Gunboat 68
Carbon-Geschoss als Tourenboot

Unter neuen Eigentumsverhältnissen kann die Marke Gunboat durchstarten. Mit einem großen High-Performance-Kat soll dies gelingen

  • Michael Good
 • Publiziert am 28.10.2016

Gunboat Gunboat 68

Im November 2015 mussten die Katamaranbauer in den USA die Insolvenz ankündigen. Als Gründe wurden damals insbesondere Probleme mit der Produktion des Gunboat 60 in China sowie der aufsehenerregende Misserfolg des G4, des ersten voll-foilenden Fahrtenkatamarans, angeführt. Über dessen spektakuläre Kenterung in der Karibik haben wir berichtet.  Diesen Sommer nun wurde Gunboat von der Firmengruppe Grand Large Yachting übernommen. Der französischen Werften-Merger umfasste seinerzeit bereits die Marken Allures Yachting und Garcia Yachting sowie wie den Katamaran-Hersteller Outremer.

Mit einem ganz neuen Modell soll die Marke Gunboat ihre Position auf dem Markt wieder festigen können. Die ersten Pläne und Zeichnungen wurden jetzt bekanntgegeben. Der Gunboat 68, eine Konstruktion aus dem Büro von VPLP (Van Peteghem/Loriot Prévost) kommt in aufregend leistungsorientierter Aufmachung mit langen und extrem schlanken Rümpfen und Bugen in Wavepiercer-Form. Dazu wird der Katamaran – wie bei Gunboat üblich – komplett in Kohlefaser gebaut. Das fast 21 Meter lange Carbon-Geschoss soll segelfertig  gerade mal 16 Tonnen Gewicht auf die Waage bringen. Auch das komplette Rigg ist aus Kohlefaser gefertigt. Stattliche 218 Quadratmeter Segelfläche wird der Gunboat 68 am Wind tragen, mit Selbstwendefock. Das entspricht einer für Katamarane weit überdurchschnittlichen Segeltragezahl von 5,9.

Dazu wird der Gunboat mit zwei gesichelten und asymmetrisch profilierten Seitenschwertern ausgestattet sowie mit aufholbaren Ruderblättern mit T-Foils. Der damit erzeugte Auftrieb soll die Segeleigenschaften verbessern und das Leistungsvermögen deutlich steigern. Anders als der G4 soll der Neue von Gunboat aber nicht voll foilen, also "fliegen" können.

Gunboat Gunboat 68

Spannend ist das Layout des Gunboat 68. Zum Setzen und Trimmen der Segel ist vor dem eigentlichen Kajütbaufbau ein vertieftes Cockpit eingebaut, direkt am Mastfuß. Dort stehen für die Abläufe im Manöver insgesamt vier elektrisch betriebene Winschen zur Verfügung. Gesteuert wird der Kat von einem Steuerstand im Salon. Für den Innenausbau sind vier äußerst geräumige Doppelkabinen mit jeweils eigenem Bad vorgesehen. Der Kunde hat allerdings freie Wahl, wie er den Innenausbau seines Bootes arrangiert haben möchte. So können zum Beispiel jeweils zwei Kabinen für die Crew vorn in den Rümpfen eingesetzt werden, ebenfalls mit separierten Nasszellen.

Unklar ist offenbar noch, wo der Gunboat 68 gebaut werden soll, in den USA oder in Frankreich. Auch eine erste Preisvorstellung hat die Werft noch nicht nennen können.

Gunboat 68

7 Bilder

Gunboat 68

Konstrukteur

VPLP

Lüa (Rumpflänge)

20,75 m

LWL (Länge Wasserlinie)

20,11 m

Breite

8,60 m

Tiefgang 

1,00 m

Tiefgang mit Seitenschwertern

4,00 m

Masthöhe über WL

29,5 m

Gewicht 

16,0 t

Segelfläche am Wind 

218,5 qm

Kapazität Frischwasser

2 x 378 l

Kapazität Treibstoff 

2 x 378 l


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Themen: Grand Large YachtingGunboatGunboat 68VPLP Design

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