Beneteau
Interboot Premieren II - Oceanis 45

Erstmals in Deutschland zu sehen: Die neue Fahrtenbootreihe der weltgrößten Werft zählt zu den Messe-Highlights in Friedrichshafen

  • Jochen Rieker
 • Publiziert am 18.09.2011

YACHT/J. Rieker Beneteau Oceanis 45

Gleich mit zwei Premieren ist Beneteau-Händler Graf-Yachting an den Bodensee gekommen. Auf der Interboot können Besucher die Oceanis 41 und 45 genau unter die Lupe nehmen – Boote, die in vielerlei Hinsicht Neues bieten.

Schon auf den ersten Blick differenzieren sich die Modelle vom Rest des Marktes. Da ist zum einen der mächtige Targabügel überm Niedergang, ferner großzügig verglaste Flächen backbord und steuerbord des Niedergangs – Elemente, die der Weltmarktführer erstmals vergangenes Jahr in der Sense-Serie gezeigt hatte.

Beneteau Oceanis 45

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Premiere auf der Interboot 2011: Die neue Oceanis 45 ist erstmals in Deutschland zu sehen

Der Bügel, über den auch das Groß geschotet wird, lässt sich als Anschlagpunkt für Sprayhood und Bimini sinnvoll nutzen. Die Scheiben im Aufbau bringen Licht und Sicht ins Bootsinnere.

Vor allem die 45er beeindruckt durch ihre schiere Größe sowohl an als auch unter Deck. Das Cockpit nutzt fast die gesamte Rumpfbreite, was Platz schafft für ein mächtiges Tischmodul. Gut gelöst ist die erstmals bei den Franzosen realisierte Sitzbank achtern, die sich komplett abfieren lässt und dann als riesige Badeplattform dient. Dazu muss man lediglich die Schnappschäkel der Relingszüge sowie die Bank-Arretierung lösen. Nachdem zunächst Bavaria bei der Cruiser-Serie und ein Jahr später auch Hanse ähnliche Lösungen angeboten hatten, schließt sich nun auch Beneteau diesem Trend an.

Unter Deck wirkt die 45 wesentlich wohnlicher als die Vorgängerserie. Während dort viel Stehfläche einer relativ schlichten Möblierung entgegenstand, ist der Raum jetzt weit konsequenter genutzt. Auch die Wertigkeit des Ausbaus hat gewonnen. Das helle Hauptschott zum Beispiel ist nicht nur mit Melamin beschichtet oder lackiert, sondern mit Vinyl bespannt. Das fühlt sich besser an und dämpft obendrein die Schallreflexion.

Zusätzlich zu dem großen U-Sofa findet sich an Backbord ein Sofa samt Navitisch, der sich verschieben lässt. Entweder man navigiert mit dem Rücken zur Fahrtrichtung, oder man platziert den Tisch mittig, dann geht es auch "richtig" rum. Die Pantry fällt sehr groß aus, obwohl sie baugleich ist mit dem Modul, das auch in der Oceanis 41 Verwendung findet. Vor allem die Schränke sind sehr tief. Ein Top- und ein Frontloader-Kühlschrank nehmen Unmengen an Kühlgut auf.

Die Kammern im Achterschiff sind großzügig dimensioniert. Im Vorschiff muss man schon von fürstlichen Platzverhältnissen sprechen. Hier wie dort lässt Beneteau den Eignern viel Gestaltungsfreiheit. Die 45er kann man wahlweise auch mit vier oder nur zwei Kammern ordern. Beneteau-Händler Markus Graf sieht darin ein großes Plus: "Die Werft geht jetzt viel individueller auf Kundenwünsche ein. Wir haben sogar eine 41er ohne Nasszelle im Vorschiff realisiert. Das wäre früher undenkbar gewesen."

Ist die neue Oceanis nun eine halbe Sense? Sicher nicht. Zwar übernimmt sie einzelne Gestaltungsmerkmale wie etwa die Kimmkanten am Rumpf, insgesamt aber bleibt sie vom Konzept her das konventionellere Fahrtenboot. Damit wahrt sie deutlichen Abstand zur Schwesterlinie. Und noch etwas fällt auf: Auch gegenüber Jeanneau differenziert sich Beneteau klarer denn je. Das wird in Friedrichshafen deutlich, wo zwei Stände weiter in Halle A1 auch die neue Sun Odyssey 509 Deutschlandpremiere feiert – optisch ganz eigenständig. Aber darüber morgen mehr an dieser Stelle!


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