Superyacht Awards
„Hetairos” wird ausgezeichnet

Gigantische Größe. Gefälliges Aussehen. Bestechende Performance: Der Einsatz von Hightech verleiht „Hetairos” beinahe magische Qualitäten

  • Dieter Loibner
 • Publiziert vor 9 Jahren

YPS/Neumann Siegertyp: „Hetairos" gewinnt am Wasser und bei den Superyacht-Awards

„Hetairos”, die von Reichel/Pugh Yacht Design und Dykstra & Partner konsturierte und von Baltic gebaute 66-Meter-Panamax Ketsch, gewinnt nicht nur Regatten, sondern auch Auszeichnungen. Wie zum Beispiel die besondere Ehrung durch die Jury bei den World Superyacht Awards in Istanbul für den „bemerkenswerten Beitrag zum technischen Fortschritt von segelnden Superyachten”. Was für ein fader Titel für so ein aufregendes Schiff.

Tim Wright Gewohnte Ansicht: Konkurrenten sehen das Heck der „Hetairos"

Ihre Größe von fast 220 Fuß und der Retro-Look machen „Hetairos” nach außen zum Hingucker. Die traditionellen Decksaufbauten, der lange Buspriet und die klassische Heckform, die alle ein bisschen an einen Windjammer erinnern, sind in dieser Kombination einzigartig. Doch der Rest der Yacht repräsentiert den letzten Stand der Technologie. Neueste Konstruktionsmethoden für den Bau aus Kohlefaser (sie ist angeblich die größte Yacht, die bis heute aus diesem Material gebaut wurde) und eine konsequent umgesetzte Philosophie, die sich auf größtmögliche Gewichtersparnis stützt, verleihen dem Schiff das Leistungspotenzial einer Rennyacht.

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Die Entwicklungsarbeit bei Reichel/Pugh begann 2003 und stand der eines America’s Cup Renners in nichts nach. Man baute ein Modell im Maßstab von 1:7,5 um damit in den Tanktests die Strömungsdaten zu überprüfen, die von Frank DeBord mit FloSim und Splash (Computational Fluid Dynamics) errechnet wurden. „Wir testeten 17 verschiedenen Konfigurationen, bis wir an jener anlangten, die dann auch gebaut wurde”, erklärte Designer Jim Pugh. Und diese Maßnahmen haben sich bezahlt gemacht, wie „Hetairos” mit ihren Siegen nach gesegelter Zeit bei der Transatlantic Superyacht Regatta und beim RORC Caribbean 600 eindrucksvoll unter Beweis stellte.

Reichel/Pugh Hetairos gewinnt am Wasser und auch bei den Superyacht-Awards

Länge läuft und Leichtigkeit erst recht. Was „Hetairos” aber auch zeigte, ist Stabilität. Eine Kollision mit einem unter Wasser liegenden Felsen – bei 9 Metern Tiefgang eine echte Gefahr – während der St. Barth-Regatta, verlief relativ glimpflich, weil die vorne an der Kielbombe installierte Crashbox die beim Aufprall frei gewordenen Kräfte abfangen konnte. Projektmanager Jens Cornelsen gab an dass „der Rest des Kiels, sowie die durch den gesamten Rumpf reichende Kielaufhängung keinen nennenswerten Schaden erlitten hat”. Zur Reparatur musste erst mal eine Werft gefunden werden, die ein Schiff dieser Größe kranen kann...

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Große Schiffe haben also ihre eigenen Probleme. Dabei hätte „Hetairos” noch größer ausfallen können. Doch der Eigner wollte eine Yacht, mit der er durch den Panamakanal kann, weshalb dem Rigg von der maximalen Durchfahrtshöhe der Kanalbrücke Grenzen gesetzt waren. Der Hauptmast ist deshalb „nur” 62,5 Meter hoch. Daher auch der für „Hetairos” manchmal gebräuchliche Ausdruck „Panamax-Ketsch”.


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Themen: BalticDykstra & PartnerHetairospanamaxReichel/Pugh Yacht Design

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