Ofcet 32
Hochsee-Renner für kleine Crew

Nach großen Erfolgen in der Classe Mini stellt Ofcet in Kürze eine spannende Zehn-Meter-Yacht vor, die auch zum Fahrtensegeln taugen soll

  • Jochen Rieker
 • Publiziert am 29.07.2016

Chantier Ofcet Ofcet 32

Vor zwei Jahren erst gestartet, gilt die kleine Werft Chantier Ofcet in La Rochelle als einer der ambitioniertesten Bootsbauer, wenn es um kleine Hochsee-Rennyachten geht. Die Marke hat ihre Wurzeln in einem Service-Betrieb, der sich seit 2008 auf die Regatta-Vorbereitung von Rennyachten spezialisiert. Irgendwann war das den Gründern –  Yann Dubé, einem ehemaligen Luftfahrt-Ingenieur, und Profisegler Mathieu Piquelé – dann doch zu wenig und sie beschlossen, nebenher selbst einzusteigen ins Bootsgeschäft.

Ihr Debüt verlief fantastisch. Beim MiniTransat vorigen Herbst gewann ihre Ofcet 6.50 die Serienwertung und belegte auch gleich Platz 2. Ein überragendes Ergebnis, zumal mit der ebenfalls neuen Pogo3 ein harter Wettbewerber am Start war – entwickelt von einer Werft, welche die Klasse über Jahrzehnte geprägt und bestimmt hatte.

Folgt jetzt mit der neuen Ofcet 32 der nächste Coup? Einiges spricht dafür.

Bau-Fotos und Pläne der neuen Ofcet 32

8 Bilder

Die IRC-optimierte Hochsee-Rennyacht zählt zu den leistungsfähigsten Neuerscheinungen dieses Herbstes

Denn das Projekt ist sehr speziell – eine IRC-optimierte Hochseerennyacht für Einhandbetrieb oder kleine Crews. Davon gibt es nicht viele am Markt, jedenfalls nicht in der hier gezeigten Konsequenz. Gleichwohl hofft Yann Dubé auch auf Interesse von ambitionierten Fahrtenseglern.

Eric Levet von Marc Lombard Yacht Design hat das 9,80 Meter lange Boot mit der markanten Linienführung konstruiert. Die Grunddaten lassen bereits auf ein hohes Leistungspotenzial schließen: 3,4 Tonnen Verdrängung bei 60 Quadratmeter Segelfläche am Wind ergeben eine Segeltragezahl von 5,2. Raumschots springt der Indikator auf 7,3. Der vorläufige IRC-Rennwert liegt je nach Konfiguration zwischen 1009 und 1017.

Dabei ist die Ofcet 32 bewusst breitbandig ausgelegt. "Hohe Leistungswerte auf allen Kursen sind für einen Offshore-Racer besonders wichtig", sagte Levet gegenüber dem "Seahorse"-Magazin (Interview in der aktuellen Ausgabe). Weil im Solo- oder Zweihand-Betrieb kein Crewgewicht auf der hohen Kante zur Verfügung steht, weist das Boot viel Formstabilität auf. Doppelruder sorgen für Beherrschbarkeit bei Lage. Der Flossenkiel kommt ohne Bombe aus, was nach IRC Vorteile ergibt; der Ballastanteil liegt nach Werftangaben bei fast 50 Prozent!

Um diese Relation zu erreichen und das Gesamtgewicht in Grenzen zu halten, bestehen Rumpf, Deck und Schotten komplett aus Schaumsandwich. Nur im unmittelbaren Kielbereich findet sich Volllaminat. Außerdem übernehmen die Podeste des Kajütausbaus – mit der Bodengruppe zusammen in nur einem Stück laminiert – aussteifende Funktion.

Die Ofcet 32 soll um die 140.000 Euro kosten und in Kürze zu Wasser gehen. Nominiert für Europas Yacht des Jahres in der Kategorie Performance-Cruiser hat sie es bereits vorab geschafft, international Aufmerksamkeit und  Beachtung zu finden. Sie zählt fraglos zu den heißesten Premieren des Modelljahrgangs 2016/17.

Hier geht es zur Homepage der Werft, hier zum Facebook-Konto von Ofcet .


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Themen: BlauwasserChantier OfcetIRCMarc Lombard DesignOfcet 32Offshore-Racer/Cruiser

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