Weltneuheit
boot-Premieren Teil IV – Delphia 31

Nur 9,50 Meter lang, groß genug für die ganze Familie – und erschwinglich dazu: Die Delphia 31 ist eine interessante Newcomerin

  • Jochen Rieker
 • Publiziert vor 9 Jahren

YACHT/M. Strauch Delphia 31

Sie steht ganz vorn am Stand der polnischen Marke in Halle 16. Und auch, wenn sie nicht mit äußerer Größe besticht, wenn andere Premieren auf der boot in Düsseldorf mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen: Einen Besuch ist die Delphia 31 allemal wert.

Das Boot vereint alle Attribute eines ehrlichen, gutmütigen Fahrtenschiffs. Der Rumpf mit relativ steilen Enden baut zwar recht hoch, wie heutzutage fast alle modernen Entwürfe. Aus etwas Distanz betrachtet, wirken die Proportionen aber stimmig.

Eine lange Fensterlinie streckt den Kajütaufbau, der erfreulich schmal ausfällt und so genug Platz für ein relativ breites Laufdeck lässt. Konstrukteur Andrzej Skrzat, einer der meistgefragten Architekten in Polen, hat im Zielkonflikt zwischen Volumen und Linien einen ganz ansehnlichen Kompromiss gefunden. Das fällt, wie andere aktuelle Modelle gleicher Größe zeigen, nicht eben leicht.

Delphia 31

14 Bilder

Premiere auf der boot 2012. Die neue Delphia 31

Das Cockpit bietet reichlich Platz für vier Segler. Standard ist eine Radsteuerung; die auch sonst sehr variantenreiche Delphia 31 gibt’s auf Wunsch aber auch mit Pinne und im Cockpit montiertem Traveller. Die Sitzposition auf den Duchten geht in Ordnung, allerdings mangelt es auf Höhe des Steuermanns an einem ausreichend hohen Süll. Der Rudergänger sitzt auf den Backskistendeckeln, die zum Gasflaschenfach an Backbord und zum riesigen Stauraum an Steuerbord führen. Achtern bleibt die Plicht offen. Die Werft spricht hier von einer „Badeplattform“; ein absenkbarer Spiegel fehlt aber.

Der auf der Messe gezeigte Protoyp verfügt sowohl über eine Selbstwendefock als auch über Genuaschienen. Ausgelegt ist das Rigg in der Grundkonfiguration für ein leicht überlappendes 107-Prozent-Vorsegel. Mehr geht nicht, denn die Püttingeisen liegen nahe an der Bordwand. Damit kommt die 31 auf insgesamt 47,3 Quadratmeter Segelfläche. Bei 6,1 Tonnen Gewicht ergibt sich eine Segeltragezahl von 3,8. Das charakterisiert die Delphia 31 als gemütlichen Tourer. Wer bei Leichtwind mehr Leistung will, muss zu einem Code Zero greifen und raumschots einen Gennaker riggen.

Unter Deck spürt man die Handschrift der Hamburger Designerin Birgit Schnaase, die seit mehreren Jahren für das gewisse Etwas an Bord der Delphia-Yachten sorgt. Das Ergebnis: klare Linien, moderne Farben, Formen und eine gute Ergonomie. Eigner können allein unter drei Furnierarten wählen (Mahagoni, Buche, Kirsche). Dazu gibt es reichlich Stauraum, einen großen Kühlschrank und jede Menge Licht durch die Seitenscheiben. Nur die Grautöne von Niedergang und Nasszelle harmonieren noch nicht so ganz.

Beeindruckend ist die Ausbauqualität des Erstlings. Derart saubere Passungen und sorgfältig ausgeführte Details sind in der Anlaufphase von Serienwerften nicht alltäglich. Ein bisschen Feinschliff ist noch nötig, dann zählt das Boot zu den Besten der Klasse. Insgesamt erweist sich die Delphia 31 deshalb auch auf den zweiten und dritten Blick als Bereicherung des Marktes. Zumal sie mit einem Preis von ca. 70.000 Euro sehr preiswert ist.

Lüa: 9,78 m
Rumpflänge: 9,48 m
LWL: 9,07 m
Breite: 3,40 m
Tiefgang: 1,85 m
Gewicht: 6,13 t
Ballast: 1,65 t
Groß:  23,9 qm
Genua: 23,4 qm
Diesel: 100 l
Wasser: 150 l


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Themen: boot Premieren 2012Delphia 310SchnaaseSkrzat

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