Messe

Hanseboot-Premieren I – Varianta 44

Eine von nur zwei Weltneuheiten in Hamburg: die minimalistische Neuinterpretation des Fahrtenboots von Hanse

Jochen Rieker am 30.10.2010

Cool. Varianta-Stand in Halle A1 mit Kindermaltisch. Ikea lässt grüßen

Fotostrecke: Hanseboot-Premieren I – Varianta 44

Wie erwartet ist den Greifswalder Bootsbauern einmal mehr ein Messehit gelungen. Die Varianta 44 – für unter 100.000 Euro ein Preisknaller – zieht in Halle A1 die Besucher in Scharen an. Und das Echo ist positiv.

Es ist nicht nur der Preis. Nicht nur die Größe des Bootes, die eine gewaltige Lücke offenlässt zur kleinen Varianta 18. Nicht nur das Ikea-ähnliche Standkonzept. Nicht nur der schräge Schiffsname. Die Varianta 44, entstanden aus der Form der alten Hanse 430, zählt auch sonst zu den Must-sees der Messe und ist definitiv einen Besuch wert.

Auf der Suche nach dem Notwendigen und mit dem Mut zum Weglassen hat die Hansegroup um Werftchef Michael Schmidt ein Boot konzipiert, das viele Entwicklungen der letzten zwanzig Jahre schlicht auf den Kopf stellt.

Statt dem sonst üblichen Mehr-ist-besser-und-ein-bisschen-was-geht-immer folgt die Varianta 44 gewissermaßen der Grundidee des Smart, nur eben im XXXL-Format. Viel war darüber schon zu lesen; die YACHT hat das Boot bereits getestet. Aber wie das nun eigentlich wirklich genau aussieht und sich anfühlt, wollten schon am ersten Tag der Hamburger Bootsausstellung Hunderte Besucher selbst erkunden.

Dabei fiel auf, dass auch alte Salzbuckel, die sich nie ernsthaft für so eine Yacht erwärmen würden, zum Gucken kamen, ebenso Eigner weit teurerer Boote und Charterer ganz ohne Kaufabsichten. Soviel Neugier ist selten.

Mitunter ging am Stand in Halle A1 nichts mehr vor oder zurück. EIn Stau unter Deck sorgte für einen Rückstau im Cockpit. Und das schon kurz nach Hallenöffnung um 10 Uhr.

Die Kommentare der Besucher deckten eine große Bandbreite der Empfindungen ab — von stummem Kopfschütteln über ernsthaftes Interesse bis hin zu wahrer Entzückung. Vor allem Frauen, so ein Händler, zeigten sich von dem Design unter Deck angetan.

Die meist genannten Kritikpunkte: kein Ankerkasten, kein Ankerbeschlag, keine für hochsommerliche Verhältnisse ausreichende Kühlbox in der Pantry, keine Rollanlage für die Genua. Das alles lässt sich freilich nach- oder umrüsten. Nur eins ist unabänderlich: die laufenden Kosten für das über 13 Meter messende Schiff bleiben hoch, der Pflegeaufwand ebenfalls.

Insgesamt scheint die große Varianta, die zum Preis eines komplett ausgestatteten 10-Meter-Bootes auf den Markt kommt, aber mit viel Offenheit von den Seglern begrüßt zu werden. Allein das ist schon ein Erfolg.

Zum YACHT tv Beitrag über die Besonderheiten des Konzepts klicken Sie bitte hier!

Jochen Rieker am 30.10.2010

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