Messe
Hanseboot-Premiere IX: Comfortina 35

Zum Messeschluss ein Evergreen: Schon seit 20 Jahren gibt es die Comfortina 35 – jetzt erstmals als "Made in Germany" in Hamburg zu sehen

  • Jochen Rieker
 • Publiziert am 03.11.2013

YACHT/S. Reineke Hanseboot-Premiere IX: Comfortina 35

Ist das eine Neuheit? Kann ein seit so langer Zeit produziertes Boot überhaupt Premiere feiern? Streng genommen wohl nicht. Denn es hat sich wenig verändert an der Comfortina 35, dem Einstiegsmodell der namhaften Marke. Am meisten in der Fertigung. Statt aus Arvika kommt das dunkelblaue Messeboot mit dem makellos schönen Teakdeck jetzt aus Freienohl im Sauerland, von dort, wo bis vor einem Jahr Dehler seine Fertigung hatte. Eine Schwedin made in Germany.

Auf der Hanseboot ist das dritte Boot zu sehen, das komplett von SQ-Yachts gefertigt wurde. Und wer ein Faible hat für feinste Holz- und GFK-Arbeiten, für elegante Linien und pragmatische Lösungen, der muss die vielleicht zeitloseste Yacht in Halle B6 einfach besuchen.

"Ich war schon ziemlich nervös", sagte Comfort-Yachts-Geschäftsführer Nils Töbke gestern gegenüber YACHT online. Es ist der erste Hanseboot-Auftritt für die in Deutschland gebaute Comfortina 35. Viele Comfortina-Eigner hatten sich angesagt, die meisten wohl nicht so sehr zum Kaufen, sondern um zu sehen, ob die Neue ihren Erwartungen entspricht. Nach dem ersten Wochenende dann Entspannung beim Chef: "Es hatte nicht ein Besucher was zu bemängeln. Alle waren sie zufrieden."

Hanseboot-Premiere IX: Comfortina 35

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Hanseboot-Premiere IX: Comfortina 35

Etwas anderes wäre auch eine Überraschung gewesen.

Die Comfortina 35 erscheint selbst bei gründlicher Prüfung absolut makellos. Wenn überhaupt, dann ist das Niveau der Verarbeitung sogar noch gestiegen. Rumpf und Deck etwa sind so schier und glatt wie bei kaum einem anderen Boot. Der Teak-Ausbau begeistert durch ein harmonisches Maserungsbild und perfekte Passungen.

Und dann sind da noch die Details: Echtholz-furnierte Bodenbretter, die auch von unten und an den Kanten sauber lackiert sind, die ungemein sorgfältige Elektroinstallation, serienmäßig mit verzinnten Litzen. Das gibt es so selbst in der Luxusklasse nur noch selten.

Wer die Comfortina 35 kennt und genau hinsieht, bemerkt auch die Modifikationen, die eingeflossen sind. Das Teakdeck ist jetzt komplett unter Vakuum verklebt, was mangels Schrauben ein Neuverpfropfen nach dem ersten oder zweiten Schliff erspart.

Im Ausbau kann die Werft neuerdings je nach Kundenwunsch diverse Hölzer und Farbwünsche berücksichtigen. Wer es gern hell hat, bestellt Schott oder Schapps weiß lackiert – so wie die erste von SQ-Yachts gebaute 35er. Wer auf Gemütlichkeit Wert legt, ordert sie ganz in Holz wie die Baunummer 2.

Die nach Meinung vieler gelungenste Variante aber ist die auf der Hanseboot präsentierte Baunummer 3, wo einige weiße Akzente sehr schön mit dem sonst überwiegend in Teak gehaltenen Interieur kontrastieren. Neu auch die gerundeten Proflleisten am oberen Abschluss der Schapps sowie ein sehr schicker und zugleich funktionaler Salontisch mit formverleimter Basis, der dem Schiff eine klassisch-moderne Anmutung verleiht.

Ansonsten: das gleiche Layout wie eh und je, die gleichen guten Kojenmaße, dieselbe funktionale Pantry, derselbe große Kartentisch wie seit 20 Jahren. Ist das nicht ein bisschen wenig Innovation, mag mancher fragen. Vielleicht. Aber wieso etwas ändern, das selbst heute noch alle wichtigen Anforderungen an ein Fahrtenboot von knapp elf Metern Länge erfüllt?

Geblieben ist, und das werden viele bedauern, auch der Preis. Rund 210.000 Euro kostet die Comfortina 35 ab Werft – ungefähr das Doppelte einer Großserienyacht gleicher Länge, die zudem mehr Stehhöhe und Volumen bietet. Aber dafür bekommt man dann eben auch eine Qualität und Eleganz, die es so kaum irgendwo sonst gibt. Vor sechs Jahren übrigens gewann die Comfortina einen YACHT-Vergleichstest der Mittelklasse. Sie ist also, trotz ihrer Reife, beileibe nicht von gestern.


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Themen: Comfortina 35Hanseboot 2013Hanseboot-Premiere 2013

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