Modell-Update

Hanseboot-Premieren II: Azuree 33C

Zum ersten Mal überhaupt in Hamburg: Die klug modifizierte Zehn-Meter-Yacht von Azuree überzeugt durch Raumgefühl und Individualisierbarkeit

Jochen Rieker am 29.10.2016
Hanseboot-Premieren II: Azuree 33C

Hanseboot-Premieren II: Azuree 33C

Noch ist die junge Marke aus der Türkei nicht jedem bekannt. Aber merken sollten sich Segler den Namen auf jeden Fall. Denn die Werft, die dahintersteckt – Sirena Marine –, zählt zu den besten Europas. Und sie macht keine halben Sachen. 

Das zeigt nicht zuletzt die Azuree 33C auf der Hanseboot, erstmals präsentiert vom deutschen Händler Nordic Yachting. Sie ist die aktuelle Weiterentwicklung des bereits vor fünf Jahren präsentierten Einstiegsmodells, kleinste einer Linie von bisher drei Yachten. Die größeren Schwestern heißen Azuree 41 und 46, beide von Rob Humphreys konstruiert.

Fotostrecke: Hanseboot-Premieren II: Azuree 33C

Die 33C dagegen stammt noch von Giovanni Ceccarelli, sie steht für die italienischen Erbanlagen der Linie. Nahezu unverändert blieb der achtern sehr breit auslaufende Rumpf mit den charakteristischen, stark ausgeprägten Chines. Er vermittelt eine sportive Grundausrichtung, die durchaus gewollt ist.

Tatsächlich positioniert sich Azuree im Segment der Performance-Cruiser, ohne dabei freilich Wohnlichkeit und Komfort zu vernachlässigen. Im Gegenteil: Recht umfangreich geriet bereits die Grundausstattung, gehoben der Ausbaustandard. Folglich ist die 33C mit knapp 5,2 Tonnen Verdrängung auch kein Leichtgewicht. 

Das V-förmig angeordnete Cockpit verfügt über zwei gut integrierte Steuerstände weit achtern, die auf zwei Ruderblätter wirken. Im YACHT-Test der Vorgängerversion zeigte sich das Boot sehr gutmütig und auch im Grenzbereich sicher kontrollierbar.

Hübscher gestaltet sind bei der modifizierten 33C jetzt Duchten und Cockpitsülls, die allerdings recht flach ausfallen. Auf Wunsch gibt es einen im Plichtboden versenkbaren und per Seilzug aufholbaren Tisch, der bis zu sechs Seglern Platz bietet – eine in dieser Klasse ungewöhnlich aufwändige Lösung.

Unter Deck sind die Änderungen weitaus augenfälliger. Kein Vergleich mehr zum eher beengten Eindruck, der bisher vorherrschte. Nun bietet die Azuree 33C die Option auf ein nahezu offenes Vorschiff, das nur durch einen Ringspant vom Salon abgegrenzt wird und ein umwerfendes Raumgefühl schafft. Wer möchte, kann die Doppelkoje im Bug aber auch per Schott oder Vorhang abtrennen – was aber ein Jammer wäre.

Hanseboot-Premieren II: Azuree 33C

Variabel: Navigation

Die Pantry, ursprünglich längs orientiert, ist jetzt als L-Konfiguration angeordnet. Da sich Wasserhahn und Armatur ins Waschbecken einschwenken lassen, wirkt das Modul eher wie ein Bartresen als eine Küchenzeile, auch dies ein optischer Gewinn. Regelrecht spielerisch lässt sich der Bereich zwischen Salonsitzbank und Nasszelle an Steuerbord konfigurieren – mit einer klappbaren Navi, die an sich nichts Ungewöhnliches ist, aber auch mit einem bunten "Day & Night"-Schrank, in dem sich Flaschenfach und Kaffeautomat verbergen.

Die Doppelkammer achtern gehört zu den größten in dieser Klasse – möglich durch das sehr breite Heck der Azuree 33C. Wer den Kleiderschrank nicht mitordert, findet hier eine geradezu luxuriös luftige Kabine, die obendrein über mehrere große Luken verfügt. Das Abteil ist so gelungen, dass man als Eigner die Qual der Wahl hat, wo man lieber schläft – vorn oder achtern. Bei Booten der Zehn-Meter-Klasse keine Selbstverständlichkeit.

Auch die Qualitätsanmutung der Azuree 33C liegt weit über dem Standard. Schöne Eichenfurniere zieren den Ausbau der auf der Hanseboot gezeigten Yacht, deren Kanten sauber geschlossen und mehrfach überlackiert wurden. Selbst im nicht sichtbaren Bereich sind alle Sperrholz-Bauteile entgratet und lackiert. Rumpflaminat, Gelcoat, Edelstahlteile, Polster – bei Sirena alle im eigenen Haus gefertigt – erscheinen makellos und von hoher Güte. So geht auch der mit 138.000 Euro gehobene Preis in Ordnung. 

Nur der Zugang zum Impeller nervt. Weil der Motor aus Gründen der Gewichtsverteilung verkehrt herum eingebaut wurde, mit dem Saildrive nach vorn, sitzt die Kühlwasserpumpe ganz achtern – da, wo man nur mit Verrenkungen hinkommt. Immerhin ist der Maschinenraum ansonsten mustergültig isoliert, sehr geräumig und obendrein mit einem automatisch aktivierten Licht versehen. Und der Ölwechsel für den Saildrive geht in Sekundenschnelle. Da drücken wir gern ein Auge zu ;-)  

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Lust auf einen Hanseboot-Besuch bekommen? Die Azuree 33C finden Sie in Halle B6, gleich beim Eingang Süd. Uns übrigens auch! Der YACHT-Stand ist vis-a-vis von Bente und DSV, unseren netten Nachbarn.

Jochen Rieker am 29.10.2016

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