Syra Foiler

Der letzte Schrei: T-Foil zum Schwenken

Wer hat's erfunden? In der Szene der Speedjunkies am Genfer See sorgt ein neuer Foiler für eine Menge Aufregung. Jetzt soll der Syra-18-Foiler in Serie gehen

Michael Good am 22.08.2019
Syra 18 Foiler
NTFM Syra / L. v. Siebenthal

Syra-18-Foiler. T-Foil zum Schwenken und revolutionäre Rumpfformen 

Der Entwicklung bei foilenden Segelbooten scheint kein Einhalt geboten. Die Schweizer Alinghi-Segler Nils Frei und Yves Detrey haben jetzt ein neuartiges "Fluggerät" vorgestellt, welches die konventionellen Tragflügelsysteme nochmals revolutionieren soll. Im Zentrum der avantgardistischen Technologie steht ein schwenkbarer Tragflügel in T-Form, ein sogenanntes Canting T-Foil. Das hört sich genauso aufregend an, wie es auch ist. 

Die ersten Test am Genfer See sind sehr vielversprechend verlaufen. Der Schweizer Nils Frei, Mitinitiator des Syra-18-Projekts, berichtet: "Es funktioniert alles so wie vorgesehen. Schon beim ersten Schlag haben wir das Boot ganz leicht ins Foilen gebracht und schon weit über 25 Knoten Speed geschafft. Aber das ist ja auch erst der Anfang." Nach dem Funktions-Nachweis geht es für das innovative Duo Frei/Detrey jetzt um die Feinabstimmung sowie um Verbesserungen und Anpassungen im Detail. 

Syra 18 Foiler

Syra 18 Foiler

Der Syra-18-Foiler "fliegt" auf einem zentralen T-Foil, so, wie zum Beispiel auch die Fliegengewichte der boomenden Moth-Klasse. Nur kann beim Syra die Tragfläche um bis zu 45 Grad zur Seite ausgeschwenkt werden, wie bei einem modernen Neigekiel. Damit wollen die Schweizer eine Auftriebskomponente vom Foil nach Luv lenken und so der seitlichen Abdrift am Wind entgegenwirken. Die Moth-Segler verfolgen im Grunde dasselbe Ziel, indem sie ihre Boote an der Kreuz stark nach Luv überziehen. Weil sich mit dem Ausschwenken der Tragfläche zudem ihr Auftriebsschwerpunkt verlagert, generiert das Foil in Lee zusätzlich aufrichtendes Moment. Dreifacher Vorteil für das Syra-System also: mehr Druck, mehr Speed und weniger Kursversatz. 

Fotostrecke: Syra 18, die Fotos von den ersten Testflügen

Dazu kommt beim Syra-18-Foiler eine komplett neuartige Rumpfform. Im vorderen Bereich ist das Gerät wie ein ultraflacher Monohull gebaut; nach hinten dagegen ist die Rumpfunterseite extrem stark konkav eingewölbt. So bleiben achtern zwei Teilrümpfe zurück, wie bei einem Katamaran. Damit können hinten zwei Ruder angebaut werden, die, ebenfalls mit beweglichen Tragflächen ausgestattet, als sogenannte Elevatoren fungieren. Diese können so eingestellt werden, dass sie gegengleich wirken. Das heißt: Der Elevator in Luv zieht nach unten, derjenige in Lee drückt nach oben. Dies erhöht die Flugstabiliät und erhöht nochmals das aufrichtende Moment.

Die Rumpfform bietet aber noch mehr Vorteile. Anders als eine Moth kann der Syra-Foiler wie eine ganz normale Jolle zu Wasser gebracht werden und schwimmt auch ohne Fahrt noch aufrecht. Das zentrale T-Foil sowie die Ruder lassen sich zum Ein- und Auswassern aufholen. 

Fotostrecke: Syra 18, die Technik

Gesegelt wird der Syra-18-Foiler von zwei Personen mit Trapez. Die Ausleger dafür können leicht abgenommen werden, das spart Platz im Dingi-Park und ermöglicht zudem den einfachen Transport auf einem Anhänger. Gebaut wurden die Komponenten des nur 135 Kilogramm schweren Prototyps komplett aus Kohlefaser bei verschiedenen Zulieferern. Jetzt suchen Nils Frei und Yves Detrey nach einem Hersteller, welcher den Syra-18-Foiler komplett in Serie fertigen kann. Erste Verhandlungen sind offenbar schon am Laufen. Nach Abschluss der Testphase soll die Produktion dann bald beginnen. Eine erste Preisvorstellung gibt es bis dato allerdings noch nicht. 

Hier geht es zur Projekt-Webseite 

Technische Daten Syra-18-Foiler
Konstrukteur VMG Design / N. Frei / Y. Detrey
Lüa (Rumpflänge) 5,48 m
Breite (mit Ausleger)  3,70 m
Breite (ohne Ausleger) 2,20 m
Masthöhe  9,60 m
Gewicht (segelfertig)  135 kg
Segelfläche  28,60 qm 
Michael Good am 22.08.2019

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