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Interboot-Premieren II: Sigma 600

Preiswert und schnell: Aus Polen kommt ein neues, komplett ausgestattetes Dreimann-Sportboot mit Gennaker und Hubkiel für 11.990 Euro.

  • Jochen Rieker
 • Publiziert am 19.09.2010

YACHT/J. Rieker Günstig ins Gleiten: Sigma 600

Interboot-Premieren, Teil II: Sigma 600

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Interboot-Premieren, Teil II: Sigma 600

Die Sigma 600 ist gewissermaßen die sportliche Antwort auf die Varianta 18. Nichts zum Wasserwandern, statt dessen konzipiert fürs Schnellsegeln – und wie Dehlers Kleinkreuzer auch konkurrenzlos günstig.

Als Clubschiff, Schulungsboot oder fürs private Segelvergnügen ist sie gedacht. Und zumindest nach den Linien und den Leistungsdaten erscheint die Sigma 600 diese Vorgaben zu erfüllen.

Bemerkenswert vor allem aber, wie einfach sie konstruiert ist — Voraussetzung für den sehr günstigen Basispreis, in dem bereits die komplette Gennaker-Ausrüstung enthalten ist. Lediglich die mit Tenax-Knöpfen im Cockpit zu befestigende Tasche für das Raumwindsegel kostet 70 Euro Aufpreis. Alles andere, was man zum Gleitvergnügen braucht, kommt serienmäßig mit; darunter Klemmen und Blöcke von Harken.

Der per Leine ein- und ausfahrbare Bugspriet aus Alu ist in zwei Nirobeschlägen an Deck fixiert. Das kann man schicker machen, aber es geht auch so. Rumpf und Deck sind über einen Flansch verbunden und laminiert; auch das eine simple Lösung. Ein über die GFK-Fläche geschobener, recht dünner Gummikeder kaschiert den Flansch und fungiert zugleich als Scheuerleiste. Hübsch geht anders, aber dass da nicht überall ganz sauber gearbeitet wurde, entdeckt man nur bei genauem Hinsehen.

Ansonsten folgt die Sigma 600 den Trends im Bootsbau. Das Rigg mit einem stark gepfeilten Salingspaar kommt ohne Achterstag aus. Dadurch kann das Groß im Achterliek weit ausgestellt werden. Die Fock ist mit 6 Quadratmeter recht klein; der Segelhals ist nicht am Steven, sondern nach achtern versetzt angeschlagen. Fläche schafft vor allem der Gennaker, der mit 21 Quadratmeter die nötige Leistung auf raumen Kursen bringen soll.

Nach Angaben von Martin Maziak vom deutschen Importeur Active Sailing Sport in Radolfzell am Bodensee verspricht die Sigma 600 einer Drei- oder Viermann-Crew Gleitfahrt schon ab 4 bis 5 Beaufort. Sie ist damit eine preiswerte Alternative zu Booten wie der Streamline, deren Heck sie übernommen hat, oder dem Laser SB3 — beide mit weit größerer Verbreitung, besserer Ausstattung und erwiesenem Potenzial.

Praktisch ist die Sigma übrigens auch. Segel können im Vorschiff gestaut werden, das über eine allerdings recht kleine Luke von der Plicht aus erreichbar ist. Dort ist auch Platz für das lange, schlanke Ruderblatt aus Aluminium und für den Galgen, mit dessen Hilfe der 105 Kilo schwere Hubkiel aufgeholt werden kann.

Nicht ganz nachvollziehbar erscheint, dass die unter der Plicht platzierten Auftriebskörper den Zugang zum Cockpitboden und damit zu den dort verbolzten Beschlägen erschwert. Stimmen die Segeleigenschaften, dürfte das freilich kaum ins Gewicht fallen.

Ein Test der Sigma 600 wird in Kürze in der YACHT erscheinen.


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