Bootsausstellung
+++ aktualisiert +++: boot Düsseldorf findet statt, aber namhafte Marken werden fehlen

Die Messeleitung bestätigt den Termin – zahlreiche Bootsbauer wollen Pandemie-bedingt jedoch nicht nach Düsseldorf kommen. Was Segler auf der Messe erwartet

  • YACHT Redaktion
 • Publiziert am 17.12.2021
Große Lücken in den Hallen? Diverse Werften wollen fernbleiben Große Lücken in den Hallen? Diverse Werften wollen fernbleiben Große Lücken in den Hallen? Diverse Werften wollen fernbleiben

Messe Düsseldorf/ctillmann Große Lücken in den Hallen? Diverse Werften wollen fernbleiben

Der Stand vom 17. 12.

Falls die größte Wassersportausstellung der Welt wie geplant stattfinden kann, wird sie Pandemie-bedingt einige Änderungen mit sich bringen. Zum einen gilt für Besucher die 2G-Regel, gegebenenfalls sogar 2G-plus. Das heiß: Wer aufs Messegelände will, muss vollständig geimpft oder genesen sein; bei 2G-plus ist zudem ein tagesaktueller Corona-Test erforderlich. Vor zweien der Eingänge wird es deshalb Testzentren geben.

Aufgrund der Absagen zahlreicher namhafter Werften müssen sich insbesondere Segler auf eine geänderte Hallenbelegung einstellen. So bleiben die Hallen 16 und 17 geschlossen. Das Angebot an Segelyachten und Jollen beschränkt sich stattdessen ausschließlich auf Halle 15. Dort zählen Bavaria und Elan zu den bekanntesten Ausstellern; außerdem sind nach Angaben der Messeleitung Greenboats, Haber Yachts, Imexus und Swallow Yachts mit Booten vertreten. Wie bisher schon wird es im Sailing Center ein vielfältiges Bühnenprogramm geben; hier wechseln sich Fachvorträge und Interviews mit prominenten Sportlern ab.

In den Hallen 9, 10 und 11 bietet die boot einen umfassenden Überblick über die gesamte Bandbreite nautischer Ausrüstung – von Außenbordern über Einbaumaschinen, Segel, Bordelektronik bis hin zu maritimer Bekleidung. Eine Vorstellung der neuen Boote für 2022 finden Sie in YACHT 3/2022.

Meldung vom 8.12.

Das Hygienekonzept stehe, das Land habe das Großevent genehmigt, betont die Messeleitung in ihrer Mitteilung vom 8.12.. In dieser nennt sie klingende Namen als Aussteller: Bavaria etwa, Hallberg-Rassy oder auch die Motorbootmarken Princess und Sunseeker. Indessen: Die Zahl der namhaften Werften insbesondere im Segelbootsegment ist in den letzten Wochen zusehends erodiert.

Erst sagte Dragonfly ab, gefolgt von X-Yachts, der gesamten Hanseyachts-Gruppe mit Hanse, Dehler, Moody, Fjord und Sealine. Auch Oyster entschied ebenso wie Y Yachts/Michael Schmidt Yachtbau, nicht nach Düsseldorf zu kommen. Und das war nur der Anfang.

Nach YACHT-Informationen werden auch zahlreiche führende Marken aus Frankreich und Italien fernbleiben. Dazu zählt mit der Beneteau-Gruppe der größte Einzelaussteller der Messe (Lagoon, Excess, Beneteau, Jeanneau, Prestige etc.) sowie der zweitgrößte Hersteller Fountaine Pajot/Dufour. Ebenso werden wohl Solaris, Grand Soleil, Pardo, Italia Yachts und Nautor Swan fehlen.

Die Werften hatten sich in den vergangenen Wochen um eine einvernehmliche Lösung bemüht. Sie favorisierten eine Verschiebung um ein weiteres Jahr auf 2023. Als Gründe nannten sie das finanzielle Risiko, bei einer späten Absage infolge der Pandemie auf ihren Transportkosten und Kosten für den Standbau sitzenzubleiben. Zum anderen wären aufwändige Corona-Bedingungen zu erfüllen: Zugangsbeschränkungen, Registrierungen, Desinfektion – bei absehbar deutlich geringeren Besucherzahlen.

Die Messe ihrerseits argumentiert, dass das Pandemiegeschehen in Nordrhein-Westfalen und Düsseldorf derzeit vergleichsweise gering und unter Kontrolle sei und verwies auf die Verantwortung gegenüber der gesamten Branche.

Eine Kompromisslösung ließ sich offenkundig jedoch nicht erzielen. So fehlt die Mehrzahl der großen Werften und mit ihnen die Neuheiten, welche die Attraktivität der boot maßgeblich mitbestimmen. Ein bisher einmaliger Vorgang – und kein gutes Szenario für die verbleibenden Aussteller. Die Messeleitung gibt sich dennoch zuversichtlich. In ihrer Mitteilung schreibt sie:

"Die Nichtteilnahme einiger Luxus-, Segelyacht- und Motorboothersteller sei zwar bedauerlich und für die Messe Düsseldorf objektiv auch nicht nachvollziehbar", heißt es darin. Jedoch habe man mit globalen Marktführern wie zum Beispiel Princess und Sunseeker bei den Luxusyachten, Bavaria Yachtbau für Segel- und Motorboote und Hallberg-Rassy bei den Segelbooten ein „volles Pfund in der Waagschale“ und biete den Besuchern eine großartige Bootsschau mit einem breiten Angebot.

Das Schreiben benennt auch die Bedingungen, unter denen die boot 2022 stattfinden wird:

"Orientiert an den Bestimmungen, die für den Einzelhandel gelten, dürfen nur Besucher, die der 2G-Regelung – geimpft oder genesen – entsprechen, das Messegelände zur Laufzeit der boot betreten. Zusätzlich ist in allen Hallen das Tragen einer FFP2- oder medizinischen Maske Pflicht."

Wolfram Diener, der neue Messechef, wird mit den Worten zitiert:

„Die Messe Düsseldorf trägt sowohl den Ausstellern als auch der großen Wassersport-Community gegenüber eine Verantwortung, die boot 2022 stattfinden zu lassen. Mit unserem erprobten Hygienekonzept ‚PROTaction‘ werden wir allen Beteiligten eine sichere Messe bieten können.“

Das gilt selbstverständlich nur für den Moment. Sollte sich durch die Omikron-Variante die Infektionslage verschlechtern, ist eine generelle Absage der Messe nach wie vor denkbar. Die Entscheidung darüber treffen allerdings nicht die Veranstalter, sondern die neue Bundes- sowie die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen.


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