X4/9

Grand Turismo auf Dänisch

Sport und Gemütlichkeit auf hohem Niveau: X-Yachts komplettiert die luxuriöse X-Linie und schließt die Lücke zwischen der X4 und der X6

Michael Good am 07.07.2017
X4⁹
X-Yachts

Im letzten Jahr hatte X-Yachts mit den Modellen X4 und X6 (Doppeltest in YACHT-Ausgabe 17/2016) gleich zwei Typen für ein neues Werftprogramm vorgestellt. Die X-Serie soll diejenigen Segler ansprechen, denen das XP-Programm vielleicht zu sportlichen und die eher fahrtenorientierte XC-Line dagegen eher zu wenig ambitionierten Segelsport und Leistungspotenzial bietet. Die neue X-Linie soll sich deshalb zwischen den bestehenden Programmen installieren, Kompromisse schließen und sich gleichzeitig aber auch bezüglich Komfort und Qualitäten nochmals ein Stück weit nach oben absetzen. Jetzt stellen die Yachtbauer in Dänemark ein neues Schiff für die Reihe vor, unter der eigentümlichen Bezeichnung X4/9 (die 9 ist hochgestellt, was sich an dieser Stelle technisch leider nicht darstellen lässt). Das Schiff soll jetzt die Lücke zwischen der X4/3 (gleiche Schreibweise / 12,50 Meter Rumpflänge) und der X6/5 (19,19 Meter Rumpflänge) schließen. 

Die Schiffe der X-Serie haben einen sehr steifen Rumpf, gebaut als GFK-Sandwich-Konstruktion im Vakuum-Infusionsverfahren und mit Epoxid-Harzen. Dazu werden die Strukturen im Ofen ausgehärtet. Wie bei X-Yachts üblich werden, natürlich auch die Typen der X-Reihe und im Speziellen die neue X4/9 auf höchstem Niveau ausgestattet. In Fall der jüngsten X heißt dies: Anbauteile, Komponenten und Beschläge aus den feinsten Sortimenten, ein Dreisaling-Alurigg mit Wanten aus Rod sowie Teakholzauflagen im Cockpit und auf den Duchten bereits in der Standardausstattung, unter anderem. 

Drei Kielvarianten werden für die X4/9 erhältlich sein, der Standard T-Kiel mit 2,40 Meter Tiefgang, ein 30 Zentimeter längerer  Performance-Kiel sowie ein Kurzkiel, dessen Tiefgang von der Werft bis dato noch nicht definiert worden ist. Dazu kann der Kunde zwischen drei verschiedenen Versionen für die Bugverlängerung wählen: die normale Ankerhalterung, ein Bugspriet mit Ankerhalterung in funktionaler Kombination sowie für Sportsegler ein leichter und steifer Rüssel aus Kohlefaser, der ausschließlich als Anschlagpunkt für den Gennaker oder für den Code Zero dient. Auch kann der Kunde wählen, ob er sein Schiff lieber mit einer Selbstwendefock oder mit Genua-Holepunkten auf dem Kajütaufbau für ein überlappendes Vorsegel (max. 106 Prozent) ausstatten möchte. Machbar sind beide Möglichkeiten. 

X4/9

Das Layout mit drei Kabinen und zwei Nasszellen bleibt bestehen. Abwandlungen sind in den Bereichen der hinteren Nasszelle und in der Achterkabine vorgesehen

Das Interieur sieht ein Layout mit drei Doppelkabinen und zwei Nasszellen vor. Die zwei Meter kleinere X4 bietet eine ähnliche Aufteilung, allerdings auf deutlich weniger Volumen unter Deck. Das Plus an Rumpflänge wird bei der X4/9 unter anderem in einen großen Segelstauraum im Vorschiff sowie zugunsten einer großen Garage im Heck investiert. Dort kann auch das Beiboot quer lagern, hinter der Ruderwelle.

Wesentliche Alternativen zum Grundlayout sind nicht vorgesehen. Wahlweise können sich die Eigner aber für eine größere Nasszelle hinten mit abgetrenntem Duschabteil entscheiden. In diesem Fall muss die Navigation an gleicher Stelle weichen beziehungsweise würde sie verkleinert und funktional in die Sitzgruppe auf der Steuerbordseite integriert werden. Und anstelle der Doppelkoje in der Achterkammer sind dort auch zwei getrennte Einzelkojen machbar. Für den Innenausbau der Standardausführung verwendet X-Yacht helles Eichenholz. Optional wird eine etwas dunklere Version mit Teakholz angeboten. 

Fotostrecke: X4/9

Sehr eigentümlich ist die Bezeichnung X4/9. Nach der X4 und der X6 würde man vielleicht erwarten, dass X-Yachts die Lücke mit einer X5 schließen würde, dies wäre im Grunde logisch. Die Dänen suchen aber offenbar auch diesbezüglich den unkonventionelleren Weg. X-Yachts Händler Christoph Barth in Flensburg begründet die Benennung auch mit der Rumpflänge: 14,50 Meter seien eben keine 50 Fuß, was die Bezeichnung X5 vielleicht vermuten lassen könnte. Wie auch immer: Die Attraktivität des jetzt vorgestellten Konzepts dürfte dies nicht mindern.

Die X4/9 wird ihr Debüt auf der Messe Boot in Düsseldorf 2018 feiern, man darf sehr gespannt sein. Mit der Vorstellung gibt X-Yachts jetzt auch schon einen Einführungspreis für Frühbesteller bekannt: 479.900 Euro soll die Neue aus Haderslev kosten, zuzüglich Mehrwertsteuer. Dieser Preis gilt jetzt offenbar für die ersten zehn verkaufen Schiffe und inklusive eines sogenannten "Quality Package" im Wert von 75.500 Euro netto. 

Zur Webseite der Werft

Technische Daten X4⁹
Lüa (Rumpflänge) 14,50 m
Gesamtlänge (inkl. Bugspriet) 15,08 m
LWL (Länge Wasserlinie) 13,58 m
Breite  4,49 m
Tiefgang /-alternative 2,40 m / 2,71 m
Gewicht  12,9 t
Ballast/-anteil 5,4 t / 42 %
Maschine Standard Yanmar 57 PS
Kapazität Treibstoff   300 l
Kapazität Frischwasser  325 l
Großsegel  74,0 qm
Selbstwendefock 45,0 qm
Genua (106 %) 55,0 qm
Gennaker  230,0 qm 
Konstrukteur  Niels Jeppesen

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Michael Good am 07.07.2017

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