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Dufours jüngster Coup: ein neues Flaggschiff

Für die Zeit nach dem Corona-Shutdown: Dufour Yachts in La Rochelle enthüllt Pläne für eine Dufour 61. Ein großes Schiff mit Platz für maximal viel Varianz

Michael Good am 11.04.2020
Dufour 61
Dufour Yachts

Als neues Flaggschiff im Aufbau: die Dufour 61 

Nach Ostern sollen die Fertigungsbänder bei Dufour Yachts in La Rochelle stufenweise wieder hochgefahren werden. Wie als eine Art Ansage für die Wiederaufnahme der Produktion nach dem Corona-Lockdown haben die Franzosen jetzt die ersten Pläne für ein neues Flaggschiff vorgelegt. Die große Dufour 61 wird als Weiterentwicklung und als Ersatz für die bisher größte Dufour 630 das Yacht-Programm der Werft nach oben abschließen. 

Die Konstrukteure von Felci Yachtdesign in Italien haben für das neue Schiff die Rumpfform der Dufour 630 übernommen. Allerdings ist der strukturelle Aufbau jetzt ein komplett anderer. Der Rumpf und die gesamte Bodengruppe werden jetzt in einem zusammenhängenden Stück im Vakuum-Infusionverfahren gebaut, in der sogenannten "One Shot"-Methode. Diese sehr komplizierte und auch aufwändige Bauweise wird für sehr steife und umgewöhnlich robuste Strukturen sorgen. Das Deck und vor allem der gesamte Innenausbau der Dufour 61 werden aber komplett neu aufgebaut.

Dufour 61

Dufour 61

Geblieben ist der cockpitüberspannende Targabügel aus Kohlefaser, auf dem die Großschot als Hahnepotführung gefahren wird. Den hinteren Teil vom Cockpit nutzt Dufour, um dort eine große Sonnenliege aufzubauen, welche sich mit einem flexiblen Mittelteil schnell zu einem zusätzlichen Cockpittisch konvertieren lässt. Diese Idee ist nicht ganz neu und wurde von der Werft schon mit der Weltpremiere der Dufour 530 im Januar auf der Messe in Düsseldorf vorgestellt. Die Dingi-Garage im Heck ist groß genug, um das Schlauchboot mit angehängtem Außenborder in Fahrtrichtung stauen zu können.

Alle Fallen, Schoten und Trimmleinen werden seitlich unter dem Laufdeck auf eine scheinbar sehr kompakt gestaltete Winschenbasis direkt vor den doppelten Steuersäulen geführt. Damit bleibt der vordere Cockpitbereich für die Mitsegler frei von allen Funktionen. Das vergleichsweise hohe Dreisalings-Rigg steht an Deck und sieht im Standard eine Selbstwendefock vor. Eine überlappende Genua wird als Option machbar sein, genauso wie ein Mast aus Kohlefaser oder ein Rollbaum. 

Fotostrecke: Dufour 61

Sehr wandelbar präsentiert sich das Konzept für den Ausbau unter Deck. Kunden werden die Wahl haben, ob sie die Küche vor dem Hauptschott oder in einer Variante hinten, seitlich vertieft, eingebaut haben wollen. Davon ausgehend ändern sich die Möglichkeit für die Anordnung der Kabinen wesentlich. Die Pläne in der Bilderstrecke oben erklären die zahlreichen Layouts und die Machbarkeiten unter Deck. Eine aufschlussreiche Präsentation liefert zudem ein Video, welches von Dufour jetzt publiziert worden ist (siehe unten nachfolgend angehängt). 

Dufour will das erste neue Flaggschiff bis zum Ende dieses Jahres fertig gebaut haben und zieht eine Präsentation auf der Messe boot in Düsseldorf 2021 in Erwägung. Eine erste Preisansage für das Schiff in der Standard-Ausstattung ab Werft beläuft sich auf rund 1,06 Millionen Euro, inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer. 

Technische Daten Dufour 61
Konstruktion Felci Yacht Design
Rumpflänge  18,30 m
Länge Wasserlinie 17,62 m
Breite  5,48 m
Tiefgang  2,80 m
Großsegel  104,0 qm 
Genua  80,0 qm
Maschine  180 PS
Kapazität Frischwasser 780 l
Kapaziität Treibstoff  830 l

Das neue Flaggschiff Dufour 61 in der Video-Präsentation

Michael Good am 11.04.2020

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