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Interboot-Premieren, Teil I: Dinamica 940

In Friedrichshafen gibt es viele interessante Boote erstmals zu sehen – vor allem unter zehn Meter

  • Jochen Rieker
 • Publiziert am 18.09.2010

YACHT/J. Rieker Schlank & schön: Dinamica RS 940

Interboot-Premieren, Teil I: Dinamica 940

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Interboot-Premieren, Teil I: Dinamica 940

Das Wetter ist eigentlich zu gut, um das Wochenende nicht auf dem Wasser zu verbringen. Aber bei der Interboot lohnt sich ein Tag drinnen. YACHT online zeigt alle Neuheiten vom Bodensee. Teil I: Dinamica RS 940

Vom Gardasee kommt ein eleganter, im Design sehr puristisch gehaltener Daysailer. Er erinnert in den Linien und vielen Details an Wettbewerber aus dem selben Segment, insbesondere die Brenta 30 und die Esse 990.

Zu den wichtigsten Merkmalen zählen das achterstaglose Rigg, das ein weit ausgestelltes Groß mit Squarehead-Topp ermöglicht, ein ausfahrbarer Kohlefaser-Bugspriet, der sehr tief gehende T-Kiel (2,10 m) für gute Kreuzeigenschaften und ein hohes aufrichtendes Moment sowie die Selbstwendefock, die das sportliche Boot auch für EInhandsegler prädestiniert.

Selbst mit dem kleinen Vorsegel erreicht die Dinamica ein beachtliches Potenzial. Ihre Segeltragezahl liegt bei 5,8. Das verspricht beste Leistung schon bei Leichtwind. Dafür sorgen auch die schmale Rumpfform sowie die relativ kurze Wasserlinie von 8,20 Meter bei 9,40 Meter Gesamtlänge — aufrecht gesegelt hat das Boot nur eine sehr geringe benetzte Fläche.

Als Konstrukteur zeichnete Claudo Maletto verantwortlich, mehrmaliger Weltmeister und Technischer Direktor für das Luna Rossa Team beim America's Cup.

Doch die RS 940 soll nicht nur seglerisch ein Genuss sein. Sie bietet unter Deck durchaus genügend Komfort für ein Wochenende zu zweit. Eigentlich könnten auch vier Gäste schlafen, doch dann wird der ohnehin nicht üppige Raum schnell eng. Denn das Boot bietet allenfalls Kriech- bzw. Sitzhöhe, im offenen Vorschiff kann man allenfalls bequem liegen.

Dennoch ist der Ausbau vergleichsweise komplett: Kocher, Kühlbox, Chemieklo sind vorhanden, dazu Stauraum fürs Nötigste und Tuchtaschen an den Bordwänden.

Das Finish des Prototyps, von außen schon sehr ordentlich, ließ unter Deck noch etwas zu wünschen übrig. "Wir haben die Bau-Nummer Eins erst in letzter Minute fertig bekommen", sagt Rolf Schlaefer, der das Projekt initiierte und darüber quasi zum Werftchef wurde.

So sei das zentrale Küchenmodul noch nicht in GFK ausgeformt, sondern als Sperrholz-Konstruktion. Man erkennt aber das Bemühen um Qualität. So ist der Rumpf im sichtbaren Bereich sauber mit Polyurethanfüller gespachtelt und bis auf die Rumpf-Deckverbindung absolut glatt. Dinamica-Erfinder Schlaefer, selbst Deutscher, hat bereits eine lange Liste von Verbesserungsmaßnahmen für das erste Kundenboot.

Warum die RS 940, wo es doch schon ähnliche Konstruktionen gibt? Er habe genau so ein Boot für sich selbst gesucht, sagt Rolf Schlaefer. "Aber was es am Markt gab, war mir deutlich zu teuer." Seine Dinamica kostet in der Basisausstattung ohne Motor unter 100.000 Euro — das ist nicht wenig für einen Daysailer, liegt aber weit unter den Preisen der etablierten Wettbewerber.


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