Luxury-Cruiser

Contest 55 CS: neue Linien, maximale Flexibilität

Die Zusammenarbeit der familiengeführten Edelschmiede mit Judel/Vrolijk & Co erschafft einen feinen Cruiser für anspruchsvolle Segler

Alexander Worms am 27.09.2019
Contest 55 CS
Werft

Elegante Linien: die Contest 55 CS

Die sollten dem Anschein nach besser auch wohlhabend sein, denn einen Preis nennt die Werft nur „on request". Das lässt auf den ersten Blick darauf schließen, dass die Zahlen auf dem Angebot nicht das stärkste Argument für einen Kauf sein könnten. Zugegeben: Ein Preis ist bei dem Maß an möglicher Ausgestaltung der 55 CS auch nur schwer zu nennen. Interieuraufteilung und Segelplan sind schon mal nahezu frei wählbar; ebenso die Deckshardware. Allein in den genannten Punkten steckt bei solch einer Yacht gern mal ein Preisunterschied von einer Viertelmillion Euro. Warum dann also einen eher spekulativen Einstiegskurs nennen?

Was die Neue auszeichnet, ist eine Optik, die an die Topmodelle der Werft angelehnt ist. Die Linien fließen vom Dach des Deckssalons ins Cockpitsüll, was einen gekonnten Bruch der sonst eher strengen Proportionen bedeutet. Ein senkrechter Steven mündet in einen festen Bugspriet. Das muss man nicht schön finden, modern und praktisch ist es allemal. Das Vordeck ist vollkommen flush und bietet somit ebenso wie das Deck am anderen Ende des Schiffes viel Raum zum Genießen. Ersteres gewinnt bei modernen Yachten zunehmend an Bedeutung, bedeutet es doch Privatsphäre, wenn die Yacht mit dem Heck zur Pier liegt. Und das ist eher Regel als Ausnahme, in Revieren, die ein Leben an Deck ermöglichen.

Das von den Yacht-Interieur-Experten Wetzels and Brown aus Amsterdam entworfene Design unter Deck hat fast unendlichen Raum für Eignerwünsche, so die Werft. Die ohnehin schon steifen One-Shot-Vakuuminfusions-Rümpfe haben von Judel/Vrolijk & Co weitere Verstärkungen in Form eines leichten und festen Strongbacks aus Carbon erhalten. Das bedeutet, dass die Positionen von Schotten und stabilisierenden Einbauelementen freier gewählt werden können. Zusätzlich benötigt der durchgesteckte Mast beispielsweise kein Hauptschott an einer bestimmten Stelle zur Verstärkung des Decks. So schafft die Werft die strukturellen Voraussetzungen für echte Anpassung an die Wünsche des Kunden.

Der Bau unter der Aufsicht von Lloyd's sorgt für Präzision. So sind auch große Fensterflächen im Rumpf und im Besonderen in der Eignerkabine möglich. Die Dingigarage im Heck öffnet und schließt hydraulisch, die Klappe wird dabei zur großen Badeplattform. Bei alledem legt Contest großen Wert auf soliden Bau und praxisgerechte Seegängigkeit. Handgriffe allerorten, Leesegel und eine hervorragende Schallisolierung sollen auf See für angenehmes Reisen sorgen.

Die Contest 55 CS ist damit eine Art S-Klasse für Segler – geräumig, leise, elegant und wenn es sein muss schnell, ohne anstrengend zu sein, auch bei sehr langen Reisen in entlegene Gegenden oder gleich um die Welt. Natürlich hat solch eine Yacht ihren Preis. Freunde des Besonderen werden den verstehen.

Zu sehen ist die 55 CS erstmals auf der Boot in Düsseldorf 2020.

www.contestyachts.com

Länge

17,00 m

Lüa mit Bugspriet

18,10 m

Breite

5,02 m

Durchfahrtshöhe

24,82 m

Diesel

850 l

Wasser

725 l

Motor

Volvo Penta 110 kW/150 PS

Alexander Worms am 27.09.2019

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