charakter her demnach als Crossover vorstellen – eine Kreuzung zwischen 40-Fuß-IRC-Renner und Class 40. Auch ein reduzierter, aber durchaus komfortabler Ausbau unter Deck ist Teil des Programms. Er umfasst eine Doppelkammer achtern, Nasszelle, Navi, Pantry und einen Salon mit zwei Kojen auf den Bänken sowie zwei weiteren zum Hochklappen.

Die Premiere, für kommendes Frühjahr geplant, verspricht spannend zu werden. Derzeit wird schon an den Formen gearbeitet. Der Preis für die in Newport an der US-Ostküste gebaute J121 soll nach Auskunft des deutschen Händlers, der Mittelmann's Werft in Kappeln, bei rund 335 000 Euro liegen.


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Themen: Cruiser-RacerJ 121J Boats

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