Wintereinbruch
Die Last mit dem Schnee

Die weiße Pracht kann schwer werden. Steht oder liegt die Yacht im Winterlager draußen, ist Vorsicht geboten

  • Alexander Worms
 • Publiziert am 03.12.2010

YACHT/A. Worms So weit muss es ja nicht kommen

Bis zu 2000N/m3 kann die Gewichtskraft, von nassem Schnee betragen. Das entspricht einer Last von etwa 1,3 Tonnen auf einer 36 Fuß Yacht, wenn 20 Centimeter Niederschlag an Deck liegen.

Liegt das Schiff im Wasser, schwimmt es nicht mehr auf seiner Wasserlinie. Dass der Wasserpass Bewuchs ansetzt, ist dann noch ein geringeres Übel. Selbstlenzende Cockpits können volllaufen, und bei warum auch immer geöffneten Seeventilen, kann Wasser in nun nicht mehr über der Wasserlinie liegende Einbauten gelangen. Die Yacht kann durch das WC sinken oder es kann, je nach Einbaulage, über den Auspuff und offen stehende Auslassventile Wasser in die Zylinder gelangen. Ein kapitaler Motorschaden ist dann oft die Folge.

Steht das Schmuckstück an Land draußen, steigt durch die Last des Schnees der Druck auf den Kielflansch und die Stützen des Winterlagerbocks. Eine dick weiß gepuderte Persenning übt große Lasten auf die Relingstützen aus. Liegt das Tuch über dem Baum, so sind auch Lümmelbeschlag und Dirk großen, ungewöhnlichen Belastungen ausgesetzt.

Was kann man tun? Ein Hallenwinterlager ist die beste Lösung, sofern denn die Halle für die Schneelasten ausgelegt ist. Regelmäßig die weiße Pracht vom Schiff zu entfernen hilft ebenfalls, ist allerdings nicht für jedermann praktikabel. Wer kann, versucht, die Persenning möglichst steil anzubringen, sodass Niederschlag herab gleitet. Ebenfalls sinnvoll ist es, die Plane von unten her zu stützen, um Beschläge und Rigg zu entlaten, etwa mit einem Zweibein auf den Cockpitduchten. Liegt das Schiff im Wasser, die Seeventile, die nicht zur Abfuhr eindringenden Wassers (Plichtlenzung und Bilgenpumpen) benötigt werden, schließen.

Liegt eine Plane über dem gelegten Mast, diesen unbedingt ebenfalls unterstützen, um so Schäden am Rigg vorzubeugen.

Eine Heizung im inneren des Schiffes wird mit vertretbarem Energieaufwand nicht in der Lage sein, den Schnee an Deck abzutauen. Wer es dennoch probieren möchte, sollte unbedingt die Vorgaben des Winterlagerstellplatzes beachten (ist üblicherweise nicht gestattet) und auf korrekten Anschluß des Gerätes achten (Leistung, Kabelquerschnitte, VDE-Konformität).

Zum Schluß sei noch erwähnt, dass der gegenwärtig fallende Nierdeschlag noch eher trocken ist, sodass das Gewicht pro Fläche geringer ist als oben erwähnt. Weiterhin trägt der Wind dazu bei, dass die Schneehöhen auf Deck nicht zu hoch werden. Ändert sich das allerdings im Laufe des Winters, ist Vorsicht geboten.


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Themen: schneeschneelastWinterlager

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