GreenBente 24

Hanseboot-Premiere IV: die Nachhaltige

Die grüne Bente wird aus nachwachsenden Bootsbaumaterialien gefertigt und überzeugt mit einzigartiger Optik. Die hat aber auch ihren Preis

Michael Rinck am 01.11.2016
Hanseboot-Premiere IV: Green Bente 24

Hanseboot-Premiere IV: Green Bente 24

Auf der vergangenen Hanseboot gab es schon ein kleines Modell der grünen Bente zu sehen, jetzt steht sie zum ersten Mal in Originalgröße auf der Messe. Allerdings ist die GreenBente  eher dunkelbraun. Aber statt Glasfasern und Schaumkern kommen mit Flachs und Kork Werkstoffe zum Einsatz, die einmal grüne Blätter hatten. Daraus wird das Sandwichmaterial für Rumpf und Deck, laminiert wird mit einem Harz auf Leinölbasis. So sollen 90 Prozent der Baumaterialien aus nachwachsenden Rohstoffen stammen. Dazu kommt noch eine sehr gute Kohlendioxid-Bilanz. Denn bei der Weiterverarbeitung der Naturmaterialien wird nicht so viel Energie benötigt wie für die Herstellung von Glasfasern. 

Die GreenBente entspricht in allen Details ihrem Vorbild, lediglich die Baustoffe sind andere. So entsteht das Laminat aus gewobenen Flachsmatten, der Sandwichkern ist aus 15 Millmeter portugiesischem Kork. Laut Friedrich Deimann von Green Boats hat dieser sogar den Vorteil, dass er kein Wasser aufnimmt, sollte sich ein Schaden im Laminat ergeben. Das Leinöl-Epoxidharz kommt per Vakuuminfusion in die Flachsgelege.

Fotostrecke: Hanseboot-Premiere IV: Green Bente 24

Dabei ist die GreenBente nicht schwerer als ihr Vorbild, sie soll genauso stabil sein wie Konstruktionen aus Glasfaser. Das Besondere an dem Prototypen ist aber die sogenannte Sichtoptik. Das heißt, es gibt kein farbiges Gelcoat, sondern die Flachsmatten sind durch ein klares Finish zu sehen. Jede einzelne Faser ist sichtbar, fast sieht diese Bente aus wie selbst gehäkelt. Diese außergewöhnliche Optik hat aber auch ihren Preis, denn damit die Flachsbahnen so präsentabel liegen, muss beim Laminieren mit besonderer Sorgfalt zu Werke gegangen werden. Das treibt die Kosten. Im Grundpreis kommt die GreenBente mit Gelcoat und ohne sichtbare Flachsmatten.

Kostet die GreenBente im Grundpreis schon stolze 68.000 Euro, werden für die Ausgabe mit Sichtoptik 75.000 Euro fällig. Der Prototyp kommt auf Eignerwunsch noch mit 1,60 Meter tiefem Hubkiel, Binnenrigg, Korkstabdeck, ausfahrbarem Gennakerbaum und Polstern. Mit einigen anderen Extras ergibt das einen Preis von 132.000 Euro. Aber selbst im Standard ist die GreenBente noch mehr als doppelt so teuer wie die konventionelle Bente 24. 

Das Bente-Projekt präsentiert sich in Halle B6 am Stand C 128, direkt gegenüber der YACHT.

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Michael Rinck am 01.11.2016

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