Messe
Hanseboot-Premieren II - First 30

Sie war noch nie auf einer Bootsausstellung in Deutschland zu sehen. In Hamburg ist die First ein Schlager

  • Jochen Rieker
 • Publiziert am 31.10.2010

YACHT/J. Rieker Grelles Design. Das Rumpfdekor ist nur Show, nicht Serie

Hanseboot-Premieren II - First 30

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Hanseboot-Premieren II - First 30

In voller Kriegsbemalung kommt sie daher. Pinkfarbene Rumpfaufkleber machen die First 30, neben der Sense-Serie Bénéteaus mutigstes Design seit langem, zum Hingucker. Dabei ist sie in Wahrheit gar nicht so wild.

Es gibt vieles, was diesen Performance Cruiser abhebt vom bisherigen Angebot des Marktes. Das achterstaglose Rigg steht weit achtern im Schiff. Die Doppelruder, an sich schon eine Besonderheit in dieser Klasse, sind außen am Spiegel angehängt. Der Rumpf läuft achtern so breit aus, dass man sich an einen 40-Fußer erinnert fühlt. Kimmkanten strukturieren die Flanken. Der T-Kiel mit extrem langer und schlanker Bombe, ist leicht nach vorn geneigt.

Manches, nein einiges, stammt von modernen Open-Designs oder ist angelehnt an Trends der Volvo Ocean Racer. Kein Wunder bei einem Erfolgs-Konstrukteur wie Juan Kouyoumdijan, der dort wie im America's Cup seinen guten Ruf erworben hat.

Doch die First 30 will eigentlich gar nicht so radikal sein, wie sie aussieht. Und das scheint ihren Erfolg auszumachen, wie Bénéteau-Händler Torsten Bergheim glaubt. "Kleine, schnelle Boote finden viele attraktiv. Aber wenn man nicht mit der Familie drin wohnen und Urlaub machen kann, ist es mit der Begeisterung schnell vorbei."

Deshalb hat die First — anders als etwa ihre Vorgängerin 34.7, die als Regattaschiff konzipiert war — einen vollwertigen Ausbau, der fahrtentauglich ist. Große Nasszelle mit Dusche, Pantry mit geräumiger Kompressorkühlbox, breite Achterkammer, zwar knappe Stauräume in der Kajüte, aber genug Kapazität in der Backskiste. Alles da.

Vor zwei Wochen beim ersten Testsegeln an der Ostsee kamen fast 20 Interessenten, darunter auch junge Familien, berichtet Torsten Bergheim. Er rechnet bis Messeende mit einer Handvoll Aufträgen und bescheinigt dem Boot großes Potenzial. Schon jetzt ist die Produktion bis Sommer ausgelastet.

Die Resonanz sei "fast schon erschreckend hoch", scherzt der Flensburger Händler. Das trifft auch auf den Besucherandrang bei der Hanseboot zu. Wer sich in Ruhe mit dem Konzept auseinander setzen will, musste am Wochenende Geduld mitbringen — so voll war es im Cockpit und unter Deck.


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