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Bodensee-Segler in Seenot

Ein ungewöhnlich schwerer Gewittersturm hat Dienstagabend zahlreiche Wassersportler am Bodensee in Bedrängnis gebracht.

  • Michael Good
 • Publiziert am 27.05.2009

Michael Good Auch im Hafen ungemütlich: Bei einem solchen Unwetter ist man froh, nicht auf See zu sein.

Nach einem schwül-heißen Nachmittag fegte das Gewitter am frühen Abend von Südwest nach Nordost über den Bodensee. Die Wetterstationen am See zeichneten Windstärken von 9 bis 10 Beaufort (über 100 Stundenkilometer/55 Knoten) auf. In Böen erreichte der Sturm sogar Orkanstärke.

Dazu kamen Starkregen und vor allem in der Region Konstanz/Kreuzlingen auch intensiver Hagelschlag mit nussgroßen Körnern. Innerhalb nur weniger Minuten gingen bei den See- und Wasserschutzpolizeien rund um den Bodensee zahlreiche Meldungen von und über in Seenot befindlichen Bootsbesatzungen ein. Die Mannschaften der Rettungsboote waren bis zum späteren Abend im Dauereinsatz.

Nach den bisherigen Erkenntnissen ist dabei eine Person verletzt worden. Eine Crew war im Sturm vor Meersburg gegen die Ufermauer geprallt und das Segelboot daraufhin gesunken. Der Skipper hatte sich bei der Havarie eine Platzwunde am Kopf zugezogen. Die Mannschaft konnte später von den Rettungskräften aus ihrer misslichen Situation gerettet werden. Ein weiteres Segelboot wurde in die Flachwasserzone an der Einmündung der Seefelder Aach gedrückt und hatte sich dort im schlammigen Untergrund festgefahren. Die Besatzung konnte sich schwimmend an Land retten. Weniger Glück hatten drei Besatzungsmitglieder eines gekenterten Segelbootes im Überlinger See. Sie konnten durch zwar durch die alarmierten Rettungskräfte aus dem etwa 12 Grad kalten Wasser gezogen, die Männer mussten sich jedoch mit leichten Unterkühlungen in ein Krankenhaus einweisen lassen.

Viele eingehende Meldungen betrafen auch losgerissene Boote, vor allem in der Nähe von Bojenfeldern. Im erst kürzlich neu umgebauten Hafen Bottighofen am Schweizer Ufer hielt eine Reihe von Pfählen den Querbelastungen der daran festgemachten Segelyachten nicht stand. Die Boote wurden aufeinander gedrückt und teilweise stark beschädigt.

Die Wasserschutzbehörden rund um den See zeigten sich nach dem heftigen Gewitter vom Dienstagabend sehr besorgt über das oft mangelnde Interesse von Wassersportlern gegenüber den Wetterwarnungen. Trotz Alarmmeldungen über Radio und TV und der rechtzeitig eingeschalteten Sturmwarnleuchten befanden sich zum Zeitpunkt des hereinbrechenden Unwetters immer noch zahlreiche Segler und Motorbootfahrer auf dem See.


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Themen: BodenseeGewitter

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